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Gewerbegebiet: Der Ärger mit den Erdbergen

Von Das etwa 1,8 Hektar große Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese zwischen Frankfurter Landstraße und Gablonzer Straße ist im Werden. Bis auf eine Fläche sind alle Grundstücke verkauft, die ersten Firmen ziehen schon ein. Ein anderer Unternehmer steht noch in den Startlöchern.
Im Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese ist bergeweise Erde aufgeschüttet. In den kommenden Wochen soll sie endlich verschwinden. Im Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese ist bergeweise Erde aufgeschüttet. In den kommenden Wochen soll sie endlich verschwinden.
Oberursel. 

Autofahrern auf der Frankfurter Landstraße ist der Anblick längst vertraut: Schauen sie auf das neue Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese, das zurzeit auf 1,8 Hektar zwischen Frankfurter Landstraße, Ludwig-Erhard-Straße und Gablonzer Straße entwickelt wird, sehen sie außer Bautätigkeiten vor allem aufgeschichtete Erde. Und das seit einer gefühlten Ewigkeit, so dass sich manch einer fragt: Tut sich da denn gar nichts – außer, dass die Erde mal umgeschichtet, der Berg quasi versetzt wurde?

Tatsächlich wird die Erde einfach nicht abgefahren, und deswegen ist die Stadt Oberursel auch in einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem verantwortlichen Erdbau-Unternehmen. „Seit etwa vier, fünf Monaten ist ein Rechtsanwalt dran“, sagte Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Oberurseler Rathaus, vor kurzem in einer Sitzung des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung.

Noch nicht protokolliert

In der Bürgerfragestunde der öffentlichen Sitzung hatte ein Oberurseler Geschäftsmann zu dem Thema Erdhügel nachgehakt, denn er ist betroffen. Der Mann, der in der Zeitung namentlich noch nicht genannt werden möchte, will ein etwa 2000 Quadratmeter großes Grundstück an der Nördlichen Riedwiese kaufen. Es ist eine der Flächen, auf der die Erde eines Abtransports harrt. Der Oberurseler will sich dort mit verschiedenen Angeboten ansiedeln. Dafür plant er, so viel sei schon mal verraten, auffallende Bauten.

Traditionsbetrieb Femso zieht gerade ein

Die Stadt Oberursel hat sämtliche Grundstücke im 1,8 Hektar großen Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese verkauft – bis auf jenes, für das ein Oberurseler Unternehmer noch auf einen Protokolltermin wartet (siehe Haupttext).

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Bislang wurde der Grundstücksverkauf aber noch nicht protokolliert. Der stadtbekannte Unternehmer wartet noch auf einen Termin dafür. Doch damit hält sich die Stadt als Verkäuferin offenbar so lange zurück, bis die Erde weg ist.

Zu dem Grundstücksgeschäft und der juristischen Auseinandersetzung mit dem Erdbau-Unternehmen will sich die städtische Pressestelle auf Anfrage dieser Zeitung nicht äußern. In der Sitzung des Bauausschusses war aber deutlich geworden, dass auch die Verwaltung ein Interesse daran hat, dass die Erde wegkommt.

Der bauwillige Oberurseler sagte dort, der Erdbau-Unternehmer sage ihm immer wieder, dass er die Erde „demnächst“ abfahre, aber nichts passiere. Er will wissen, wann die Erde endlich wegkommt.

Arbeit zu unüblicher Zeit

„Die Frage ist berechtigt, die Antwort ungleich schwerer“, sagte Richter im Ausschuss. Dort deutete er auch an, dass die Aktivitäten der Erdbau-Firma „nicht immer zu den üblichen Arbeitszeiten“ erfolgen.

Was sagt der Erdbau-Unternehmer selbst? „Ich habe eine Genehmigung bis Ende März“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung immer wieder, mehr habe er nicht zu sagen. Nachfragen blieben unbeantwortet.

Um eine Genehmigung handelt es sich, streng genommen, zwar nicht. Offenbar hat die Erdbau-Firma aber tatsächlich noch ein paar Wochen Frist, die Berge abzutragen und die Erde abzufahren.

Einer der Erdhügel liegt auf der etwa 9000 Quadratmeter großen Fläche, auf der die Firma MTS ihre beiden Autohäuser zusammenführt. Dort wurde die Erde ein Mal umgeschichtet, so dass auf einem Teil des Areals gearbeitet werden kann. Noch verzögere die Erde die Bautätigkeit nicht, sagte MTS-Geschäftsführer Jürgen Gottschalk. „Aber klar, irgendwann muss die Erde weg.“

Möglicher Hintergrund des Ganzen: Unternehmen lagern Erde häufig auf freien Flächen zwischen, um sie später andernorts wiederzuverwenden. Das spart ihnen Kosten für die Entsorgung auf einer Deponie.

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