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Erste Flüchtlinge treffen in der Notunterkunft ein: Bei Nacht und Nebel

Von In 25 Minibussen sind in der Nacht von Montag auf Freitag 194 Flüchtlinge in der ehemaligen Turnhalle in der Frölingstraße eingetroffen. Doch schon im Laufe des Dienstags wurden sie zurück nach Gießen transportiert. In der Kreisverwaltung rechnet man derweil damit, dass bis Jahresende noch 670 weitere Flüchtlinge im Hochtaunus ankommen.
In einer eiskalten Nacht trafen die ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft in der Frölingstraße ein. In einer eiskalten Nacht trafen die ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft in der Frölingstraße ein.
Hochtaunus. 

Es war eine halbe Stunde nach Mitternacht, als der erste Minibus an der Notunterkunft in der Frölingstraße eintraf, 24 weitere sollten folgen. Insgesamt wurden 194 Flüchtlinge in der Nacht von Montag auf Dienstag nach einem kurzen medizinischen Check und mit Lebensmitteln versorgt in der Turnhalle einquartiert. Bei den Flüchtlingen, die aus der überfüllten Erstaufnahme Gießen in die Kurstadt gebracht worden waren, handelt es sich um Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Reibungslose Arbeit

Wie bei der Aufnahme in der Notunterkunft in Oberursel verlief auch die erste Einweisung in Bad Homburg dank der vor Ort zügig unterrichteten Organisationen ohne Probleme. In Empfang genommen wurden die Flüchtlinge, darunter auch etliche Familien, bei eisiger Kälte von Helfern des DRK, der Feuerwehr, der Malteser, von Soldaten der Bundeswehr, etlichen Dolmetschern sowie allerhand politische Prominenz. Neben Landrat Ulrich Krebs und Bad Homburgs OB Alexander Hetjes waren auch Erster Kreisbeigeordneter Uwe Kraft (alle CDU) und Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD) an Ort und Stelle. „Die komplette Vorbereitung lief auch in Bad Homburg absolut reibungslos und mit großem Einsatz aller Beteiligten ab“, lobte Krebs, dessen besonderer Dank einmal mehr den Helfern galt. „Die Flüchtlinge haben nun erst einmal ein Dach über dem Kopf und werden mit dem Notwendigsten versorgt“, so Hetjes. Erstaunlich nur: Im Laufe des Dienstags leerte sich die Halle wieder. Alle 194 Flüchtlinge wurden nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft zurück nach Gießen transportiert, wo sie am Montag vorab registriert worden waren.

Die Sporthalle in der Frölingstraße bietet Platz für knapp 350 Menschen. Das nächste Kontingent – rund 50 Personen – werden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erwartet. Von Samstag auf Sonntag soll dann noch mal eine größere Zahl an Flüchtlingen ankommen. Allerdings ist der zweite Termin noch nicht 100 Prozent. Nachdem der Kreis und die Städte Bad Homburg und Oberursel die Logistik vor Ort zur Verfügung gestellt haben und die ersten Flüchtlinge untergebracht sind, will sich das Land Hessen jetzt in Zusammenarbeit mit dem Kreis um die Einrichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) im Hochtaunuskreis bemühen. Verschiedene Standorte wurden bereits besichtigt. Die Entscheidung für einen möglichen Standort im Hochtaunuskreis trifft am Ende das Land Hessen. Angeblich sind noch die alten Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg und das Schulungszentrum der Deutschen Bank in Kronberg in der engeren Auswahl.

Kreisbeigeordnete Hechler hat nach Informationen dieser Zeitung die Prognosen für die Flüchtlingszahlen bis Jahresende vorgelegt. Demnach werden für den Hochtaunuskreis noch 670 Flüchtlinge erwartet, davon soll die Stadt Bad Homburg wohl noch rund 70 aufnehmen. Damit würde sich die Zahl der Flüchtlinge auf rund 2600 erhöhen; hinzu kommen noch die bald 1000 Menschen in den beiden Notunterkünften. OB Hetjes wollte die Zahl für Bad Homburg gestern weder bestätigen noch dementieren, sagte aber: „Wir bekommen noch ein gewisses Kontingent unter. Bis zum Jahresende sind wir gerüstet.“

Bürgertelefon

Der Kreis hat ein Bürgertelefon eingerichtet, an das sich Interessenten bis auf Weiteres jeweils von montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr wenden können, um Fragen zu stellen und Informationen zur aktuellen Situation zu erhalten.

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