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Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl: Wer wird neuer Bürgermeister?

Von Klaus Hoffmann will Verwaltungschef bleiben, Andreas Moses, Thomas Pauli und Dominic Wachter wollen es werden. Eines ist schon jetzt klar: Für den Amtsinhaber wird es sehr schwer werden.
Klaus Hoffmann Bilder > Klaus Hoffmann
Neu-Anspach. 

Bis heute Abend, 18 Uhr, müssen die Bewerber für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 12. März, ihre Unterlagen bei Wahlleiter Mathias Schnorr abgegeben haben. Bis Freitagabend hatten dies bereits vier Kandidaten getan, und ein fünfter wird wohl kaum in letzter Minute dazu kommen – zumal die Bürgerliste Neue offene Wählergemeinschaft (b-now) erklärt hatte, niemanden nominieren zu wollen. Jetzt also kämpfen Amtsinhaber Klaus Hoffmann (CDU), Parteikollege Andreas Moses, Thomas Pauli (SPD) und Dominic Wachter (parteilos) um den Job des Rathauschefs.

Keine Frage, es wird eine spannende Wahl. In Zeiten, in denen vor allem Populisten mit gefühlten Wahrheiten und weniger mit Fakten Wahlen gewinnen und es die Wähler auch gar nicht kümmert, ob das, was ihnen ein Politiker verspricht oder erzählt, eintreten kann oder stimmt, ist auch in Neu-Anspach alles möglich – der Erfolg der b-now beim Thema Windkraft hat es im zurückliegenden Jahr gezeigt. Und er hat einmal mehr vor Augen geführt: Protest-Parteien schaffen es, ihre Klientel an die Wahlurne zu führen – was den bürgerlichen Parteien immer weniger gelingt.

Wenn sich früher ein Bürgermeister erneut zur Wahl stellte, konnte er sich ziemlich sicher sein, wiedergewählt zu werden. An dieser Stelle sei noch einmal an Gerd Hillen (parteilos) erinnert, der sich während seiner Amtszeit mit so abstrusen Ideen wie einem Bußgeldbescheid für spielende Kinder und der Pferdesteuer nicht eben viele Freunde machte, aber trotzdem gegen den beliebten Politiker und Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) gewann.

Viele Freunde

Diese Zeiten sind vorbei: Klaus Hoffmann ist – angesichts der starken Gegenkandidaten, bei denen alleine Dominic Wachter ein unbeschriebenes Blatt ist – die dritte Amtszeit alles andere als sicher. Noch schlimmer: Er wird nicht einmal alle Stimmen der CDU-Wähler bekommen, denn Andreas Moses, der ehemalige Parteichef der Christdemokraten, ist zwar wegen der Veruntreuung von Mandantengeldern vorbestraft und hat in diesem Zuge auch den Parteivorsitz abgeben, er hat aber immer noch viele Freunde in der Partei – wie sich im Herbst bei der Mitgliederversammlung zeigte, die er mit seinen Anhängern ordentlich aufmischte. Und viele Unterstützer in den Vereinen, in denen er sich seit Jahrzehnten engagiert, hat „der Andi“ auch.

Thomas Pauli, der noch vor sechs Jahren gegen den Bürgermeister mit 35,6 Prozent unterlag, kann, nachdem er erst kürzlich in Sachen Haushalt gemeinsame Sache mit der b-now gemacht hatte, auch mit Unterstützung einiger „Jungpolitiker“ rechnen. Interessant allerdings: Die Grünen, die der Sozialdemokrat noch vor sechs Jahren an seiner Seite hatte, gehören inzwischen zum Wahlkampfteam von Amtsinhaber Hoffmann. Genauso übrigens wie die FWG-UBN und der FDP-Mann Klaus Becker.

Amtsantritt am 1. Juli

Unsicher ist es deshalb derzeit, was sich in der Stadt tut, wenn am 1. Juli möglicherweise ein neuer Bürgermeister sein Amt antritt. Bislang wollen SPD-Politiker Pauli und CDU-Politiker Moses das gleiche: Sie sind gegen eine Erhöhung der Kindergartengebühren, auch wenn diese längst mit dem Stadtelternbeirat abgestimmt ist, und auch gegen eine Schließung des Waldschwimmbades und der Stadtbücherei – verraten aber nicht, wo das Geld stattdessen herkommen soll. Dass die Stadt mehr Gewerbe und neue Bürger braucht, um höhere Einnahmen zu erzielen, das ist nun wahrlich keine neue Idee, und darüber sind sie sich mit Bürgermeister Hoffmann einig.

Schwierige Lage

In Neu-Anspach wird aber auf jeden Fall, so viel ist angesichts der finanziell desaströsen Lage und eines Millionen-Defizits sicher, künftig mehr auf Sparflamme gekocht. Und das nicht nur im neuen Jahr.

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