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Musikalisches Feuerwerk: Das war der Abschluss des Homburger Sommers

Von Ein lachendes und ein weinendes Auge bleibt den Liebhabern des Bad Homburger Sommers. Letzteres zuerst: Herbert Siebert mit seinem Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden war da zum „Proms Konzert“ am Samstag auf der Sommerbühne vor dem Kaiser Wilhelms Bad. Das bedeutet allerdings auch, dass der „Bad Homburger Sommer“ zu Ende ist. Das lachende Auge blickt derweil schon wieder auf den nächsten Sommer – ein ganzes Jahr der Vorfreude! Die ersten Verabredungen dafür stehen bereits.
Wenn Herbert Siebert mit seinem Orchester in die Kurstadt kommt, kommen die Homburger in Strömen. Foto: Jochen Reichwein Wenn Herbert Siebert mit seinem Orchester in die Kurstadt kommt, kommen die Homburger in Strömen.
Bad Homburg. 

Mit Bedacht hatte Herbert Siebert – seit 29 Jahren untrennbar mit dem Bad Homburger Sommer verbunden – wohl die einleitende Musik des Abendkonzerts gewählt. Ludwig van Beethoven, Sinfonie Nr. 3 „Eroica“, die „Heroische“, die Heldenhafte, stand auf dem Programm. Man musste schließlich das Ende der tollen Veranstaltungen in den zurückliegenden Sommerwochen im Park verkraften – und auch, das wegen Brandgefahr das traditionell stattfindende Feuerwerk als Schlusspunkt des Ganzen nicht stattfinden konnte.

So richtig mit Schmackes

Bei der „Eroica“ ist der erste Satz mit Allegro con brio überschrieben. Was bedeutet: schnell, munter, fröhlich und das mit Feuer (noch ein Bezug), also so richtig mit Schmackes. Und genau so spielte das Orchester. Das Blech mit Hörnern und Trompeten vertreten, das ganze Holz mit Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, je zwei und zwei. Und dazu die Pauken und die vielen Streicher von ganz hoch bis tief dunkel. Das war ein Musizieren in großer dynamischer Breite unter akzentuierter Stabführung von Herbert Siebert, der seine Zuhörer ebenso liebt, wie diese ihn.

Der Name verpflichtet

Das erste von vielen rauschenden „Hallos“ quer über alle Wiesen des Parks kam denn auch schon für diese Leistung. Und noch einmal Beethoven, Yorkscher Marsch, aber schon eine Überleitung zur leichteren Muse, der das Orchester auch wegen seines Namens verpflichtet ist. Johann Strauß, eine „Nacht in Venedig“, kaum schöner als eine Nacht in Bad Homburg. In der Ouvertüre schon alle Melodien der Operette zusammengefasst zu einem bunten Strauß, musiziert mit Verve und Freude. Strahlend nehmen die Musiker jeweils die Ovationen des Publikums entgegen.

Und noch was vom „Schani“, wie ihn seine Musikfreunde in Wien nannten, abgeleitet vom französischen Jean für Johann. „Rosen aus dem Süden“, schon sind die ersten Haare am Geigenbogen durchgespielt. Schon wendet sich der Dirigent in Vorfreude halb seinem Publikum zu, gleich lässt er zum Schwung der Musik die Gruppe der ersten Violinen aufstehen, noch mal und noch mal, und gleich animiert er alle, kräftig mitzusingen. Mit Johann Schrammel ist man bei „Wien bleibt Wien“, mit Jacques Offenbach im „Salon Pitzelberger“, launige Musik, engagiert gespielt, mit Begeisterung aufgenommen.

Herbert Siebert

Herbert Siebert ist schon seit Jahrzehnten Leiter des Johann-Strauß-Orchesters Wiesbaden. Der mittlerweile 86 Jahre alte Geiger und Dirigent studierte an der Musikakademie in seiner

clearing

Zu „Olé Guapa“ (A. Malando) tanzt das erste Paar Tango, der „Cachucha-Galopp“ (Strauß Vater) lud auch zum Tanz, vor der Bühne war Platz genug. Dann geht es nach Amerika. „Tonight“, Liebeslied von Maria und Tony aus Westside-Story (Bernstein), New York (Kander) und ein Gershwin-Medley begeistern restlos, kaum zu überbieten von „Rock around the clock“ (Freeman). „Pomp and Circumstances“ von Edward Elgar machen die Nacht erst zur „Night of the Proms“. Virtuos legen die Musiker mit der Ouvertüre zu Wilhelm Tell (Rossini) noch einmal nach. Und weil alles so schön ist und nicht enden darf, gibt es nach der „Feuerwerksmusik“ (Händel) und „Unter Donner und Blitz“ (Strauß) mit Farbenspiel von der Beleuchtung noch viele weitere Zugaben.

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