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Asylbewerber aus Syrien: Integration in der Turnhalle

Von Über Integration wird viel diskutiert, ein Schlüssel zum Gelingen kann der Sport sein. Männer und Frauen unterschiedlicher Kulturen trainieren gemeinsam und lernen einander kennen.
Gitta Wied (rechts) und Walter Simon (3. v. re.) ziehen sportlich mit den Flüchtlingen an einem Strang. Foto: Gerrit Mai Gitta Wied (rechts) und Walter Simon (3. v. re.) ziehen sportlich mit den Flüchtlingen an einem Strang.
Wehrheim. 

Die einen tanzen Zumba, einer ist ganz toll im Handball und macht bei der Spielvereinigung Wehrheim-Obernhain gerade seinen Trainerschein, die Familie Azimi, Vater Hossein Mohammad und die Söhne Samon Djahani und Zaman Jahani, spielen Fußball bei den Holzbachkickern und halten sich bei der Turn- und Sportgemeinde Pfaffenwiesbach mit Gymnastik fit. Auch in der Sportgruppe Friedrichsthal macht einer mit, und sie haben noch etwas gemeinsam: Sie sind Asylbewerber aus Syrien.

Anders als die landläufige Meinung ist, lassen sie sich in der Männergymnastik auch von Frauen sagen, welche Übung gerade dran ist, und einer turnt in der Sportgruppe Friedrichsthal mit Frauen zusammen, berichtet Ortsvorsteherin Gitta Wied (SPD), die auch die Sportgruppe leitet.

Kontakt herstellen

Sie arbeitet seit einigen Monaten als vom Hochtaunuskreis bestellter Sportcoach (TZ berichtete) und ist dafür zuständig, sportlich begabte und interessierte Asylbewerber mit den Sportvereinen zusammenzubringen. Sogar die beiden Mädels der Familie, die 16-jährige Mina und ihre 15-jährige Schwester Suhela haben ihre Scheu abgelegt, tanzen Zumba und halten sich mit Gymnastik fit. Sie strahlen, wenn sie vom Sport erzählen. Am Anfang sei es schwierig gewesen klar zu machen, dass die Sportstunden pünktlich beginnen, aber auch das Problem sei gelöst, so Wied.

Positive Nebeneffekte

Die Sportler hatten selbst gemerkt, dass sie etwas versäumen, wenn sie zu spät kommen. Beim Deutschkurs war von den Sportmöglichkeiten berichtet wurden, und so war der Kontakt zustande gekommen. Damit seien gleich mehrere positive Effekte verbunden, so Wied. Beim gemeinsamen Sport werde die deutsche Sprache praktisch eingeübt, es kommen Kontakte mit den Mitbürgern zustande, und die wiederum helfen Hemmschwellen, die auf beiden Seiten vorhanden sind abzubauen, betont die Sportcoachin.

Walter Simon, der Vorsitzende der TSG Pfaffenwiesbach, ist begeistert von der sportlichen Art der Integration. „Ich bin voll dabei. Die Asylbewerber fühlen sich wohl, lernen die Sprache und identifizieren sich so mit der Sporthalle und der Gemeinde.“ Beim Sport fänden Menschen spielend zueinander, und die Begegnungen trügen zur Selbstständigkeit der Asylbewerber bei.

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