E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 18°C

Trotz Mahnungen: Weilroder verbrauchen zu viel Wasser - Verbote und Bußgelder drohen ab Montag

Von Droht nun auch Weilrod ein Trink- und Löschwassernotstand? Bürgermeister Götz Esser sagte im Bauausschuss, er könne das nicht mehr ausschließen. Sollten die Bürger nicht endlich mit dem Wassersparen beginnen, werde er andere Saiten aufziehen.
Noch laufen die Brunnen wie hier in Winden. Doch auch das könnte wegen der anhaltend trockenen Witterung bald vorbei sein. Noch laufen die Brunnen wie hier in Winden. Doch auch das könnte wegen der anhaltend trockenen Witterung bald vorbei sein.
Weilrod. 

Bisher schien es so, als komme Weilrod, was die Wasserknappheit anbelangt, mit einem blauen Auge davon und als sei regelrechter Wassernotstand das Problem der anderen, Grävenwiesbach zum Beispiel. Das ist vorbei. Sollte sich bis Montag nichts ändern, beim Wetter nicht und auch nicht im Verbraucherverhalten der Bürger, zieht Bürgermeister Götz Esser (FWG) andere Saiten auf.

Es wird dann keine Appelle mehr geben, nach Möglichkeit doch bitte sorgsam mit dem kostbaren Nass umzugehen, sondern echte Verbote: Rasen und Beete dürfen nicht mehr gesprengt und gewässert, Autos nicht mehr gewaschen, private Schwimmbäder nicht mehr befüllt und Gartenzäune nicht mehr mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden, auch wenn es, wie Esser von einem Ertappten dieser Tage erfuhr, bei diesem Wetter „so schön schnell trocknet“.

Enge Kontrollen

Esser ist es ernst. Im Bauausschuss sagte er am Donnerstag: „Wir werden das kontrollieren.“ Es sei ganz einfach, festzustellen, welche Rasen gesprengt werden. Man sehe das sehr gut aus der Luft, das seien die saftig grünen . . .

Wer eigene Brauchwasserreserven in Zisternen, die nicht mit Trinkwasser nachgespeist werden, habe, dürfte seine Pflanzen natürlich damit bewässern. Ausschusschef Arno Hahn (SPD) und der Vorsitzende des Parlaments, Mario Lauth (FWG), finden zwar auch, dass Wasservergeudern die Daumenschrauben angelegt werden sollten, sie glauben aber auch, dass gutes Zureden und selbst die Androhung von Ordnungsgeldern alleine offenbar nicht mehr helfen. Wenn alle Stricke reißen und Bürger Wasser weiterhin anders verwenden als nur zum Trinken, Kochen und Waschen, werden, so Esser, auch empfindliche Ordnungsgelder verhängt. Das Gesetz gebe ihm dafür im Rahmen der Gefahrenabwehr die nötige Handhabe.

Körperlicher Einsatz am Dorfbrunnen

In den meisten Weilroder Ortsteilen gibt es Brunnen. Bislang war es gang und gäbe, dass sich die Bürger dort ihr Gießwasser holten konnten und dies auch taten.

clearing

Elektronische Messverfahren, ergänzt Bauamtsleiter Carsten Filges im Bauausschuss, gäben der Gemeinde die Möglichkeit engmaschiger Kontrollen. Wenn irgendwo im Gemeindegebiet über den Normalbedarf hinausgehende größere Mengen Wasser entnommen werden, falle das auf. Natürlich könne es auch ein Leck in einer Leitung sein, aber eben auch ein Swimmingpool, der gerade gefüllt wird.

Dramatischer Rückgang

Trotz mahnender Hinweise seien die Pegel in den Wassergewinnungsanlagen, Schürfungen und Tiefbrunnen der Gemeinde in den letzten Tagen weiter dramatisch gesunken. Sie führten 40 bis 60 Prozent weniger Wasser als in normalen Zeiten. Währenddessen steige der Wasserverbrauch um 25 bis 30 Prozent, vor allem am Wochenende, beklagt Esser, dass immer noch zu viele Bürger die Zeichen der Zeit offenbar nicht erkennen wollen.

Zwar gebe es in Weilrod noch Wasser, wegen der vor vielen Jahren mit Weitblick und für sehr viel Geld angelegten, alle 13 Ortsteile miteinander verbindenden Ringleitung vielleicht auch mehr als in den Nachbarkommunen. Aber selbst die Ringleitung werde trockenfallen, wenn das Wetter so bleibe wie es derzeit ist und die Bürger nichts an ihrem Verbrauchsverhalten ändern. „Klar, es hat in den letzten Tagen auch mal wieder Niederschläge gegeben, die Platzregen fließen aber praktisch in die Bäche, weil der ausgetrocknete Boden das Wasser nicht aufnehmen kann, was wir brauchen ist ein langer Landregen“, warnt Filges davor, in den Platzregen der vergangenen Tage eine Entwarnung zu sehen. Bis das Regenwasser dorthin gesickert sei, wo man es als Trinkwasser fördern könne, vergingen 30 bis 50 Tage.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen