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Taktik, Teams und tolle Technik: 112. Oberurseler Seifenkistenrennen: Fesche Flitzer unterwegs

Mit dem 112. Oberurseler Seifenkistenrennen ist am Samstag der Orscheler Sommer zu Ende gegangen. 25 Kinder- und 18 Erwachsenenteams waren am Start. Die etwa 400 Zuschauer bekamen tolle Gefährte zu sehen.
Dennis war mit Vater, Bruder und Tonnenkiste gekommen. Bilder > Dennis war mit Vater, Bruder und Tonnenkiste gekommen.
Oberursel. 

„Es ist wie Fahrradfahren, nur anders“, erklärte Nele, wie sich Seifenkistenfahren anfühlt. Die Achtjährige lenkte am Samstag eine von 25 Seifenkisten beim 112. Oberurseler Seifenkistenrennen, dem achten Wettkampf in der Strackgasse. Sie zählte zu den wenigen Mädchen im Teilnehmerfeld des Kinderrennens, das fest in „Männerhand“ zu sein schien.

Einer, der sein Gefährt so richtig aufgerüstet hatte, war der elfjährige Leonhard. Denn seine Kiste überstrahlte alle anderen durch die Lichterkette, die er mit seinem Opa an der Maschine angebracht hatte. „Ich wollte schon immer Licht an meiner Seifenkiste haben, das sieht einfach schöner aus“, erzählte Leonhard stolz.

Doch damit nicht genug: Eine Hupe und eine Kamera vervollständigten die Zusatzausstattung seiner Seifenkiste. „Die Kamera habe ich schon an meinem Fahrrad getestet, sie funktioniert. Damit nehme ich meine Läufe hier auf“, erläuterte er professionell. „Vor zwei Jahren habe ich die Seifenkiste mit meinem Opa gebaut, und wir werkeln immer wieder daran. Das macht einfach Spaß“, sagte Leonhard.

Und um Spaß gehe es ihm auch beim Rennen durch die Strackgasse. Die Platzierung sei ihm nicht so wichtig, dennoch habe er in diesem Jahr etwas Luft aus den Reifen gelassen, um weniger Druck zu haben und schneller zu sein.

Die 13 Jahre alten Zwillinge Patrick und Dennis sind alte Hasen beim Orscheler Seifenkistenrennen. „Wir sind schon zum sechsten Mal dabei, und ich war einmal Erster, mein Bruder einmal Dritter“, berichtete Patrick und schaute seinen Bruder grinsend an.

Die beiden sausten in einer grünen Tonne rund 150 Meter der Strackgasse hinunter und wechselten sich bei den insgesamt sechs Läufen mit dem Fahren ab. „Es ist ein ewiger Konkurrenzkampf zwischen den beiden“, sagte Vater und Coach Jürgen Derleth lachend. Die aus Schöneck stammende Familie nimmt zwar auch noch an anderen Seifenkistenrennen teil, jedoch sei das in der Taunusstadt ihr Favorit.

Und während der Vater über Orschel sinnierte, überlegten sich die Jungs ihre Taktik fürs Rennen: „Es geht darum, sich möglichst klein zu machen und zu ducken, damit man schneller runterkommt“, sagte Patrick. Sein Bruder Dennis ergänzte: „Und natürlich ist es wichtig zu lenken, um nicht gegen die Heuballen, die die Strecke absichern, zu knallen.“

Diesen Tipp beherzigte auch Nele, die hochkonzentriert in ihrer Kiste saß und diese sicher und souverän ins Ziel lenkte. Dabei wurde sie von großen und kleinen Fans an der Strecke kräftig angefeuert, denn bei der Kiste handelte es sich um eine Teamkiste der Kita Regenbogenland, die sogar mit zwei Fahrzeugen, die während der Projektwoche des Kindergartens gebaut wurden, an den Start ging. Neles Kiste war mit der Heiligen Ursula geschmückt. Am Ende reichte es für Nele und ihre drei Mannschaftskollegen für den 19. Platz. Leonhard wurde 11. und die Zwillinge fuhren auf Platz 13.

Freude am Fahren

„Dabei sein ist alles“, lautete auch das Motto beim Erwachsenenrennen. Und allein an den Verkleidungen und der großartigen Stimmung war zu merken, dass es den Teilnehmern einfach um die Freude am Fahren und nicht ums Kräftemessen ging. So sausten schnittige Schlitten sowie Wikingerschiffe durch Nebelschwaden, und begleitet von bunten Lichtspots und jeder Menge Jubel, durch die Altstadt. Extra prämiert wurde Stefan Röder, der als Biene Maja verkleidet auf einem als Blüte umgestalteten Wagen ins Rennen ging. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) versuchte sich nach erfolgreicher Premiere 2015 noch einmal als Seifenkistenrennfahrer. „Er war auch besser als im vergangenen Jahr und lag auch lange Zeit in Führung, bevor er jedoch eingeholt wurde“, meinte Peter Macho, Organisator des Seifenkistenrennens. Auch die Gäste aus den Partnerstädten Rushmoor und Epinay, die am Wochenende zu Gast waren, stiegen in die Seifenkiste, ebenso der frühere Stadtverordnetenvorsteher Dr. Christoph Müllerleile (OBG), der noch flotter unterwegs war als Brum.

Super und großartig

„Super Sommer“ – so lautet das knackige Fazit von Dirk Müller-Kästner, Vorsitzender des organisierenden Vereins Kunstgriff, zum Verlauf des Orscheler Sommers.

clearing

„Nachdem wir im vergangenen Jahr mit über 40 Teilnehmern bei den Kindern überrannt wurden, haben wir die Zahl in diesem Jahr auf 25 beschränkt“, erläuterte Macho. Das sei besser, denn so müssten die Kinder bis zu ihrem nächsten Lauf nicht so lange warten.

Und noch eine Neuigkeit gab es in diesem Jahr: Erstmals wurden nicht nur die besten und schlechtesten Zeiten prämiert, sondern auch die Teilnehmer, die am konstantesten fuhren. Dies war bei Erwachsenen das Team Derleth (Vater mit den Zwillingen) und bei den Kindern Max Faßbinder, der auch die Kinderwertung an sich gewann – vor Laurenz Schramm und Wolf Nüchter. Bei den Erwachsenen siegte Katrin Ramert vor Stefan Gürtler und dem Strackgassenteam.

Die komplette Ergebnisliste will der Verein Kunstgriff im Internet auf www.orschelerseifenkistenrennen.de veröffentlichen.

 

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