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Flüchtlingsunterkunft: Großes Interesse

Von Bevor Asylsuchende in die Flüchtlingsunterkunft Rod am Berg einziehen, konnten sich dort interessierte Bürger umsehen. 35 Menschen sollen dort bald eine Bleibe finden.
Gedränge herrschte auf den Gängen der Flüchtlingsunterkunft: Viele wollten sich umsehen, und die Politik gab Auskunft. Foto: Frank Saltenberger Gedränge herrschte auf den Gängen der Flüchtlingsunterkunft: Viele wollten sich umsehen, und die Politik gab Auskunft.
Rod am Berg. 

Noch sind die Zimmer und Gemeinschaftsräume leer, aber schon bald soll dort wieder Leben einziehen. Das ehemalige Landschulheim Rod am Berg konnte – noch bevor dort Flüchtlinge einquartiert werden – am Samstag von Bürgern besichtigt werden. Eine Gelegenheit, die viele Interessierte wahrnahmen, obwohl dort, wie gesagt, nur leere Räume zu besichtigen waren – spärlich möbliert, aber doch bestens geeignet, um Menschen aus katastrophalen Lebenssituationen Perspektiven für ein Leben in Sicherheit zu öffnen.

Besonders der neuere der beiden Bauten ist eine attraktive Unterkunft auf anspruchsvollem Jugendherbergsniveau. Weil er mit Einzelzimmern sowie mit kleinen und größeren Mehrbettzimmern und ausreichend vielen Dusch- und Waschräumen ausgestattet ist, ist er relativ flexibel nutzbar. Denn wann und wie viele Flüchtlinge kommen, ist vorab nicht bekannt. Er ist hell und freundlich, beim Ausbau und bei der Gestaltung wurde seinerzeit viel Holz eingesetzt.

Von einem Hof und einer Treppe hinunter getrennt, steht der Altbau. Dieser war einst die Schule des Dorfes und wurde später als Landschulheim beziehungsweise Jugendherberge umgebaut. Das heißt: Dort gibt es Schlafräume bis unter das Dach, ebenfalls mit Wasch- und Duschräumen. Mit Gemeinschaftsküchen und Waschküchen sind beide Häuser ebenfalls ausgestattet.

In der Alten Schule wurden für die künftige Nutzung als Flüchtlingsunterkunft Umbauten vorgenommen, um noch mehr Zimmer zu schaffen. „Hier war früher ein Saal, in dem gefeiert wurde, Familienfeste beispielsweise“, erklärte ein Besucher beim Rundgang. Der Saal wurde abgeteilt und ein alter Kachelofen verblendet. Viele Besucher waren neugierig und wollten das alte, mit Erinnerungen verbundene Haus nach langer Zeit wieder einmal von innen sehen. Obwohl er augenscheinlich in einem guten Zustand ist, versprüht der Altbau doch den Charme der Vergangenheit, und Liebhabern alter Gebäude dürfte vor allem ein zweiter noch erhaltener Kachelofen im Obergeschoss gefallen haben.

Die Besucher schauten sich vom Keller bis zum Dach ausgiebig um, und unter diesen waren auch viele Kommunalpolitiker. Übrigens auch aus Schmitten, wo derzeit das Hotel Freund für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet wird.

Willkommenskultur

Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) und Mitarbeiter seiner Verwaltung standen für Auskünfte bereit, auch Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD), zuständig für die Flüchtlingsaufnahme im Hochtaunuskreis, schaute sich die Unterkunft an und beantwortete Fragen. Viele Fragen konnte auch der Arbeitskreis Flüchtlinge beantworten, der mit Informationsmaterial vertreten war und der einen Rod am Berger Ableger bekommen hat. Dieser will in dem hochgelegenen Stadtteil Willkommenskultur in die Praxis umsetzen.

Im Grunde stehen die Rod am Berger den Flüchtlingen wohlwollend und offen gegenüber: „Es gibt auch Menschen, die Bedenken haben, vor allem, weil sie nicht wissen, was auf uns zukommt“, sagte Pia Jung von der Flüchtlingsinitiative. Aber die überwiegende Mehrheit reagiere positiv, und das gelte vor allem für die zehn bis zwölf Rod am Berger, die sich wie Jung im neuen Arbeitskreis engagieren. Vorbehalte abbauen, das gelingt umso eher, wenn sich Fremde und Einheimische offen begegnen. Dies war die Botschaft aus der Erfahrung des bestehenden Arbeitskreises Flüchtlinge, der sich vorbildlich und ehrenamtlich für die bestmögliche Integration einsetzt.

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