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Krach an der Parteispitze schlägt hohe Wellen: AfD-Basis: Zur Not auch ohne Lucke

Seit Wochen ringen Bernd Lucke und Frauke Petry in einem innerparteilichen Machtkampf über die künftige Ausrichtung der Alternative für Deutschland (AfD). Das drückt auch im Taunus, einer Hochburg der Partei, auf die Stimmung. Führende Mitglieder aus dem Taunus rechnen damit, dass Lucke beim Bundesparteitag im Juni entmachtet wird.
Noch im November 2014 trat Bernd Lucke in der Stadthalle Oberursel auf. Nun droht die Basis dem AfD-Chef mit einem Denkzettel. Foto: NOys Noch im November 2014 trat Bernd Lucke in der Stadthalle Oberursel auf. Nun droht die Basis dem AfD-Chef mit einem Denkzettel.
Hochtaunus.  An der Spitze der Alternative für Deutschland (AfD) tobt seit Wochen ein sich stetig zuspitzender Machtkampf zwischen Parteigründer Bernd Lucke und Bundessprecherin Frauke Petry. Dieser geht auch nicht spurlos am Taunus, der Wiege der Euroskeptiker, vorbei. Doch während sich die Medien mit Nachrufen auf die 2013 gegründete AfD überschlagen, hofft die hiesige Parteibasis, dass der Landesparteitag, der für Mitte Juni in Kassel geplant ist, einen Weg in die Zukunft weist. Selbst wenn dieser ohne den AfD-Chef beschritten wird.

Peter Münch, der jüngst als Sprecher des AfD-Kreisverbandes Hochtaunus wiedergewählt wurde, glaubt, „dass sich nach den letzten Tagen einige von der AfD trennen müssen oder wollen. Eine Alternative zu gründen und dann zu erklären, dass manche Positionen alternativlos seien, damit wird sich Bernd Lucke nicht durchsetzen können“. Sollte Lucke sich aus der Partei verabschieden, sei das zwar bedauerlich. Aber: Ein Ergebnis in der innerparteilichen Auseinandersetzung sei nun erforderlich. „Es kann nicht sein, dass man die programmatische Diskussion durch einen Mitgliederentscheid in sieben Einzelpunkten klären kann. Das ist eine Art, wie politische Arbeit nicht gedeihlich vonstatten gehen kann“, wettert Münch gegen den Führungsstil des AfD-Chefs.

 „Wir würden ganz gerne im nächsten Jahr einen unbelasteten Kommunalwahlkampf machen“, sagt Peter Lutz, seit Anfang Mai stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbandes Hochtaunus. „Bernd Lucke ist Professor und hat auf dem Lehrstuhl als Alleinherrscher regiert. Ihm wird nachgesagt, er sei zu schwach. Wenn er auf den Tisch haut, ist das auch nicht recht“, umreißt Lutz den Führungsstil des streitbaren Wirtschaftsprofessors. Doch selbst wenn sich der Parteigründer in Kassel aus seinen Ämtern gedrängt werde, bedeute dies nicht das Ende der AfD.

Auch Thomas Pietsch, AfD-Ortssprecher aus Oberursel, ist bemüht, „diese Querelen an der Parteispitze so weit es geht auszugrenzen.“ Das Zerwürfnis zwischen Bernd Lucke und Frauke Petry habe man schon Ende Januar auf dem Bundesparteitag beobachten können. Beim Bundesparteitag   in drei Wochen „werden die nötigen Entscheidungen fallen“, ist Pietsch überzeugt.
Was die AfD-Mitglieder aus dem Taunus zur geforderten Abgrenzung von rechtspopulistischen Forderungen sagen und wie sie hoffen, die innerparteilichen Auseinandersetzungen beizulegen, lesen Sie in der morgigen Ausgabe der Taunus Zeitung. mov
 
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