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Evangelisches Dekanat: Wie Glaube Angst überwinden kann

Von Jede Zeit hat ihre Ängste. Viele davon sind diffus und kaum greifbar. Deshalb hat die evangelische Landeskirche ihren Mitgliedern einen Brief zum Thema „Angst und Mut“ geschickt und darin erläutert, welche Rolle der Glaube dabei spielt. Das Dekanat Hochtaunus hat diese Post aufgegriffen und Menschen danach gefragt, welcher Bibelvers ihnen Mut macht.
Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ ist in seiner Darstellung für nicht wenige Betrachter der Inbegriff eines Menschen in Angst. Foto: Arken Museum (Arken-Museum) Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ ist in seiner Darstellung für nicht wenige Betrachter der Inbegriff eines Menschen in Angst.
Hochtaunus. 

Zwei Mal im Jahr bekommen Protestanten von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Post. In den so genannten Impuls-Briefen nimmt die Landeskirche zu einem aktuellen gesellschaftlich relevanten Thema Stellung. Kürzlich bekamen die Protestanten einen solchen Brief zum Thema Mut und Angst. Das hat nach Ansicht des Dekanats Hochtaunus den Nerv der Zeit getroffen. Und so beschloss Dekan Michael Tönges-Braungart diesen Faden aufzugreifen.

„Menschen hatten zu jeder Zeit Ängste, und jede Zeit hatte wiederum ihre spezifischen Ängste.“ Aber die Zahl der diffusen Ängste habe seiner Meinung nach zugenommen. Und die seien, so der Dekan, oftmals gefährlicher als Furcht vor konkreten Dingen, weil man kein Gegenüber habe, das man meiden könne. „Ängste sind Teil unseres Lebens, und sie schützen uns vor Gefahren. Aber wenn sie außer Kontrolle geraten oder gar krankhaft werden, können sie zu einer schweren Belastung werden. Dann können sie lähmen“, gibt er zu bedenken.

Sorgen werden geschürt

Eine weitere Gefahr sieht er auch darin, dass Sorgen geschürt oder politisch instrumentalisiert werden. Als Beispiel nennt er etwa die Angst vor Überfremdung oder dem Islam. „Man kann Ängste nicht wegdiskutieren, darf sich von ihnen aber auch nicht beherrschen lassen.“ Für Tönges-Braungart ist der Glauben ein wichtiges Instrument, Ängste zu überwinden, und die Impulspost nennt eine passende Bibelstelle aus dem Johannesevangelium Kapitel 33, Vers 16: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Daran hat das Dekanat angeknüpft und in einer Anzeigenaktion rund 20 mehr oder weniger bekannte Menschen im Kreis danach gefragt, welche Bibelstelle ihnen beim Umgang mit ihren eigenen Ängsten hilft.

Wenn der Tod naht

Menschen, die im Hospiz auf ihre letzten Stunden warten, haben zwei große Ängste: Vor Schmerzen und vor Einsamkeit. Das hat Bettina Ruß, Mitarbeiterin des Hospizes Arche Noah und Koordinatorin für ambulante Pflege, festgestellt.

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Am häufigsten wurde dabei eine Stelle aus einem Brief des Paulus an Timotheus genannt. Im 2. Timotheus, Kap. 1, Vers 7 heißt es : „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Vers hilft Elke Barth, Wolfgang Herder, Dr. Albrecht von Kalnein, (alle Bad Homburg), Christiane Ilsemann, (Friedrichsdorf, Götz Esser, Carola Rühl (Weilrod), Thomas Pauli (Neu-Anspach) und Dr. Stefan Ruppert (Oberursel). Ruppert schreibt dazu: „Mich begleitet diese Gewissheit seit vielen Jahren. Gott gibt mir Kraft und prägt mein positives Menschenbild, das jedem Einzelnen etwas zutraut. In all der Aufgeregtheit und dem vorherrschenden Pessimismus unserer Tage sind Zuversicht, Liebe und Besonnenheit für mich persönlich leitende Worte.“

Trost und Zuspruch

Nachdem die Bad Homburger Kirchenmusikerin Susanne Rohn als Schülerin in einer Predigt erfahren hatte, wie es sich anfühlt, „Bei seinem Namen gerufen zu werden“, ist der Bibelvers „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ (Jesaja 43,1) zum Trauspruch und zum Leitspruch ihres Lebens geworden. Für Manfred Kopp, Pfarrer im Ruhestand aus Oberursel, war sein Konfirmationsspruch: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit“, Trost und Zuspruch in schwerer Zeit. Er fand darin Zutrauen zu sich selbst und den Mut seine Zukunft zu gestalten, obwohl sein Vater am letzten Kriegstag noch erschossen worden war, was er kurz nach der Konfirmation erfuhr.

Fürchtet Euch nicht!

Millionen von Menschen leiden in Deutschland unter Angststörungen. Darauf weist die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) auf der Webseite

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