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Müll, Mief und Maden: Biotonne stinkt einigen Bürgern gewaltig

In der Taunusgemeinde rumort es, weil es in den neuen Biotonnen gärt. Nicht erst die Hitze der vergangenen Tage hat ein Problem ruchbar werden lassen, dass einige Bürger der Taunusgemeinde mit der braunen Tonne haben.
Der Biomüll stinkt zum Himmel meinen einige Glashüttener und trauen sich nur noch mit Atemschutz an die Tonne. Der Biomüll stinkt zum Himmel meinen einige Glashüttener und trauen sich nur noch mit Atemschutz an die Tonne.
Glashütten. 

Andere Städte und Gemeinden haben sie längst hinter sich, Glashütten steckt mittendrin: Die Rede ist von der Mülldebatte. Hatte es zu Beginn des Jahres bereits hitzige Diskussionen wegen des Umtauschs der alten Tonnen gegen die neuen, mit einem Identifikations-Chip versehenen Exemplare gegeben, so bemängeln inzwischen einige Bürger, dass das neue Abfallsystem „zum Himmel stinkt“.

„Wer mich hier kennt – in 34 Jahren Glashütten – der weiß, dass ich eine saubere Hausfrau bin. Was jetzt in Glashütten mit dem Bio- und Restmüll läuft, ist gelinde gesagt eine Sauerei“ wettert etwa Heidi Koch. Die Biotonne sei voller Maden – trotz eingepackten Biomülls, Stiefmütterchen-Resten und Zeitungen. „Einfach nur eklig!“ Und die Restmülltonne, die ja doppelt so groß ist wie früher sei und nicht einmal mit einer Mitbewohnerin geteilt werden könne, werde bei ihr erst nach drei Monaten voll sein. „Der Geruch ist schon jetzt beängstigend“, beklagt Heidi Koch: „Ich weiß nicht, wer sich was bei der neuen Verordnung gedacht hat, aber so geht es wirklich nicht.“

Allein ist die Glashüttenerin mit ihrer Kritik nicht. Das zeigt ein Blick in die sozialen Medien. Allerdings ist die Beschwerdewelle, die noch zu Beginn des Jahres über das Rathaus schwappte, längst abgeebbt, wie Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (parteilos) auf Nachfrage mitteilt: „Natürlich gibt es auch jetzt noch Einzelfälle wegen der Maden oder weil die Tonne nicht richtig geleert wurde, aber das bewegt sich alles in einem normalen Bereich.“

Auf die Frage, wer sich das neue Müllkonzept denn ausgedacht habe, verweist Bannenberg darauf, dass es alles andere als ein Alleingang war: „Es ist gemeinsam erarbeitet worden und gemeinsam haben wir klare Ziele verfolgt.“ Ein Ziel sei eine faire Abrechnung nach dem Verursacherprinzip gewesen. Ein anderes die Schaffung von Anreizen zur Müllvermeidung unter Einbeziehung möglicher Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen.

Einen ersten sichtbaren Erfolg glaubt die Rathauschefin ausmachen zu können: „Wir haben viel mehr gelbe Säcke als zuvor.“ Ein Zeichen dafür, dass die Menschen ihren Müll – immerhin rund 420 Kilogramm pro Kopf im Bundesdurchschnitt – sauberer trennen.

In Sachen Biomüll und Maden hilft wie etwa die Nachbarn in Schmitten leidvoll erkennen mussten, nur eine bestmögliche Verpackung. Man sollte den Biomüll möglichst dick in Zeitungspapier einwickeln. Wobei ganz ohne Maden geht’s nicht ab. Allerdings ist die Sammlung von Bio-Müll eben kein umweltpolitischer Einfall der Gemeinde.

Kompost als Alternative

Seit dem Jahr 2015 sind Biomülltonnen in ganz Deutschland Pflicht. Organischer Abfall soll besser verwertet werden, zum Beispiel für Biogas oder als Dünger. Spielraum gibt es da nur für den, der auf seinem Grundstück kompostieren kann. Einen Weg, den auch Brigitte Bannenberg geht. Die Rathauschefin erinnert daran, dass auch die Nutzung einer gemeinsamen Biotonne als Nachbarschaftstonne möglich ist. Das müsse nur gegenüber der Gemeinde erklärt werden.

Wichtig: Die Abfuhr des Biomülls erfolgt im Sommer alle zwei Wochen, von Dezember bis Februar alle drei Wochen. Rund 24 Abfuhren im Jahr sind maximal möglich. Wer weniger benötigt, stellt die Tonne nur dann zur Abholung bereit, wenn sie entleert werden soll. Neun Leerungen sind in der Grundgebühr enthalten. Jede weitere Leerung wird ebenfalls über das Chipsystem erfasst und am Ende des Jahres nach der tatsächlichen Inanspruchnahme abgerechnet.

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