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Nein zur Temporeduzierung: „Argumente nicht nachvollziehbar“

Die Stadt hat geprüft, beraten und beschlossen: Es gibt keine Temporeduzierung in der Cheshamer Straße – trotz Unterschriftenaktion der Bürger. Das wollen die Initiatoren der Aktion aber nicht so einfach hinnehmen.
Der Verkehrsspiegel vor der Seniorenresidenz in der Cheshamer Straße reicht den Initiatoren der Unterschriftenaktion nicht. Der Verkehrsspiegel vor der Seniorenresidenz in der Cheshamer Straße reicht den Initiatoren der Unterschriftenaktion nicht.
Friedrichsdorf.. 

Knapp 200 Unterschriften haben Gunther Lunau, Dr. Dieter Hondelmann und Ernst Schmidt gesammelt. Damit wollten sie die Forderung vieler Friedrichsdorfer zum Ausdruck bringen, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von Tempo 50 auf einem Abschnitt in der Cheshamer Straße auf Tempo 30 reduziert werden soll. Umso enttäuschter waren sie aber, als bekannt wurde, dass ihr Anliegen im Rathaus nicht auf Zustimmung stieß.

Wie in dieser Zeitung berichtet, begründeten Lunau und seine Mitstreiter ihren Vorstoß damit, dass es derzeit sehr gefährlich für Autofahrer sei, wenn sie aus einer Seitenstraße auf die Cheshamer Straße einbiegen wollen. Denn die in einem Bogen verlaufende Hauptstraße sei an dieser Stelle nur für wenige Meter einsehbar. Daher, so die Initiatoren, sei es wichtig, das Tempo auf der Cheshamer Straße zu reduzieren, um auch die Gefahr eines Unfalls zu minimieren. In der Vergangenheit habe es wegen der Unübersichtlichkeit schon eine ganze Reihe von Beinahe-Unfällen gegeben, wenn ein Auto sich mit Tempo 50 der Einmündung genähert habe.

Glas läuft an

Die Stadt Friedrichsdorf hatte – sozusagen als Kompromiss – Verkehrsspiegel anbringen lassen, der den Einbiegenden einen besseren Blick in die Hauptverkehrsstraße ermöglichen soll. Doch damit sind die Anwohner nicht zufrieden. Die Gefahren seien dadurch mitnichten ausgeräumt, argumentieren sie. Denn es gäbe Wetterlagen, bei denen das Spiegelglas anlaufe und somit die sich nähernden Autos nicht erkennbar sind, sagen sie. Gerade in der feucht-kalten Jahreszeit sei dies der Fall.

Ernst Schmidt vom Verwaltungsbeirat der Taunusresidenz erinnert daran, dass selbst ein städtischer Bediensteter, der eine Überprüfung der Verkehrssituation in der Cheshamer Straße vorgenommen habe, zu dem Ergebnis gekommen sei, dass „ein Sicherheitsgewinn mittels Geschwindigkeitsbeschränkung nicht abgestritten werden“ könne. Umso verwunderlicher sei es, dass diese Feststellung nicht zu den erforderlichen Konsequenzen, sprich: Geschwindigkeitsbegrenzung, geführt habe.

Die Initiatoren Lunau, Hondelmann und Schmidt glauben in Friedrichsdorfs Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) den Schuldigen ausgemacht zu haben, warum ihr Vorstoß abgelehnt wurde. Denn sie sind der Auffassung – anders als die Stadt – dass die neue Rechtslage eine Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Cheshamer Straße zulasse. „Aber er will halt nicht“, sagt Hondelmann über den Rathaus-Chef.

Auf 350 Metern

Hondelmann und Co. halten die Argumente der Stadt nicht nachvollziehbar. Die hatte unter anderem angeführt, dass bei einer Geschwindigkeitsreduzierung der Busfahrplan nicht eingehalten werden könne. „Wir reden hier über eine Fahrtverzögerung von wenigen Sekunden“, sagt Lunau. Denn die Strecke auf der Tempo 30 gelten solle, liege zwischen zwei Haltestellen und sei gerade mal 350 Meter lang.

Und einmal in Fahrt ergänzt er, dass „selbst kleinste Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aller betroffenen Autofahrer, die sehr wenig Geld kosten, abgelehnt wurden“. Damit spielt Lunau auf die Ausfahrt der Taunusresidenz in der Cheshamer Straße an, die mit einem nach Süden (abwärts) ausgerichteten Spiegel für etwa 50 Autofahrer der Wohnanlage die Situation entschärfen könne. Auch hier wollte die Stadt keinen Spiegel anbringen. „Es wäre traurig, wenn erst ein Verkehrsunfall mit schwerwiegenden Folgen zu einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit führen würde.“

(hab)
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