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„Die Stimme unserer Historie“

Von Mit einem Empfang im Gotischen Haus würdigte die Stadt gestern ihre Stadthistorikerin. Zahlreiche Gäste feierten mit Gerta Walsh ihren 90. Geburtstag – und sparten nicht mit Lob und Anerkennung.
Zwei, die sich verstehen: OB Michael Korwisi gratuliert Stadthistorikerin Gerta Walsh zu ihrem 90. Geburtstag.	Foto: hrho Zwei, die sich verstehen: OB Michael Korwisi gratuliert Stadthistorikerin Gerta Walsh zu ihrem 90. Geburtstag. Foto: hrho
Bad Homburg. 

Sie ist mit Theo Lingen im Cabriolet gefahren, war 1952 als „Wochenschau“-Reporterin bei den Olympischen Winterspielen in Helsinki und hat Bundespräsident Theodor Heuss im Schlafanzug gesehen. Als Gerta Walsh gestern im Gotischen Haus aus ihrem Leben berichtete, war es mucksmäuschenstill. Die rund 100 Gäste, darunter viele Wegbegleiter aus den vergangenen Jahrzehnten, lauschten andächtig den Erinnerungen der Dame, die OB Michael Korwisi (Grüne) kurz zuvor als „Stimme unserer Bad Homburger Historie“ bezeichnet hatte.

Erzählt die bekannte und beliebte Stadthistorikerin in ihren Vorträgen ansonsten von Ereignissen und Personen aus der (vorwiegend Homburger) Geschichte, so war es gestern ihr eigenes, ein besonders wechselvolles und erfülltes Leben, in das sie Einblick gab. Im stolzen Alter von 90 Jahren (das man der agilen und wachen Frau beileibe nicht anmerkt) kann Gerta Walsh auf viele Zeitenwenden zurückschauen. Ihre ganz persönliche Geschichte führte sie von der Ukraine nach Stuttgart, Berlin und schließlich nach Bad Homburg.

Für die Kurstadt war das ein Glücksfall, wie Korwisi in seiner Geburtstagsrede deutlich machte. Die vielen historischen Beiträge, die Gerta Walsh in den unterschiedlichsten Publikationen, in zahlreichen Büchern und in Artikeln für Taunus-Kurier und Taunus Zeitung schrieb, haben ein großes Publikum gefunden – und der Jubilarin eine treue Anhängerschaft beschert. „Ihre lebendigen Berichte erreichen sehr viele Menschen. Sie machen einem breiten Kreis deutlich, wie eng unser heutiges Bad Homburg mit seiner großartigen Geschichte verwoben ist“, betonte Korwisi.

Der Oberbürgermeister rückte die Stadthistorikerin, die schon mit dem Saalburgpreis (1993), der Ehrenplakette der Stadt Bad Homburg (1994), dem Bundesverdienstkreuz (2010) und gestern noch mit der Goldenen Ehrennadel der HTG ausgezeichnet wurde, in eine Reihe mit den bekannten Homburger Heimatforschern Johann Georg Hamel, Georg Schudt, Louis und Heinrich Jacobi, Friedrich Lotz und Heinz Grosche. „Sie haben diesen Herren aber eines voraus: Sie haben mehr Arbeiten veröffentlicht“, sagte der OB.

Die Hoffnung, dass es noch viele weitere Beiträge aus der Feder von Gerta Walsh geben möge, teilte Korwisi sicher mit allen anwesenden Gästen. Die stehenden Ovationen am Ende ihres Vortrags jedenfalls sprachen Bände. Oder wie es Korwisi im letzten Satz seiner Rede sagte: „Wir sind glücklich , dass wir Sie haben.“

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