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Stadtrat Kraft sieht gute Chancen: Die Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Von Die Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge schreitet voran. Doch für einige Gebäude, die im Gespräch sind, gibt es bereits andere Planungen.
Seit Anfang des Jahres steht das »Haus am Park« leer. Die Kur wollte das Grundstück verwerten, muss aber auf einen Bebauungsplan warten. Vorübergehend soll jetzt wieder ein Hotel betrieben werden. Seit Anfang des Jahres steht das »Haus am Park« leer. Die Kur wollte das Grundstück verwerten, muss aber auf einen Bebauungsplan warten. Vorübergehend soll jetzt wieder ein Hotel betrieben werden.
Bad Homburg. 

Der Auftrag der Stadtverordnetenversammlung ist formuliert: Der Magistrat soll nicht nur mit dem Kreis über eine mögliche Nutzung der ehemaligen Hochtaunus-Kliniken als Unterbringung von Flüchtlingen sprechen, sondern auch alle anderen leerstehenden Gebäude, die im öffentlichen Besitz sind, auf deren diesbezügliche Tauglichkeit überprüfen. Im sogenannten politischen Raum sind unter anderem das Hotel „Haus am Park“ und die Baracken auf dem Grundstück des ehemaligen Bundesausgleichamtes im Gespräch. Auch das seit vielen Jahren verwaiste Schwesternwohnheim in der Friedrichstraße wurde – auch wenn es kein Gebäude der öffentlichen Hand ist – in die Diskussion eingebracht.

Was die alte Klinik angeht, ist die Kreisverwaltung derzeit am Prüfen. „Ziel ist, in einer Notunterkunft möglichst viele Asylsuchende unterzubringen, was die Helferstrukturen entlasten und die logistische Versorgung erheblich vereinfachen würde“, erklärt der stellvertretende Fachbereichsleiter Brandschutz und Rettungsdienst, Stefan Sauer. Daher müsse die Unterbringung entsprechend geräumig sein, um dort Schlafplätze, Funktionsräume und sanitäre Einrichtungen unterzubringen. An der Suche nach der geeigneten Liegenschaft sind die Fachbereiche Hochbau, Brandschutz, Gebäudebewirtschaftung, Gesundheit und Bauaufsicht beteiligt. Bad Homburgs Stadtrat Dieter Kraft (Grüne) ist derweil zuversichtlich, dass zumindest das Haus Berlin kurzfristig als Flüchtlingsunterkunft in Frage kommt. „Es müssen zwar Nasszellen eingebaut werden, aber das ist zu machen“, so Kraft. Im Erdgeschoss des neunstöckigen Gebäudes ist zurzeit noch eine städtische Kita untergebracht. Kraft plädiert daher dafür, im Haus Berlin möglichst Familien unterzubringen.

Den Auftrag des Homburger Parlaments hat der Stadtrat bereits an das Immobilien-Management der Stadt weitergereicht, die wiederum eine Karte mit denkbaren Liegenschaften erstellt hat. Kraft: „Die arbeiten wir jetzt ab.“ Die besten Gegebenheiten sieht Kraft in den Gebäuden auf dem Areal des ehemaligen Bundesausgleichsamts. „Das werden wir ernsthaft prüfen“, so Kraft. Zudem werden in der Verwaltung derzeit zwei Bauplätze gehandelt, auf denen zukünftig feste Unterkünfte errichtet werden könnten. Das weitere Vorgehen soll auf der nächsten Asyl-Konferenz in zwei Wochen besprochen werden.

17 Zimmer, 31 Betten

Der Hotelbetrieb im „Haus am Park“ wurde im März dieses Jahres eingestellt. Das Gebäude war noch 2012 renoviert worden und verfügt über rund 31 Betten in 17 Zimmern. „Das Gebäude wäre für die Unterbringung von Flüchtlingen ebenfalls gut geeignet“, sagt Stadtrat Kraft. Die Planungen laufen allerdings in eine andere Richtung. Wie berichtet, wollte Kurdirektor Ralf Wolter das Grundstück im Sinne der Kur verwerten – allerdings machte ihm die Politik zunächst mal einen Strich durch die Rechnung und fordert einen Bebauungsplan für das Grundstück.

Daraufhin stoppte Wolter den bereits laufenden Teilnahme-Wettbewerb und plante um. „Wir haben mehrere sehr konkrete Angebote für eine kurzfristige temporäre Weiternutzung als Hotel vorliegen“, erklärt Wolter. Sollte der Verwaltungsrat zustimmen, könnte im „Haus am Park“ innerhalb der kommenden zwei Monate wieder der Hotelbetrieb anlaufen – allerdings für zwei Jahre. Dann nämlich hofft Wolter, das Areal tatsächlich weiterentwickeln zu können. Der Anbau an die benachbarte historische Villa Viktoria wurde in den vergangenen zehn Jahren lediglich als Lager genutzt. „Die technische Infrastruktur ist nicht mehr intakt und in Teilen zurückgebaut. Das Gebäude in seinem jetzigen Zustand ist eine Ruine“, so Wolter.

Wohnen für Senioren

Bleibt noch die Frage nach dem früheren Schwesternwohnheim in der Friedrichstraße, das seit längerem leer steht. Noch so ein Gebäude, in dem sich Kraft eine Unterbringung von Flüchtlingen gut vorstellen könnte. „Der Gedanke ist vollkommen richtig“, sagt die Sprecherin der DRK-Schwesternschaft Bad-Homburg Maingau, Dr. Marion Friers. Allerdings stehe man kurz davor, einen Bauantrag für das Gebäude zu stellen. Das Haus soll saniert werden, anschließend sollen dort seniorengerechte Wohnungen, auf Wunsch mit Pflege, entstehen (wir berichteten).

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