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Straßenbeleuchtung: Auch Glashütten will auf LED-Lampen umrüsten

An der energiesparenden LED-Technik für die Straßenbeleuchtung in Glashütten führt kein Weg vorbei. Doch um das Procedere gibt es Hickhack.
Seit 2015 können die Bürger an der Kirche zwischen alter (links) und neuer Beleuchtung (rechts) vergleichen. Seit 2015 können die Bürger an der Kirche zwischen alter (links) und neuer Beleuchtung (rechts) vergleichen.
Glashütten. 

Schon seit fast drei Jahren sind einige Straßenlaternen im Schloßborner Weg gegenüber vom Glashüttener Rathaus mit LED-Technik ausgestattet. Dabei soll getestet werden, wie es sich mit den 4000 Kelvin starken LEDs leben und vor allem sehen lässt. Ob die Menschen in Glashütten jedoch zeitnah – sprich: noch in diesem Jahr – von weiteren Leuchtdioden (LED) erhellt werden, scheint nach der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses doch noch ein wenig im Dunkeln zu liegen.

Dort nämlich beleuchteten die Vertreter von SPD, CDU, FWG, FDP und Grünen zur Vorbereitung der ersten Gemeindevertretersitzung im neuen Jahr am heutigen Freitag den Tagesordnungspunkt 1: „Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik; hier: Beratung und Beschlussfassung“. Beraten haben sie, der Beschluss im Ausschuss jedoch fiel dann nicht wie erwartet einhellig aus.

Zum Hintergrund: Nachdem schon über 110 hessische Städte und Gemeinden auch mit finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes ihre Straßenleuchten auf energiesparende LED-Technik umgerüstet haben, sollten endlich auch in Glashütten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Im Haushalt, der in der letzten Sitzung der Gemeindevertreter im Dezember einmütig beschlossen wurde, hatte Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (parteilos) nicht umsonst rund 200 000 Euro für die Maßnahme eingestellt.

Doch es kam anders: Statt einhellig zu beschließen, die Syna als Eigentümerin der Straßenbeleuchtung zu beauftragen, gab es eine eher diffuse Stimmungslage, die vor allem von den Christdemokraten ausgelöst worden war.

Die CDU ist es dann auch, die am Freitag per Antrag fordert, die Gemeinde solle sich vor einer endgültigen Entscheidung durch die Hessische Landes Energie Agentur beraten lassen. Fraktionschef Klaus Hindrichs: „Die Syna hat im Auftrag des Gemeindevorstandes ein Angebot zur Umrüstung auf LED Technik erstellt. Das Gleiche gilt für den Förderantrag zur Umrüstung der Beleuchtung. Man kann aber ein Angebot nur bewerten, wenn man den fachlichen und kaufmännischen Hintergrund hat.“ Gerade eine kleine Verwaltung wie in Glashütten, die kein Personal für jedes Fachgebiet bereitstellen könne, profitiere von dem kostenfreien Angebot des Landes Hessen, sich bei diesem Thema beraten zu lassen. „Warum nutzen wir dann nicht die Chance?“, so Hindrichs

Unverständnis bei SPD

„Das haben wir doch getan“, konterte die Ausschussvorsitzende Angelika Röhrer (SPD) auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die Hessen Agentur hat doch den Förderantrag bereits durchgewunken, und wir werden gefördert“, stellt die Sozialdemokratin klar: „So wie in der HFA-Sitzung angeregt, lautet unsere Empfehlung, noch einmal von der Syna prüfen zu lassen, ob an bestimmten Stellen – über die genauen Standorte wurde noch nicht nachgedacht – statt der geplanten 4000er Kelvin LEDs auch 3000er eingesetzt werden können“, fasst sie das Ergebnis der Diskussion zusammen. Sie selbst habe sich zudem in Idstein die umgerüsteten Straßenleuchten angeschaut. „Mit dem Ergebnis, dass der Unterschied für mich jedenfalls nicht erkennbar war.“

Und auch auf die Frage, ob es wissenschaftlich haltbare Untersuchungen über die Auswirkungen der LEDs im öffentlichen Raum gebe, hat sie keine Antwort gefunden. „Das Internet gibt nichts her und Menschen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, haben dazu bislang nichts Fundiertes geäußert“, so Angelika Röhrer. Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg sieht es ähnlich: „Die Syna hat den Prozess nicht nur für uns, sondern für zahlreiche Gemeinden – Beispiele: Idstein oder Hünstetten – durchgeführt. Ich könnte nicht verstehen, wenn wir jetzt noch einmal anfangen, über die Farbe des Lichts zu diskutieren“, so die Rathauschefin.

Förderquote ausschöpfen

Für die CDU ist das alles zu wenig: „Weder unsere Nachfrage, welche Rückmeldungen der Verwaltung aufgrund der Musterlampen vorliegen, noch die Frage zu einer möglichen Nachtabsenkung, mit der unter Umständen eine höhere Förderung möglich wäre, wurden beantwortet“, gibt Hindrichs zu Protokoll. Und weiter: „Das Förderprogramm ermöglicht in Abhängigkeit der Energieeinsparung eine Quote von 20 bis 30 Prozent, das vorliegende Angebot jedoch weist nur eine Förderquote von 12,5 Prozent aus. Da muss man doch nachfragen, anstatt Anfragen oder Anträge der CDU durch die Ampelmehrheit erst gar nicht zuzulassen.“

Immerhin: Grundsätzlich einig sind sich wohl alle, dass Einsparungen wie in Idstein, wo der Kämmerer von rund 60 000 Euro Einsparpotenzial ausgeht, schnell umgesetzt werden sollen. Ganz abgesehen vom Umweltaspekt. Und Interessierte haben am Freitag vor und nach der Sitzung der Gemeindevertreter Dank der Leuchten direkt gegenüber vom Rathaus die Chance, sich selbst ein Bild zu machen.

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