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Auf 25 Teilnehmer begrenzt: Schreib- und Kunst-Projekt mit Uschi Flacke für Kinder und Jugendliche

Von Kinder und Jugendliche sind viel kreativer, als sie selbst von sich glauben: Dieses Credo stammt von niemandem anderen als der bekannten Autorin Uschi Flacke. Weil sie bei den Kindern und Jugendlichen diese inneren Stärken wecken möchte, startet sie das Projekt „Kultur macht stark“, das eine Vielzahl von Möglichkeiten beinhaltet – und im November in einem Buch der Teilnehmer endet.
Kerstin Peterseins (links, Stadtbücherei) unterstützt die Autorin Uschi Flacke bei ihrem Schreib- und Kunstprojekt, das Jugendliche ihre eigenen Stärken bewusst machen soll. Foto: Frank Saltenberger Kerstin Peterseins (links, Stadtbücherei) unterstützt die Autorin Uschi Flacke bei ihrem Schreib- und Kunstprojekt, das Jugendliche ihre eigenen Stärken bewusst machen soll.
Usingen. 

„Fast jeder wurde schon mal gemobbt, vor allem an Schulen. Und auch das Denunziantentum ist nicht nur eine Erscheinung aus der Nazi-Zeit“, ist sich die Autorin Ursula Flacke sicher. Und diese Themen ziehen sich auch wie ein roten Faden durch das neueste Projekt der Altweilnauerin, das noch im Mai startet und erst im November endet.

Friedrich-Bödecker-Kreise in allen Bundesländern

1954 gründeten engagierte Autoren, Pädagogen, Bibliothekare, Buchhändler und Verleger den „Friedrich-Bödecker-Kreis Hannover“. Benannt wurde der Verein nach dem niedersächsischen Pädagogen Friedrich

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Sie möchte Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren für die Aktion namens „Kultur macht stark“ gewinnen. Der Untertitel für den Hochtaunus lautet: „Jeder ist anders – und das ist auch gut so“. An sieben Terminen sind die Teilnehmer aufgefordert, ihre Kreativität zu beweisen. Los geht die Reihe bereits am Samstag, 26. und Sonntag, 27. Mai im Usinger Jugendbildungswerk (Bahnhof).

Das Thema des ersten Treffens: „Herzschlagtexte mit Trommelklang“. Zum Schreib-Thema Mobbing baut die Gruppe zugleich eigene Cajon-Trommeln, die die Jugendlichen auch behalten dürfen. Die Usinger Musikschule Schlosser ist beim Bau mit im Boot. Hier sollen dann schon die ersten Texte entstehen.

Stolpersteine und Flucht

Am Wochenende vom 16. auf den 17. Juni lautet das Thema „Unerwünscht – Stolpersteine und auf der Flucht“. Interviews mit Bürgern sind vorgesehen, szenische Darstellungen möchte Flacke zusammen mit Anja Drescher-Parreé, Leiterin des Jugendbildungswerks, erarbeiten. Die Malerin Brigitte Rothfuß unterstützt mit Kunst und Installationen.

Eine Tour ins historische Museum Frankfurt, wo in einer alten Werkstatt Texte gesetzt und gedruckt werden, plant Flacke für den 11. Juli.

Bereits einen Tag später, am 12. und 13. Juli steht das Schreibthema „Unerwünscht“ an. Malen, Sprayen, Straßentheater und Lightpainting-Bilder werden an diesem Wochenende angeboten.

Stolpersteine und auf der Flucht sind erneut Thema am 31. Juli und 1. August. Ein Stadtrundgang mit Spurensuche nach emigrierten Bürgern steht an, außerdem werden Orte aus der Zeit des Nationalsozialismus besucht.

Das Finale fürs Schreiben ist vom 4. bis 7. Oktober angesetzt. Ursula und Kristian Flacke übernehmen den Feinschliff an den Texten. Außerdem bieten sie an, eine Hörspielfassung der Werke zu erstellen.

Während die Druckerei das Buch erstellt, geht’s am 20. Oktober noch einmal durch Usingen. Gunther Demnig verlegt mit den Jugendlichen neue Stolpersteine an Orten, wo früher Juden lebten.

Der große Abschluss ist am 3. November in der Hugenottenkirche in Usingen. Nicht nur das große gemeinsame Buch, mit allen von den Jugendlichen geschriebenen Texten, kommt auf den Tisch. Auch die Kunstwerke und Musikstücke wollen Flacke und ihr Team präsentieren.

Kreative Seite wecken

Uschi Flacke ist sich sicher, dass in allen Kindern und Jugendlichen viel mehr steckt, als sie von sich selbst glauben. Diese Erfahrung hat sie zumindest gemacht. „Alle, die an meinen Projekten teilgenommen haben, waren völlig begeistert und erstaunt, zu welchen Leistungen sie fähig sind.“

Und weil das Thema sich um die jüdischen Schicksale dreht, hat die Autorin auch Dr. Mirjam Andres mit ins Boot geholt. Sie hat zusammen mit Usinger Schülern 2016 für ein Projekt und die Aufarbeitung jüdischer Verfolgung den Förderpreis des Saalburgpreises erhalten.

„Wir möchten die Kreativität fördern“, so das Ziel Flackes, die zugleich Vorsitzende des Hessischen Friedrich-Bödecker-Kreises ist. Dieser engagiert sich im Bereich Bildung und macht sich für die Lesekompetenz von Jugendlichen stark macht (siehe Info-Box).

Keine Teilnahmekosten

Um das ganze auch finanziell auf sichere Füße zu stellen, hat sich Uschi Flacke neben dem Hochtaunuskreis und der Stadtbücherei Usingen auch das Land Hessen mit ins Boot geholt. Und so ist die ganze Veranstaltung für Jugendliche kostenfrei.

Begrenzt ist das Angebot auf 25 Jugendliche, damit am Ende auch noch eine sinnvolle Gruppenarbeit entstehen kann. Niemand muss an allen Projekten teilnehmen, kann aber. Die bunte Mischung des Programms, das ja nicht nur aus Schreiben besteht, ist Absicht. Der Bödecker-Kreis war auch der Grund für Flackes Engagement. Seit Jahren ist sie selbst als Botschafterin des Lesens und der Kunst unterwegs und wirbt dafür, das eigene Potenzial zu wecken. Durch Zufall lernte sie die Vereinigung kennen, in der sie sich seitdem engagiert.

Hier geht’s zur Anmeldung

Anmelden können sich Kinder und Jugendliche beim Jugendbildungswerk, (0 61 72) 9 99 51 41, in der Stadtbibliothek persönlich oder unter (0 60 81) 1 64 44 und natürlich bei Ursula Flacke unter u-flacke@t-online.de.

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