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Der lange Kampf ums neue Haus

Von Die Falkensteiner Feuerwehr ist dank ihrer neuen Wache in der Gegenwart angekommen und fit für die Zukunft. Das schnörkellose, funktionale Gebäude wurde nun eingeweiht. Unter den Gästen einer, der schon der vorherigen Einweihung beigewohnt hatte – vor 87 Jahren.
Architekt Ondrej Kramar, Heiko Martens, Ralf Schneider und Bürgermeister Leonhard Helm bei der Schlüsselübergabe.	Foto: Priedemuth Architekt Ondrej Kramar, Heiko Martens, Ralf Schneider und Bürgermeister Leonhard Helm bei der Schlüsselübergabe. Foto: Priedemuth
Falkenstein. 

Die schmucken Fähnchen auf den Tischen signalisierten den Spagat zwischen Historie und Moderne: „Einweihung der neuen Feuerwache – 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Falkenstein“. Es gab also Grund zum Feiern, zum Blick zurück und nach vorne. Mittendrin saß ein Mann, der bei beidem mit-reden konnte – Martin Seidel, der einzige Feuerwehrmann, der die Einweihung zweier Gerätehäuser miterlebt hat. 92-jährig saß er im Kreise seiner Kameraden und er-zählte, wie das 1927 war, als das alte Gerätehaus übergeben wurde.

Schon der Name „Feuerwache“ statt „Feuerwehrgerätehaus“ zeigt, dass die Wehr in der Zukunft angekommen ist. Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) sprach gar von der „neuen Feuerwehr“, meinte da-mit aber freilich nur das neue Gebäude. Die Feuerwehr ist – zum Glück – ganz die alte geblieben.

In die Geschichte eingehen wird „die neue Feuerwehr“ aus zwei Gründen: Um ein Haar wäre sie nach der langen Standortsuche zur „unendlichen Geschichte“ geworden, und: Sie dürfte das erste öffentliche Gebäude in Königstein sein, bei dem das Budget – 1,3 Millionen Euro – nicht nur eingehalten, sondern sogar unterschritten wurde.

Dass die Wache keine Notlösung, sondern ein den Anforderungen eines modernen Depots genügender Zweckbau geworden ist, mussten alle erkennen, die am Freitag dem Ruf der Wehr gefolgt waren.

Helm, der einräumte, dass ihm lange Zeit ein anderer Standort lieber gewesen wäre, zeigte sich nun aber erfreut darüber, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist: Ein neues Haus an alter Stelle, ohne Luxus, aber mit Funktion und Effizienz, ein Beispiel hoher Verantwortung für das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung. Es sei ein „gutes Signal“, geprägt von beispielhaftem ehrenamtlichen Engagement und der Bereitschaft der Feuerwehr, nicht nur lange auf die neue Unterkunft zu warten, sondern auch ein Jahr mit Provisorien zu leben.

Auch Stadtbrandinspektor Heiko Martens lobte die Falkensteiner für ihre Zurückhaltung bei der Ausstattung des neuen Gerätehauses. Das Haus sei ein reiner Zweckbau, entspreche aber allen modernen Anforderungen an das Feuerlöschwesen. Es sei toll gewesen, mitanzusehen, „wie Ihr alle an einem Strang gezogen habt“, sagte Martens. Er dankte auch der Stadt Königstein und dem Land für ihr finanzielles Engagement.

„Höchste Zeit“

Lobende Worte gab es auch von Ministerialdirigent Gunnar Milberg und Kreisbrandinspektor Carsten Lauer. „Funktional und schmuck“ sei das Haus, sagte Milberg, während es für Lauer „allerhöchste Zeit“ geworden war, das neue Domizil zu beziehen. Das alte habe seit 30 Jahren nicht mehr den Anforderungen genügt. Den Standort mitten im Ort zu belassen, sei im Sinne des Brandschutzes klug gewesen, sagte Lauer.

Grußadressen überbrachten außerdem Ortsvorsteherin Liselotte Majer-Leonhard (CDU), Eva Maria Dorn vom Heimatverein, Ingrid Fettweis vom Gewerbeverein sowie Leutnant Dominique Groutel, Chef der Feuerwehr in Falkensteins Partnerstadt Le Mele, der sogar eine Tagung in Paris hatte sausen lassen, um zur Depoteinweihung nach Falkenstein reisen zu können.

Wehrführer Ralf Schneider fasste sich kurz, nannte den Besuch der Franzosen eine „große Ehre“. Er sei froh über das Geschaffene. Endlich sei das Gerätehaus mit seinem großen Schriftzug auch als solches zu erkennen. Schneider sammelte emsig Einweihungsgeschenke ein: „Sie werden die Regale füllen, die wir noch gar nicht haben ...“

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