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Vorwurf: Moses schädigt die Partei: Neu-Anspacher CDU will Bürgermeisterkandidaten Moses ausschließen

Von Dem Bürgermeisterkandidaten Andreas Moses ist parteischädigendes Verhalten vorzuwerfen. Das findet der Vorstand der Neu-Anspacher CDU. Darüber, ob ein Parteiausschluss erfolgt, müssen aber andere entscheiden.
Andreas Moses Andreas Moses
Neu-Anspach. 

Am Tag der Kandidatur hatte CDU-Parteichefin Corinna Bosch bereits angekündigt, ein Parteiausschlussverfahren gegen Andreas Moses einleiten zu wollen. Jetzt kommt die Sache tatsächlich in Gang: Am Montagabend hat der CDU-Vorstand getagt und festgestellt, „dass durch die Kandidatur von Andreas Moses zur Bürgermeisterwahl am 12. März gegen den von der Mitgliederversammlung gewählten Kandidaten und amtierenden Bürgermeister Klaus Hoffmann ein parteischädigendes Verhalten nach der Satzung der CDU vorliegt“.

Im Gespräch mit der Taunus Zeitung begründet Bosch die Entscheidung folgendermaßen: „Andreas Moses hatte die Möglichkeit, in der Mitgliederversammlung auch zu kandidieren, und das hat er nicht getan.“ Dies verstehe der Vorstand nicht, denn dies wäre „der demokratisch richtige Weg gewesen“, sagt sie und berichtet weiter, dass sich das Führungsgremium, eine aus 13 Personen bestehende Runde, einig gewesen sei. Es sei ausgiebig diskutiert worden, eine Abstimmung habe es nicht gegeben. „Aber es war Konsens“, erzählt Bosch.

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Kommentar: Hier kann jeder verlieren

Andreas Moses hat sein Verhältnis zur CDU in den vergangenen Monaten über die Maßen strapaziert. Zuerst das Verfahren und die Vorstrafe gegen ihn, dann die Kandidatur gegen den von der Partei bereits

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Alles Weitere liegt jetzt allerdings nicht mehr in der Hand der Neu-Anspacher CDU, denn ob das Parteiausschlussverfahren gegen Andreas Moses in Gang gesetzt wird, darüber entscheidet jetzt nach Informationen von Bosch zunächst der Kreisvorstand der CDU und anschließend das auf Bezirksebene eingerichtete Parteigericht. Dieses sei einem Schiedsgericht ähnlich, setze sich aus Christdemokraten des Bezirks zusammen und tage immer dann, „wenn etwas anliegt“. Involviert seien dabei auch Politiker aus dem Kreis, so die Parteichefin. Sie setzt allerdings darauf, dass die Entscheidung noch vor der Bürgermeisterwahl fallen wird.

Der Betroffene ist trotz der Vorstandsentscheidung die Ruhe in Person. „Ich sehe dem Ganzen mit der größten Gelassenheit entgegen“, erklärt Moses. „Das lässt mich völlig kalt.“ Er werde bei der Anhörung vor dem Parteigericht darlegen, dass nicht er mit seiner Kandidatur der CDU schade, sondern die Partei sich selbst. Ihre Politik habe zuletzt maßgeblich dazu beigetragen, dass sie massiv Stimmen verloren habe, erklärt der Anspacher und nennt die Entscheidung für die Windkraft, die zu einer Spaltung in der Bevölkerung beigetragen habe. Zudem sei die Mitbestimmung der Bürger nicht ausreichend gewesen.

Nicht verstimmt

Dessen ungeachtet versichert Moses, der bis zu seiner Verurteilung wegen der Veruntreuung von Mandantengeldern CDU-Vorsitzender in Neu-Anspach gewesen war, seiner Partei gegenüber eine „große Loyalität“. Er wolle weiterhin eng mit den Christdemokraten zusammenarbeiten und sei nicht verstimmt. Seine Mitgliedschaft lasse er aber wegen der Kandidatur ruhen, betont er noch einmal.

Und warum ist der 45-Jährige nicht bereits auf der Mitgliederversammlung gegen den Bürgermeister angetreten? „Damals hatte ich die Entscheidung zu kandidieren noch nicht abschließend getroffen“, erklärt er. „Die Versammlung war viel zu früh terminiert.“

Klaus Hoffmann wollte gestern zu der Angelegenheit nur einen Satz sagen: „Warum ist er nicht gleich gegen mich angetreten? Das wäre doch fair gewesen.“

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