E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Mehrere Ursachen: Weniger Schüler an der Adolf-Reichwein-Schule

Von Die Adolf-Reichwein-Schule hat einen Rückgang der Schülerzahlen zu verzeichnen. Dies hat gleich mehrere Ursachen.
Der Job des Schulleiters macht Spaß, er ist aber auch stressig: Noch ein Jahr, dann geht Michael Rosenstock in den Ruhestand. Der Job des Schulleiters macht Spaß, er ist aber auch stressig: Noch ein Jahr, dann geht Michael Rosenstock in den Ruhestand.
Neu-Anspach. 

Eigentlich läuft alles an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS). Im Gespräch schwärmt Leiter Michael Rosenstock von der guten Gemeinschaft und ausreichend Platz. Und wenn Lehrer gebraucht werden? „Dann bekommen wir die.“ Trotzdem sind die Schülerzahlen an der Integrierten Gesamtschule (IGS) ein wenig zurückgegangen. So wird es ab dem Schuljahr 2018/2019 nur noch fünf Klassen in der Stufe 5 geben, bisher waren es sechs. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Der allgemeine Rückgang der Schülerzahlen ist einer davon. „Die Grundschulen geben weniger ab“, berichtet der 64-Jährige. Auch hat er beobachtet, dass vor allem aus Wehrheim gleich ganze Gruppen nach Bad Homburg abwandern. Und dann wäre da noch der Sog-Effekt, der von der Helmut-Schmidt-Schule in Usingen ausgeht. „Eine komplett neue Schule ist verständlicherweise attraktiv“, sagt Rosenstock – wohlwissend, dass an seiner Einrichtung einiges zu sanieren wäre.

Es gibt aber noch eine Ursache dafür, dass die Zahl der Schüler von derzeit 1377 zum neuen Schuljahr um geschätzt 50 zurückgehen wird: „Unser System ist zu kompliziert, wir müssen es für die Eltern transparenter darstellen“, meint Rosenstock. Im Gegensatz zu einer Haupt-, einer Realschule oder einem Gymnasium sei die ARS nicht so leicht zu verstehen.

In der IGS werden in den fünften und sechsten Klassen alle Schüler gemeinsam unterrichtet. „Integriertes Team-Modell“ heißt das. Außerdem haben die Kinder der Stufe 5 seit dem Schuljahr 2017/2018 fünf Stunden mehr „Lernzeit“ unter der Aufsicht von Fachlehrern, sind also länger in der Schule, müssen dafür aber keine Hausaufgaben mehr machen. Weil das so gut funktioniert, wird es nach den Ferien auch auf die Stufe 6 erweitert. „Die Schüler werden so intensiv betreut, dass es danach besser läuft. Sie haben dann einfach die nötigen Grundlagen.“

Vom System überzeugt

In der Stufe 7 und 8 werden die Kinder gemeinsam, aber auch „verkurst“ unterrichtet. Das heißt, in Englisch, Mathe und Deutsch gibt es A-, B- und C-Kurse. Erst in der Neunten und der Zehnten werden die Schüler dann entsprechend des von ihnen zu erwartenden Abschlusses eingeteilt: In Haupt- und Realschul- sowie in Gymnasialklassen. Wer Abitur machen will, besucht ab der elften Klasse die gymnasiale Oberstufe an der ARS. Zuletzt haben 80 Schüler die allgemeine Hochschulreife bestanden, im neuen Schuljahr starten 100 junge Leute. „Hier haben wir ein gleichbleibend hohes Niveau“, freut sich Rosenstock.

Jetzt beschäftigen sich an der Einrichtung Lehrer damit, die komplizierte Struktur zu vereinfachen beziehungsweise sie besser zu vermitteln – durch Schaubilder beispielsweise und auch auf der Homepage der ARS. Rosenstock stellt freilich nur die Außendarstellung in Frage, nicht das System Integrierte Gesamtschule, bei dem Schüler mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden: „Davon bin ich überzeugt.“

Auch wenn manche das für ihre Kinder nicht wollen: Er findet es gut, wenn alle Schichten gemeinsam in einer Klasse sitzen, vernünftig miteinander umgehen, mitunter auch Konflikte austragen und keine Vorurteile pflegen – so zumindest die Wunschvorstellung. „Außerdem ist das die logische Fortsetzung der Grundschule.“ Und schließlich weist er noch darauf hin, dass die Kinder an einer IGS nicht zu früh in einen Zweig „einsortiert“ werden. Manche seien an einem Gymnasium überfordert, andere an der Hauptschule unterfordert, an der ARS stünden ihnen alle Bildungsgänge offen.

Alleinstellungsmerkmal

Eine Möglichkeit haben sie ab dem neuen Schuljahr allerdings nicht mehr: Französisch ab der fünften Klasse zu wählen. Künftig ist Englisch für alle die erste Fremdsprache. Ab der siebten Klasse haben die ARS-Schüler dann die Wahl zwischen Französisch, Spanisch und Latein als zweite Fremdsprache. Der Grund: Das Interesse an Französisch ist zurückgegangen. Noch nicht einmal ein Dutzend Schüler hatte die Sprache zum Einstieg gewählt. Rosenstock bedauert dies allerdings: „Es war ein Alleinstellungsmerkmal unserer Schule. Aber es hat nichts genutzt.“

Der Schulleiter ist aber auch zuversichtlich: „Die Stadt hat angekündigt, dass in Neu-Anspach 200 weitere Wohneinheiten gebaut werden. Die Schülerzahlen werden also auch wieder steigen.“

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen