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Prozess: Autofahrer jagt Krad-Fahrer

Von Ein aggressiver, 32-jähriger Autofahrer aus Wiesbaden hat einen 17-jährigen Krad-Fahrer bis in den Neu-Anspacher Stadtteil Rod am Berg verfolgt. Später soll er ihn mitsamt seinem Krad umgestoßen haben. Die Verhandlung endete nun ohne Urteil, weil der junge Kradfahrer nicht zur Verhandlung erschienen war.
Foto: Arne Dedert (dpa)
Bad Homburg. 

Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die beim Amtsgericht Bad Homburg gegen einen 32 Jahre alten Autofahrer aus Wiesbaden erhoben werden. Laut Anklage hat er am 19. August vergangenen Jahres, gegen 21.30 Uhr, mit von Neu-Anspach aus einen 17-jährigen Kradfahrer aus Rod am Berg bis in seinen Heimatort verfolgt und bedrängt. Dabei sei der 32-Jährige dicht hinter dem Zweiradfahrer hergefahren, um ihn mit aufheulendem Motor zum Anhalten zu zwingen, schilderte die Oberstaatsanwältin. Der junge Mann konnte der gefährlichen Verfolgung zunächst dadurch entgehen, in dem er in Rod am Berg in eine Straße einbog, die durch zwei Pfosten für Autos gesperrt war.

Doch der 32-jährige Angeklagte ließ sich nicht abschütteln. Zu Fuß passte er sein Opfer am anderen Ende der Straße ab. Dort habe er den 17-Jährigen samt seines 125er Kubik-Krades umgestoßen und bedroht. Trotz einer schmerzhaften Knieprellung konnte der junge Mann zu Fuß flüchten.

Der 32-Jährige musste er sich wegen der über ein Jahr zurückliegenden Tat bei Gericht verantworten. In der Verhandlung versuchte er, sein damaliges Verhalten zu rechtfertigen.

Laut seiner Schilderung hatte der 17-Jährige ihn etwa vier Wochen vor der Tat mit seinem Krad in Neu-Anspach geschnitten und danach noch den Mittelfinger gezeigt. Deshalb habe er ihn beim erneuten Aufeinandertreffen zur Rede stellen wollen. „Sie haben wohl eine kurze Lunte“, hielt ihm die Richterin vor, wobei sie auf andere Verkehrsverstöße des Angeklagten verwies.

Einige Vorstrafen

Der hatte zum Beispiel bei einer Auseinandersetzung mit einem Autofahrer diesem heftig auf das Dach geschlagen. Dafür hatte der Wiesbadener vom Gericht ein Fahrverbot erhalten. Auch die jetzt angeklagte Tat dürfte nicht folgenlos bleiben. Dass es nun zu keinem Urteil kam, lag daran, dass der junge Kradfahrer aus unbekanntem Grund nicht zur Verhandlung erschienen war. Dennoch gab es durch die Schilderung von Zeugen Hinweise, die den Anklagevorwurf untermauerten.

Aufgelöst und verängstigt

Wie von zwei Zeugen aus Rod am Berg aussagten, war der 17-Jährige damals völlig aufgelöst und verängstigt auf sie zugelaufen und habe gerufen: „Hilfe, Hilfe, ich muss die Polizei anrufen, ich werde verfolgt“. Doch das habe er vor lauter Aufregung gar nicht gekonnt. Deshalb hatte eine Zeugin die Polizei verständigt. Der junge Mann sei völlig außer Atem gewesen und er habe auch noch seinen Helm aufsitzen gehabt, erzählten die Zeugen.

Ein anderer sagte aus, dass der Angeklagte den Schlüssel vom Krad abgezogen und stattdessen einen Zettel mit der Aufforderung angebracht habe, sich diesen bei ihm abzuholen.

Der Angeklagte wies die meisten Vorwürfe zurück. Er habe nur mit dem jungen Mann wegen des Mittelfingers reden wollen. Er habe ihn auch nicht mit dem Krad umgestoßen. Das habe der junge Mann einfach fallen lassen. „Und woher hat er seine Knieprellung“? fragte die Richterin, ohne eine überzeugende Antwort zu bekommen. Auskünfte kann der Kradfahrer selbst bei Fortsetzung am 9. Oktober geben.

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