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Die Zitronen des Monsieur Bretzelberger

Magie und Illusion auf höchstem Niveau, verpackt in Comédie und Witz, das sind die Spezialität der „Magic Monday Show“. Beim „Orscheler Sommer“ fand sie ein begeistertes Publikum.
Monsieur Bretzelberger handelt nicht mit Ztronen, er zaubert sie auf den Tisch. Larissa verfolgt es gespannt. Bilder > Monsieur Bretzelberger handelt nicht mit Ztronen, er zaubert sie auf den Tisch. Larissa verfolgt es gespannt.
Oberursel. 

„Am Anfang ging’s, und später wurde es nicht viel besser“, gibt Show-Faktotum Herrmann von der Bühne herab der Presse Formulierungshilfe. Mit dieser Empfehlung wäre zwar die Berichterstattung über die „Magic Monday Show“ beim „Orscheler Sommer“ erleichtert worden – wenn sie zutreffend gewesen wäre. Doch genau das Gegenteil war der Fall.

Denn: Vor den Augen des rund 350-köpfigen Publikums im Rushmoor-Park lassen die vier skurrilen Charaktere aus Frankfurt eine Nonstop-Zauber-Revue ablaufen, in der die Zuschauer nicht nur mit immer verblüffenderen Zauberkunststücken von „Gedankenlesen“ über klassische Seiltricks bis hin zur Fesselnummer, sondern auch mit einer einzigartigen Mischung aus Comédie, Kartentricks und Kalauern unterhalten werden. Wahrscheinlich sind Kinder die ehrlichsten Kritiker: Schon an ihrem Spaß und dem Lachen aus ihren Reihen wird deutlich, dass die vier Vollblut-Entertainer mit Erfolg alle Register gezogen hatten, um die Kleinen und natürlich die Großen von einem Staunen ins nächste Lachen zu versetzen.

Als Mischung aus David Copperfield und Michael Schanze kündigt Herr Schmid, der quirlig-smarte Conferencier, Monsieur Bretzelberger (sprich: Bretzelberschee) an, der seiner Magie mit Maggi die richtige Würze verleiht. Was der „Franzose unter den Zauberern“ und seine Kollegen drauf haben – dafür nur ein Beispiel: Der Magier „aus der Bredouille“ holt eine junge Zuschauerin, Larissa, auf die Bühne. Bei einer flinken Hütchenspieler-Nummer liegen am Ende drei Zitronen auf dem Tisch, Larissa wählt eine davon aus und nimmt sie mit an ihren Platz. Mehrere Kunststücke später findet sich in der Zitrone zusammengerollt ein Zehn-Euro-Schein, den „Herr Schmid“ einem Gast abgeschwatzt hatte.

Die Frage „Wie funktioniert es?“ stellt sich wohl jeder Besucher einer Zaubervorstellung, doch gleichzeitig weiß er, dass es darum nicht geht. Denn sonst wäre er nicht gekommen, um sich „verzaubern“ zu lassen. Perfekt gemacht, kann die Illusion also funktionieren. Und wenn eine solche Nummer unter Einsatz mehrerer Künstler, mit Gästen aus dem Publikum und über verschiedene Stellen auf der Bühne und mehrere Zuschauerplätze hinweg funktioniert, dann ist zwar keine Zauberei im Spiel, aber große Illusionistenkunst. Dies trifft auch zu, wenn Herr Schmid weiße Seile zerschneidet, sie wieder zusammenfügt, Knoten bindet und sie am Seil mühelos hin- und her schiebt.

Derweil grantelt sich der volkstümlich-derbe Trucker Herrmann als Running Gag durchs Programm – aus Luis Trenkers Filmtitel „Der Berg ruft“ macht er „Der Bär groovt“. Einem Abflussrohr entlockt er dunkle Didgeridoo-Klänge, und in der Fesselungsnummer stellt der ansonsten eher gemächlich Agierende seine artistische Gewandtheit unter Beweis.

Als „schillernde Melange aus Handwerk und Metaphysik“ avisiert Herr Schmid den schmächtig-biederen Heinz. Der gibt sich in krassem Gegensatz zu seinem Outfit mit babyblauen Büropullover als „Lebemann“ aus. Natürlich beherrscht auch er die Hohe Schule der Illusion. Er trägt in einem „Vorhersageumschlag“ längst die Lösung am Mann, als Lynn aus dem Publikum eine Tarot-Karte aus einem Kartenset zieht und es um die Frage geht: „Welche?“

Zweieinhalb Stunden bringt das Magierquartett, das seit 14 Jahren einmal im Monat montags gemeinsam auf der Bühne des Frankfurter Kabaretts „Die Schmiere“ steht, die Zuschauer zum Staunen und Lachen. Als Herr Schmid das Ende der Show ankündigt, geht nur ein bedauerndes „Oh“ durch die Reihen.

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