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Den Tagen mehr Leben geben

Unter dem Motto „Miteinander ins Gespräch kommen“ versammelt der Hospizdienst Friedrichsdorf unter Leitung von Gunhild Loh Freunde und Förderer zur Feierstunde im Rathaus.
Dr. Gunhild Loh, Vorsitzende des Hospizvereins Friedrichsdorf, begrüßt die Gäste des Festakts.	Foto: ys Dr. Gunhild Loh, Vorsitzende des Hospizvereins Friedrichsdorf, begrüßt die Gäste des Festakts. Foto: ys
Friedrichsdorf. 

„Die Hospizarbeit ist eine richtige Bewegung geworden, der sich auch die Politik nicht entziehen kann“, ist Gunhild Loh überzeugt und verweist auf die aktuellen Diskussionen in Berlin.

Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) seinerseits gibt zu, dass er anfangs skeptisch war, ob sich Menschen finden würden, die zur Hospizarbeit bereit seien. Heute sei er froh, dass er eines Besseren belehrt worden sei. Er, so der Friedrichsdorfer Rathauschef anlässlich der Feierstunde zum fünfjährigen Bestehen des Hospizdienstes, wolle auf die Arbeit des Vereins nicht mehr verzichten: „Diese Arbeit drückt das menschliche Antlitz einer Stadt aus.“

Es sei eines der wichtigsten Dinge im Leben, dass man auch würdig aus dem Leben gehen dürfe. Und seine Befürchtung, es könnten sich nicht genügend ehrenamtliche Helfer finden, hat sich nicht bestätigt: 20 Damen und drei Herren sind mit großem persönlichem Einsatz als Hospizhelfer tätig und kümmern sich auch um die Angehörigen ihrer Klienten. Regelmäßig findet ein Trauergesprächskreis statt, für die Helfer gibt es Supervisionen und Vorträge zu Themen wie Vorsorgeverfügung oder Hilfen im Alter.

„Mit dem Hospizverein ist vieles leichter geworden“, stellt auch Matthias Deutsch fest, in Friedrichsdorf tätiger Internist. Er betrachtet die Arbeit mit schwerkranken Patienten, die viel Zeit und Kraft kostet, auch als Quelle der Inspiration zum Leben. Dass der Tod zum Leben gehört und es wichtig ist, sich mit ihm auseinanderzusetzen, vermitteln Ehrenamtliche der örtlichen Hospizgruppen in Kooperation mit den Schulen bereits Grundschulkindern der dritten und vierten Klassen.

Im Rahmen des Projektes „Hospiz macht Schule“ erarbeitet ein Team von fünf Ehrenamtlichen mit Hilfe von Geschichten, Bilderbüchern und Filmausschnitten Gefühle um Krankheit, Leid und Tod und bringt den Kindern auch Jenseitsvorstellungen anderer Religionen nahe. So wird das Thema ins Leben geholt und ist auch die heutige Feierstunde ein Anlass nicht nur für ernste Gespräche, sondern ebenso für Gedichte von Ringelnatz über das Leben einer Eintagsfliege und die starke Stimme von Myriam Jabaly, die eigens vertonte Gedichte der Bad Homburger Lyrikerin Elli Michler singt.

Almut Seidel erinnert sich an die Eröffnung des Vereinsbüros und erzählt, dass sie eine Blumenvase fälschlicherweise für eine Urne hielt und das doch etwas unpassend fand – aber vielleicht ist es auch gerade passend: So verliert das Thema ein wenig von seinem Schrecken.

(xs)
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