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S-Bahnlinie 5: Da schlägt das Herz mit Faktor 7

Von Es ist noch keine 25 Jahre her, da drohte die Schienenverbindung zwischen dem Usinger Land und dem Vordertaunus abzubrechen. Gestern nun hat der Kreistag einstimmig beschlossen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Usingen zum Fahrplanwechsel 2019/20 an das S-Bahnnetz angeschlossen wird.
Noch ist diese Anzeige auf der S-Bahn Zukunftsmusik: Doch der Kreistag hat gestern mit breiter Mehrheit für die Verlängerung der S 5 bis nach Usingen gestimmt. Foto: Fotomontage: FNP-DuP Noch ist diese Anzeige auf der S-Bahn Zukunftsmusik: Doch der Kreistag hat gestern mit breiter Mehrheit für die Verlängerung der S 5 bis nach Usingen gestimmt.
Hochtaunus. 

Ein Kirdorfer war gestern Abend der große Star im Kreistag. Und nein, lieber OB Korwisi, Sie waren es nicht. Aber der Homburger Rathauschef darf sich auch ein wenig freuen, denn der Hochgelobte ist mit dem Geschäftsführer des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT), Frank Denfeld, ein mehr als bekanntes Gesicht im Bad Homburger Rathaus, wo er nach wie vor für den ÖPNV zuständig ist.

Das Lob gab es für die von Denfeld eingefädelte Verlängerung der S-Bahnlinie 5 bis nach Usingen (wir berichteten), die nun einstimmig verabschiedet wurde. Damit hat der VHT jetzt den Auftrag, bis zum Fahrplanwechsel 2019/20 alle notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, um Usingen an das S-Bahnnetz anzuschließen. Für die Abgeordneten des Kreistags ist diese Entwicklung ein wahrer Quantensprung.

„Die Verlängerung der Elektrifizierung der Bahnstrecke wird die verkehrliche Situation im Usinger Land maßgeblich verbessern“, ist Matthias Drexelius (CDU) überzeugt. Und der muss es wissen, war er doch mal Bürgermeister von Usingen. Selten zuvor habe es ein Projekt mit einem so optimalen Kosten/Nutzen-Faktor gegeben. Der liege bei 7 – das sei vor allem deshalb beachtlich, weil schon Projekte, die oberhalb des Faktors 1 liegen, als förderungswürdig gelten.

Die SPD-Abgeordnete Birgit Hahn („Eine atemberaubende Entwicklung“), ebenfalls eine Usingerin, warnte derweil vor einer „Zweiteilung des Usinger Landes“. Sie sprach damit auf den Streckenabschnitt zwischen Usingen und Grävenwiesbach an, auf dem auch künftig die Taunusbahn verkehren wird. Damit diese Teilstrecke nicht vergessen geht – was allerdings auch nicht unbedingt zu erwarten ist – hatten CDU und SPD einen Ergänzungsantrag formuliert. Dieser fordert dazu auf, „zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Elektrifizierung des Streckenabschnitts bis Grävenwiesbach in die Wege zu leiten“. Ein plakatives Ansinnen, dem sich – man war ja zu Recht in Feierlaune – auch alle anderen Fraktionen gerne anschlossen.

Und damit das auch wirklich nicht vergessen geht, beantragte die FWG, dass dem Kreistag ein Mal im Jahr ein Bericht vorzulegen sei, aus dem hervorgeht, wie weit die Planungen, auch die restliche Strecke der Taunusbahn zu elektrifizieren, gediehen sind. „Denn dieses letzte Teilstück liegt uns am Herzen“, formulierte Hellwig Herber für seine Fraktion.

 

Keine Züge bei Rewe

 

Damit sprach er seinem Nachfolger als Rathauschef in Grävenwiesbach, Roland Seel, aus dem selbigem. Denn auch für den CDU-Politiker ist das Thema „eine Herzenangelegenheit“. Seel hätte sich natürlich die Elektrifizierung in einem Rutsch gewünscht, „aber Züge kann man nun mal nicht bei Rewe im Regal kaufen“. Denn erst 2027, wenn die nächste große Fahrzeuganschaffung beim RMV ansteht, wird die ersehnte Verlängerung tatsächlich realistisch. Damit seine Stadt nicht zur Endstation wird, sondern eine solche bleibt, wünscht er sich eine optimale Taktung des Busverkehrs, um noch mehr Pendler auf die Schiene zu holen. Ähnliches hatte zuvor auch Bernd Vorläufer-Germer von den Linken gefordert. 1500 Taunusbahn-Zusteiger in Grävenwiesbach und nur noch 500 in Brandoberndorf seien einfach zu wenig. „Daher müssen wir die Leute mit einer guten Busverbindung vom Wechsel auf die Schiene überzeugen.“

Wie zuvor Drexelius sieht auch Gerhard Drexler (Grüne) in dem Beschluss einen Meilenstein für den Umstieg vom Auto auf die Bahn. Nehme man jetzt noch die Verlängerung der U-Bahnlinie 2 bis zum Bad Homburger Bahnhof, die Regionaltangente West, den Ausbau der U 6 und den Ausbau der Bahnstrecke Friedberg – Bad Homburg hinzu, werde das Auto bald gänzlich überflüssig. Drexler: „Da funkeln unsere grüne Augen.“

Für FDP-Fraktionschef Dr. Stefan Naas war der Montag ein „Tag der Freude“. Die Verlängerung der S 5 werde dem Usinger Land noch mal ganz neue Entwicklungsperspektiven geben. Denn neue Baugebiete würden heutzutage nur dort ausgewiesen, wo es einen guten Schienenanschluss gebe. Zudem werde die Verbindung innerhalb des Hochtaunuskreises deutliche verbessert, denn jetzt könne man auch von Steinbach bis nach Usingen durchfahren. So hatten wir das noch gar nicht betrachtet . . .

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