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Bühne des Kulturforums: Wenn der Saal bebt . . .

Auf der Bühne des Kulturforums war schon manch ein Hochkaräter zu Gast. Jetzt kam mit dem Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff das nächste Schwergewicht. Der weltberühmte Chor stellte alle bisherigen Konzerte auf dieser Bühne in den Schatten.
Es war ein perfektes Zusammenspiel von Dirigent Nazar Yatskiv und den 18 Sängern des Don-Kosaken-Chors. Es war ein perfektes Zusammenspiel von Dirigent Nazar Yatskiv und den 18 Sängern des Don-Kosaken-Chors.
Hasselbach. 

Kein geringerer Chor als der Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff stand am Sonntag auf der Bühne des Kulturforums. Wer fehlte, war der Leiter Wanja Hlinka, der krankheitsbedingt durch Nazar Yatskiv ersetzt wurde. Doch wer letztlich vor dem Chor steht, schien gar nicht so wichtig. Die Don Kosaken bewiesen bei jedem Ton ihr geniales musikalisches Können.

Los ging es jedoch mit einer Gedenkminute für die Opfer des Attentates von Paris, zu der MGV-Liederkranz-Vorsitzender Clemens Gattinger das Publikum aufforderte. Dieser totalen Stille im Raum folgte ein fulminanter Einstieg der Don Kosaken. Stimmgewaltig und ohne jegliche technische Hilfsmittel erzeugten sie derart laute, wenngleich völlig harmonische Töne, dass die Zuhörer erst mal zusammenschreckten. Tosender Applaus wollte sich daraufhin noch nicht einstellen. Doch das änderte sich ganz schnell.

18 Männer im schwarzen Hemd, den Gürtel fest unter dem Bauch zugezogen, die Hosenbeine in die schweren Lederstiefel gesteckt, standen mit auf dem Rücken verschränkten Händen im Halbkreis und boten im ersten Teil ausdrucksstarke liturgische Gesänge der russisch-orthodoxen Kirche. Die „Große Bitt-Litanei mit „Vater unser“, „O bete Freund“ und auch „In dulce jubilo“ zelebrierten die Sänger mit regungslosen Gesichtern, dafür mit Stimmen wie aus einer anderen Welt. Das Atmen schien ihnen nicht mehr nötig zu sein, so lange hielten sie die Töne, ließen sie leise und sanft im Saal umherschwirren, um dann ganz langsam an Intensität und Tempo zuzunehmen und auf das fulminante Ende zuzusteuern. Die Klangfarben von hell bis dunkel verschwammen in Harmonien und konnten dennoch exakt herausgehört werden.

Immer wieder stach eine der Superstimmen besonders laut hervor, um sich dann erneut in den Chor einzureihen und einem anderen Sänger den Vortritt zu lassen. So bewiesen die Kosaken fast alle mit einem eigenen Solo ihr fantastisches Gesangstalent. Die stimmlichen Qualitäten jedes einzelnen Sängers rissen die Zuhörer mit. Da baute sich bei jedem Stück so viel Spannung auf, dass diese nur mit langanhaltendem Applaus gelöst werden konnte.

Aber auch den Sängern war die Anstrengung anzusehen. Mit hochrotem Kopf intonierten sie ihren jeweiligen Part. Es dauerte gerade mal vier Lieder, bis die ersten lauten Jubelschreie aus dem Publikum zu hören waren und die ersten sich beim Klatschen von den Plätzen erhoben. Nach einer kurzen Pause ging es genauso stimmgewaltig weiter. Nun kamen die alten und vielen schon bekannten russischen Volksweisen an die Reihe. Und in die legten die Don Kosaken ihre ganze russische Seele, so dass ein tief empfundenes Kribbeln beim Zuhören vom Rücken bis hinunter in die Beine zu spüren war. Die Art, wie die Don Kosaken Lieder wie „Schneegestöber“, „Die Nachtigall“, „Kalinka“ oder auch „Die Abendglocken“ vortrugen, rissen die Zuhörer von ihren Sitzen und brachte dem Chor immer wieder Zwischenapplaus für die Solisten ein.

Erst nach drei Zugaben, bei der die legendären „Jingle Bells“ wie eine Offenbarung erklangen, und der Chor sich als Hommage an das deutsche Publikum an das Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ heranwagte, um dann noch eine besonders unter die Haut gehende russische Melodie erklingen zu lassen, verabschiedeten sich die Don Kosaken und ließen ein völlig begeistertes, aber auch aufgewühltes Publikum zurück.

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