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Nachwuchsbands: Der Traum vom Rockstar: Jugendliche organisieren Band-Wettbewerb

Fünf Bands kämpfen beim Hessenentscheid um die Gunst des Publikums und natürlich die der Jury. Während die Bands vom großen Durchbruch träumen, ist die Veranstaltung für das Team des Jugendbüro eine Chance, etwas in Oberursel zu bewirken.
„Noriega Mind“ aus Kassel überzeugten Publikum und Jury mit ihrem Auftritt in der Musikhalle und gewannen den Bandwettbewerb. „Noriega Mind“ aus Kassel überzeugten Publikum und Jury mit ihrem Auftritt in der Musikhalle und gewannen den Bandwettbewerb.
Oberursel. 

Freitag, 20 Uhr. Der Contest ist schon in vollem Gange. Seit drei Jahren nun wird alljährlich in der „Musikhalle portstrasse“ die beste Nachwuchsband Hessens gesucht. Veranstaltet wird das Event in Kooperation mit dem Jugendbüro der Stadt. Für dessen Leiter Achim Hasselberg ist die Musik aber eher Mittel zum Zweck. „Für mich ist es wichtig, dass die Jugendlichen etwas bewirken können. Sie suchen die Bands aus, bilden die Jury und organisieren alles. Jeder kann mit entscheiden und die Freude daran, ist ihnen sichtlich anzumerken.“

Dennoch geht es hier auch musikalisch um einiges. Denn die Band, die sich hier gegen vier Mitkonkurrenten durchsetzt, darf zum Bundesfinale nach Salzwedel. Auch deshalb bedarf es einer Jury. Die 15-jährige Eva ist Jurymitglied und erklärt, worauf es ankommt: „Wir gehen verschiedene Kategorien durch, nach denen wir bewerten. Dazu zählen der Sound, das Zusammenspiel der Musiker und die Interaktion mit dem Publikum.“ Neben ihr sitzt Jakob, er ist 19 Jahre alt. „Ich selbst spiele Klavier, Kirchenorgel, Kontrabass und singe gern,“ sagt er. Klar sei das heute eine ganz andere Musikrichtung, dennoch habe man nach den Jahren ein geschultes Gehör.

In der Bewertung jedoch ist nicht nur das reine Hören entscheidend, wie Jakob ergänzt: „Als Jury-Mitglied hat man auch einen völlig anderen Kontakt zur Musik. Man hört sie nicht bloß, sondern zerlegt sie in ihre Einzelteile, analysiert und erfährt so einiges sowohl über das Lied als auch die Band Mitglieder.“

Zuschauer stimmen ab

Eine der Gruppen ist „Juicy Roadkill“. Seit 2013 versuchen sie ihr Glück im Musikgeschäfts. Alles begann jedoch früher. Schlagzeuger Johnny Steinbrück blickt zurück: „Ich war 12 und meine Schwester 14. Wir traten auf dem Geburtstag unserer Eltern auf. Alle waren begeistert. Spätestens da wussten wir, dass wir das professionell machen möchten.“ Seine Schwester Lisa ist die Sängerin der Band und erklärt, wieso sie es heute wohl nicht allzu leicht haben werden: „Wir spielen nicht vor unserem Heimpublikum, weshalb andere Bands wohl etwas im Vorteil sind.“

Bewertet wird nämlich nicht nur von der Jury, auch das Publikum darf mitentscheiden. 40 Prozent zählen die Stimmen der Zuschauer. Damit es fairer zugeht, müssen sie jedoch gleich zweimal abstimmen. Charlotte Struck vom Jugendbüro erklärt warum: „Lokale Bands reisen mit Familie und Freunden an. Deshalb soll das Publikum jeweils zweimal voten, damit es nicht gleich in eine Richtung geht.“

Der Ausgang des Contests ist für „Juicy Roadkill“ aber nebensächlich. Lisa: „Natürlich würden wir gerne zum Finale fahren, doch sind wir froh über jeden Gig, den wir spielen können. Die Songtexte, das Proben, das Equipment, das alles ist ein ungeheurer Aufwand. Meist wird das leider nicht gewürdigt, hier ist das aber anders.“

Jede Band erhält für den Auftritt eine Gage, ein Probe-Raum wird zur Verfügung gestellt, es gibt reichlich Essen und Trinken. Richtig professionell. Eben das ist auch das große Ziel für Lisa und ihre drei Band-Mitglieder. „Ich möchte Rockstar werden. Dafür gebe ich, dafür geben wir alle auch unser Herzblut.“ Derzeit studiere sie Psychologie, das sehe sie aber eher als eine Notlösung an. Falls ich mit 35 noch immer keinen Erfolg habe, werde ich darauf zurückgreifen.“ Wollen wir nicht hoffen, dass sie es wird.

Den Contest gewannen übrigens „Noriega Mind“ aus Kassel, trotz Auswärtsspiel. Für jede einzelne Band war es jedoch die Gelegenheit, den ersehnten Traum immer mehr Realität werden zu lassen.

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