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Maria-Ward-Schule: "Bermuda-Dreieck" ist eine Schülerzeitung der anderen Art

Kritisch, komisch und kreativ – das ist die Schülerzeitung der Maria-Ward-Schule. Gemacht wurde sie bisher von nur drei Schülerinnen, aber das ändert sich gerade.
Das bisherige Team der Schülerzeitung mit seinen Nachfolgerinnen: Celina Mia Mühlhausen, Valeria Firlé, Carina Simon, Merle Köpler, Inga-Maria Heinzel, Sarah Schlageter und Charlotte Ufer (von links). Foto: Jochen Reichwein Das bisherige Team der Schülerzeitung mit seinen Nachfolgerinnen: Celina Mia Mühlhausen, Valeria Firlé, Carina Simon, Merle Köpler, Inga-Maria Heinzel, Sarah Schlageter und Charlotte Ufer (von links).
Bad Homburg. 

Alles steht im Zeichen des Dreiecks, sowohl inhaltlich als auch graphisch. Es ist auf jeder Seite zu sehen und natürlich auf dem Titel. Schließlich ist es namensgebend: „Bermuda-Dreieck“ heißt die Schülerzeitung der Maria-Ward-Schule. An jeder Ecke des Dreiecks setzt eine Linie an, so dass ein K entsteht – eines für kritisch, eines für komisch und eines für kreativ. In diese drei Kategorien lassen sich die Themen der Zeitung einordnen. Alle Achtung – dieses Logo und die inhaltliche Struktur zeigen, dass sich die Gründerinnen des Blatts, Valeria Firlé (19), Sarah Schlageter (18) und Charlotte Ufer (20), viele Gedanken gemacht haben.

Die interessierten und engagierten Schülerinnen hatten vor rund eineinhalb Jahren die Idee, eine Schülerzeitung aufzulegen. Auf den Namen seien sie gekommen, da sie in der Pause immer im Dreieck zusammensaßen und quatschten, erzählen sie. Dieses Dreieck habe niemand kreuzen dürfen, der nicht Gefahr laufen wollte, dass die drei Freundinnen sich beschwerten. Zwar steht ihnen Lehrerin Christine Präckel bei Bedarf zur Seite, liest auch ganz am Ende Korrektur, aber grundsätzlich machen sie alles in Eigenregie, sprechen sich ab, planen, schreiben und gestalten nach ihren Vorstellungen. Präckel hatte vor der Gründung des „Bermuda-Dreiecks“ rund zwei Jahre lang eine Schülerzeitung gemacht. „Das war aber mehr ein buntes Blättchen, mehr eine Illustrierte“, sagt sie. „Das ,Bermuda-Dreieck’ hat ein komplett anderes Konzept und ist viel anspruchsvoller.“

Klare Aufgabenteilung

So wird in jeder Ausgabe des im DIN-A5-Format erscheinenden rund 30 Seiten starken Hefts ein Tabu-Thema behandelt wie Depression oder Inklusion behinderter Schüler. „Wir suchen uns dann jemanden, der darüber anonym schreibt“, sagt Sarah. Lehrerinterviews, Umfragen, ein News-Ticker, Rätsel, Witze, Rezepte – all das kommt hinzu und wird überwiegend von den dreien selbst geschrieben. Die Aufgaben, die darüberhinaus zu bewältigen sind, haben sie sich aufgeteilt: Während Sarah sich um die Organisation kümmert und die zeitlichen Abläufe im Blick behält, ist Valeria für Marketing und Verwaltung zuständig. Charlotte ist der kreative Kopf. Sie hat etwa das Logo gestaltet, macht das Layout und ist dabei sehr perfektionistisch, wie ihre Mitstreiterinnen ihr bestätigen. „Ich habe schon viele Tage und Nächte mit der Schülerzeitung verbracht“, sagt Charlotte.

Die erste Ausgabe haben die drei komplett selbst ausgedruckt und gefaltet. Mittlerweile lassen sie diese Arbeit in einem Copy-Shop machen. Wenn dann beim Druck Fehler entstehen, wie etwa in der Weihnachtsausgabe, ärgern sie sich sehr und korrigieren Ausgabe für Ausgabe per Hand. Bei 130 Stück ziemlich viel Arbeit, aber sie sind eben Perfektionistinnen. Verkauft wird das Bermuda-Dreieck für 1,50 Euro. Werbung gibt es in dem Heft keine. „Wir arbeiten kostendeckend und sind erst vor kurzem in die Gewinnzone gekommen“, sagt Valeria und lacht.

Im vergangenen Jahr ist das „Bermuda-Dreieck“ drei Mal erschienen – erstmals im Februar. Derzeit ist eine Ausgabe in Planung, die noch vor den Sommerferien rauskommen soll. An ihr arbeiten Sarah, Charlotte und Valeria bereits mit Nachwuchskräften. Denn die drei verlassen mit dem Abitur in der Tasche bald die Schule. „Es ist uns wichtig, dass es weitergeht“, betonen sie. Einige Schülerinnen haben sich bereits gemeldet. „Wir hatten gar nicht mit so vielen Interessierten gerechnet“, erzählen sie erfreut. Sie haben die Nachwuchskräfte nach ihren eigenen Fachgebieten in drei Gruppen aufgeteilt und arbeiten sie nun ein.

Unterschiedliche Pläne

Einige Themen für die Sommer-Ausgabe stehen schon fest. So wird es Buchkritiken geben, es wird um Essstörungen und um Politikverdrossenheit gehen. Auch wenn sie ihre Nachfolgerinnen eingearbeitet haben, wollen Charlotte, Valeria und Sarah weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, wo auch immer sie selbst dann sein werden. Charlotte und Valeria wissen noch nicht genau, wohin es sie verschlagen wird. „Ich möchte gerne etwas Kreatives machen, vielleicht Mediendesign studieren“, sagt Charlotte.

Valeria plant, erst einmal als Au-pair nach Italien zu gehen und eventuell dann dort zu studieren. Ihr Ziel ist es, eine Geigenbauer-Schule zu besuchen. „Da muss man Geduld haben wie mit der Schülerzeitung“, sagt sie und lacht. Sarah wird zunächst ein Jahr Bundesfreiwilligendienst machen – beim evangelischen Kirchentag in Dortmund.

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