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Bei Incognito ist immer ein Schmunzeln dabei

Die Nacht der Chöre, mit der elften Vorstellung seit 2004 bereits zur schönen Tradition geworden, füllte am Freitag wieder beide Kirchen, Sankt Marien und die Schlosskirche.
Bad Homburg. 

Das Ave Maria zu vertonen war im Verlaufe langer Jahrhunderte sehr vielen Komponisten ein Bedürfnis. Und was lag näher, als in Sankt Marien am Freitagabend das Chorkonzert mit einem solchen zu eröffnen? Die 15 Sänger von Vocapella unter ihrem Dirigenten Tristan Meister hatten das Werk von Jacob Arcadelt (1504-1562) gewählt.

Vocal und a capella – von Singstimmen klingend und ohne instrumentale Begleitung – hat der Chor für seinen Namen gewählt und sich mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Hiervon konnten sich die Zuhörer in der voll besetzten Kirche überzeugen!

Sie hörten konzentriert einen barocken Gesang, dann aus der Hochromantik Felix Mendelssohn Bartholdys (1809-1847) „Beati mortui“ und aus der Spätromantik mit Einklang und Erhebung aus den sechs geistlichen Liedern von Hugo Wolf (1860-1903) also völlig unterschiedlich geartete Musik.

Sehr fein übernahmen die Sänger die Weisungen ihres Dirigenten, sangen mit sauberer Intonation und breiten dynamischen Fähigkeiten, artikuliert die Texte. Nur selten bröckelte ein Einsatz oder Schlussakkord, was bei nur 15 Sängern trotz höchster Konzentration sich kaum vermeiden lässt.

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) war im Programm vertreten mit „Bushes and briars“ und „Loch Lomond“. Nach einem Lied von Vytautas Miskinis (*1954) – die Sänger standen weiträumig verteilt im Altarraum, die Sequenzen begannen jeweils mit vertrauten Harmonien und endeten disharmonisch bis zum versöhnenden Schlussakkord – brach die Begeisterung der Zuhörer durch. „Wie schön bist du, freundliche Stille, himmlische Ruh“ – gemeint ist Die Nacht von Franz Schubert (1797-1828) und, behutsamst intoniert von 15 Männerstimmen, konnte das nur Schauer auslösen. Ebenso ergreifend die Musik von Morten Lauridsen (*1943) zu „O magnum Mysterium“. Jubelnde Zuhörer dankten dem Chor nach der Zugabe des „Ave Maria“ von Franz Biebl (1906-2001).

Der Veranstalter der Nacht der Chöre, der Lions Club Bad Homburg – Weißer Turm, vertreten durch Karl-Ulrich Schweizer, dankte den Spendern und Sponsoren und bat nun in den Schlosshof zum nächsten Konzert.

Vergnüglich heiter waren die Darbietungen der 11 Sängerinnen und Sänger von Incognito. Lust am Singen verbindet sie seit über 20 Jahren. Mit den ersten Tönen übertrug sich dies auf die Zuhörer. Ob nun der Markt in Köln besungen wurde, die Martinsgans oder auch „The Star of County down“, immer war für ein Schmunzeln gesorgt. Dies wurde unterstrichen durch Rezitationen über „Die Brille“ von Christian Morgenstern, „Rotkäppchen für Mathematiker“ oder „Die Sprache und ihre Lehrer“ von Friedrich Rückert.

Unter der Leitung von Ulrike Pantzner und Hans-Dieter Müller besticht auch dieser Chor durch die Ausgewogenheit seines Zusammenklangs, den die Sänger ohne Dirigenten erreichen. Die Zuhörer waren zu recht restlos begeistert.

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