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CDU-Politiker handelt sich Ärger ein: Kandidatur: Moses will es wissen

Von Gemunkelt hat man schon lange, dass Andreas Moses sein Hut in den Ring werfen will. Gestern flog die Kopfbedeckung dann, er will Rathauschef in Neu-Anspach werden. Nebeneffekt: Die CDU ist stocksauer, denn man hat schon einen Kandidaten.
Andreas Moses will in Anspach kandidieren. Andreas Moses will in Anspach kandidieren.
Neu-Anspach. 

Corinna Bosch hat gestern erst gar keine Wortpirouetten versucht. „Die Kandidatur kann ein Parteiausschlussverfahren nach sich ziehen. Wir haben klare Statuten. Unser Kandidat heißt Klaus Hoffmann.“ Und viel mehr hatte die CDU-Parteichefin zur gestern bekannt gegebenen Kandidatur des CDU-Mannes Andreas Moses nicht zu sagen.

Der Amtsinhaber Klaus Hoffmann erklärte auf Anfrage, dass dieser Schritt absehbar gewesen sei. Die CDU müsse sich überlegen, ob noch ein CDU-Mann außerhalb der eigentlichen Nominierung antreten könne.

Das will Moses gar nicht, wie er gestern betonte. „Meine Mitgliedschaft in der CDU werde ich ruhen lassen, da ich als unabhängiger Kandidat antrete und meiner Partei auch eine Zerreißprobe ersparen will“, sagte er.

Politisch ist er nicht ganz unbeleckt, der nächste Kandidat für den Chefsessel im Rathaus. Nummer vier um genau zu sein – bisher. Die SPD schickt Thomas Pauli in den Wahlkampf, der freie Kandidat Dominic Wachter muss noch die Unterlagen abgeben. Und ob noch jemand will? Man wird sehen.

Moses war lange Jahre CDU-Vorsitzender, hat aber im Zusammenhang mit einem Prozess gegen ihn wegen Veruntreuung von Mandantengelder das Amt abgegeben. Zudem ist er im Kreistag und auch im Stadtparlament.

Warum er nun Verwaltungschef werden will? „Die jüngsten politischen Entwicklungen in Neu-Anspach haben mich dazu gebracht. Was hier im Moment abläuft, ist ein reines Polittheater, es ist höchste Zeit, dass Neu-Anspach wieder auf den Weg der Sachlichkeit zurückkehrt“, formulierte er.

Er sei sich sicher, dass „meine Heimatstadt Neu-Anspach, in der ich seit über 45 Jahren lebe, wieder eine bürgernahe und aufgeschlossene Führung braucht.“ Verwurzelt ist er allemal in der Kleeblatt-Stadt. Viele Vereinsvorstände, unter anderem auch als Vorsitzender im Handball und bei der Chorvereinigung, hat er schon auf seiner Vita.

Seine Credo ist allerdings eher altbacken. Er will Offenheit, Transparenz und Mitbestimmung der Bürger. Es dürfe sich, so Moses, nie mehr wiederholen, dass eine ganze Stadt durch ein Vorgehen wie bei der Windkraft gespalten werde.

Auch beim Thema Bahnhofstraße 30 habe sich gezeigt, wie schädlich es sei, über die Köpfe der Betroffenen hinweg regieren zu wollen. „Hätte man die Nachbarn und Betroffenen frühzeitig eingebunden und nach Kompromissen gesucht, anstatt auf Konfrontation zu gehen und den Klageweg auszuschöpfen, so wäre das Gebäude längst errichtet.“

Vor dem Hintergrund der Bemühungen um stärkere Transparenz und Mitbestimmung begrüßt er ausdrücklich die Idee eines Bürgerhaushalts, wie von der b-now angeregt. Er habe vor mehr als 20 Jahren gemeinsam mit Holger Bellino und Uwe Kraft das Motto „für den Bürger – mit dem Bürger“ kreiert, es sei Zeit, dass „dieser Wahlspruch wieder Geltung erlangt“. Und wie saniert er die Heimat des Pleitegeiers? „Die immer wieder diskutierte Schließung des Waldschwimmbades und der Bibliothek sind tabu, ebenso wie eine weitere Erhöhung der Grundsteuer B oder eine Kürzung der Vereinsförderung.“

Zwei Themen will er besonders angehen: Die Wirtschafts- und Gewerbeförderung sowie den Umwelt- und Naturschutz. Beide Themenfelder will Moses demnächst im Rahmen seines Programms näher hinterlegen.

 

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