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Schmitten soll mehr Geflüchtete aufnehmen, der Bürgermeister wehrt sich

Von Die Unterbringung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen ist für alle Kommunen eine Herausforderung. Die Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Usinger Krankenhaus wird bald geschlossen; was sich daraus ergibt, schmeckt Schmittens Bürgermeister nicht.
Wenn alle Bewohner in andere Einrichtungen verlegt sind, wird noch im Sommer das ehemalige Usinger Krankenhaus als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete geschlossen. Foto: Evelyn Kreutz Wenn alle Bewohner in andere Einrichtungen verlegt sind, wird noch im Sommer das ehemalige Usinger Krankenhaus als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete geschlossen.
Schmitten. 

Marcus Kinkel bereitet es Sorgen, dass die Unterkunft im ehemaligen Krankenhaus in Usingen geschlossen wird. Denn von dort sollen auch Personen nach Schmitten kommen. Das hat Schmittens Bürgermeister vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), das kreisweit in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, Ende Juni erfahren. Daraufhin schrieb er an den Hochtaunuskreis: „Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich es nicht begrüße, wenn Schmitten nunmehr Personen aus anderen Kommunen übernehmen muss und somit die aktuell schon ungerechte Aufnahmequote wieder zulasten von Schmitten verändert wird.“

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Bis heute keine Antwort

Schon vorher hatte er vom Kreis wissen wollen, wie es um das ehemalige Waldhotel in Oberreifenberg und die zwei Unterkünfte in der Brombacher Straße in Dorfweil und in der Hattsteiner Straße in Arnoldshain steht. Eine Antwort hat er bis heute nicht bekommen. Die Pressestelle des Kreises hat jedoch einige Fragen gegenüber der Taunus Zeitung jetzt beantwortet.

Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel hat dem Hochtaunuskreis einen Brief geschrieben. Bild-Zoom Foto: Evelyn Kreutz
Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel hat dem Hochtaunuskreis einen Brief geschrieben.

Im Sommer 2018 wird die Unterkunft in Usingen geschlossen, hat Kreissprecherin Andrea Nagell mitgeteilt. Das Gebäude sei von Anfang an nur als Übergangslösung befristet genehmigt gewesen. Das ehemalige Klinik-Areal soll, wie das Gelände der ehemaligen Konrad-Lorenz-Schule, zu Wohnbauzwecken entwickelt werden.

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Passend untergebracht

Und wo sollen künftig die bisher dort untergebrachten Flüchtlinge leben? „In der Gemeinschaftsunterkunft ,altes Krankenhaus‘ in Usingen haben rund 300 Menschen in den vergangenen vier Jahren ein neues Zuhause auf Zeit gefunden. Maximal konnten bis zu 120 Menschen aufgenommen werden“, so Nagell. Sie versichert: Der Umzug der Bewohner soll „so sozialverträglich wie möglich“ vonstattengehen und der Kreis versuche, die Bewohner nach Ethnien, Nationen, Religionen sowie Bindungen der betroffenen Kinder so passend wie möglich unterzubringen. Ziel des Landkreises sei es von Anfang an gewesen, die Aufenthaltsdauer in den großen Gemeinschaftsunterkünften so kurz wie möglich zu halten.

Der Umzug aus dem ehemaligen Klinikgebäude soll Schritt für Schritt erfolgen. Wann er abgeschlossen sein wird, ist noch offen. Bis jetzt wurden drei Personen in Schmitten untergebracht. Auch in andere Kommunen hat der Kreis bisherige Bewohner aus Usingen verlegt, zum Beispiel nach Neu-Anspach. Bei den Neuzugängen in Schmitten handelt es sich um Geflüchtete im laufenden Asylverfahren.

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Maximal drei Personen

Marcus Kinkel kann jedoch aufatmen, denn die Pressesprecherin teilt mit: „Weitere Verlegungen nach Schmitten sind nicht geplant.“ Nagell sagte außerdem, dass zwei Unterkünfte zur Unterbringung von Asylbewerbern zum 31. Juli gekündigt wurden, und zwar die beiden Häuser in der Brombacher Straße in Dorfweil. Damit werde es in Schmitten zu einer Platzreduzierung kommen.

Das ehemalige Waldhotel in Oberreifenberg wird der Kreis vertragsgemäß weiterhin als Unterkunft für Asylbewerber nutzen. Als Einrichtung für unbegleitete geflüchtete Minderjährige werde die Einrichtung aufgrund der rückläufigen Zahlen jedoch nicht mehr benötigt. Damit sind es rund 321 Flüchtlinge, die zurzeit in Schmitten leben (Stand Dezember 2017). Aktuellere Zahlen gibt es nicht (siehe weiterer Artikel). In den Hochtaunuskreis kommen weiterhin rund zehn neue Flüchtlinge pro Woche, einige verlassen ihn aber auch wieder.

Auch zur Kritik, dass die Aufnahmequote ungerecht sei, weil Schmitten bisher im Bezug zur Einwohnerzahl deutlich mehr Geflüchtete aufnehme als andere Kommunen, nimmt der Kreis Stellung: „Die Unterbringungskapazitäten waren in allen anderen Kommunen nahezu ausgeschöpft. Die lange Zeit leerstehenden Gebäude in Schmitten waren kurzfristig verfügbar und funktionstüchtig gewesen.“

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