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Waldbrände: Ein Feuerteufel am Feldberg?

Von 18 Millionen Naherholungssuchende strömen jedes Jahr in den Naturpark Taunus. Vor allem in der Region rund um den Großen Feldberg ist der Besucherdruck enorm. In den vergangenen fünf Jahren häuft sich die Zahl überraschend vieler Waldbrände. Polizei und Feuerwehr gehen in den meisten Feuern von Brandstiftung aus.
Acht Mal brennt es im Durchschnitt pro Jahr am Feldberg Archivfoto: Privat Acht Mal brennt es im Durchschnitt pro Jahr am Feldberg Archivfoto: Privat
Hochtaunus. 

Eigentlich waren die Recherchen zur Trockenheit der vergangenen Wochen reine Routine. Doch der einsetzende Regen am vergangenen Wochenende ließ eine mögliche Waldbrandgefahr gen Null schrumpfen und wischte zumindest dieses Thema vom Tisch. Doch andere recherchierten Merkwürdigkeiten ließen aufhorchen.

Wieso taucht der Große Feldberg in den Waldbrandgefährdungskarten des Landes und des Deutschen Wetterdienstes DWD immer so weit oben auf? Der Taunus ein besonders gefährdetes Gebiet? Tatsächlich müssen seit Jahren überraschend viele Waldbrände in der Feldbergregion gelöscht werden.

Am vorvergangenen Wochenende brannte ein Waldstück zwischen Kronberg und Königstein. In den Polizeimitteilungen wurde der Einsatz der Feuerwehr aber nicht vermeldet. Anders am ersten Mai-Wochenende. Die Polizeidirektion Hochtaunus vermeldete gleich vier Waldbrände – jeweils zwei am Samstag und Sonntag – mit Feuerwehreinsatz in den Gemarkungen Oberursel und Oberreifenberg.

Vergangene Großeinsätze

Die Feuerwehren hatten ordentlich zu tun: Im vergangenen Jahr brannten rund 1000 Quadratmeter Wald unterhalb des Kleinen Feldbergs. Die Feuerwehren aus Glashütten und Schloßborn konnten mit Unterstützung

clearing

„Mehrere Zeugen hatten am Samstagnachmittag eine Rauchentwicklung im Wald gemeldet. Lokalisiert werden konnte der Brandort letztlich mit Unterstützung der Besatzung des Polizeihubschraubers unweit der ehemaligen Funkstation „Kolbenberg““, heißt es in der Pressemitteilung. Die bald eintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Homburg und Oberursel entdeckten ein brennendes Areal von fast 1600 Quadratmetern. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Nur wenig später wurde die Feuerwehr Schmitten alarmiert. Sie konnte einen kleinen Brandherd neben der Landesstraße L 3024, zwischen dem Roten Kreuz und dem Feldberg löschen.

Brennende Reisighaufen

Auch die beiden Einsätze am darauffolgenden Sonntag in Schmitten verliefen glimpflich. Kurz hintereinander brannten an zwei Orten Reisighaufen. „Da eine Selbstentzündung mehr als unwahrscheinlich war, drängte sich, nicht zuletzt anhand der örtlichen und zeitlichen Nähe der beiden Brände, der Verdacht einer mutwilligen Herbeiführung der Brandfälle auf“, teilte die Polizei mit.

Das Kommissariat für Branddelikte der Kriminalpolizei in Bad Homburg hat in allen Fällen die Ermittlungen aufgenommen. Und plötzlich werden Erinnerungen wach: Auch diese Zeitung hatte in den vergangenen Jahren regelmäßig über Waldbrandeinsätze berichtet. Nach gesicherten Recherchen dieser Zeitung brannte es in den vergangenen sechs Jahren weit häufiger, als der Öffentlichkeit bekannt wurde. Immer zwischen Sandplacken, Rotem Kreuz und Kittelhütte. Pro Jahr mussten die Feuerwehren der Feldberg-Anrainer mindestens vier oder fünf Mal ausrücken. Zumeist verlief der Brand glimpflich. Das macht hellhörig und legt den Verdacht der Brandstiftung nahe.

Brandbeschleuniger

„Ja, die Häufung der Waldbrände beschäftigt uns seit vielen Jahren“, bestätigt Norbert Fischer, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Hochtaunus auf Anfrage dieser Zeitung und räumt ein: „In vielen Fällen ist es klar, dass es Brandstiftung war. Immer werden Förster bei der Aufnahme mit einbezogen. Teilweise brennt es gleich an mehreren Stellen.“ Die Feuerwehr sei stets vor eine besondere Herausforderung gestellt, weil schnell sehr viel Wasser mitten im Wald benötigt werde. Stets würden deshalb die Wehren mehrerer Kommunen angefordert und zumeist das Großtankfahrzeug der Reifenberger Wehr.

Rund um den Gipfel brennt es acht Mal pro Jahr

Die Polizei bestätigt auf Anfrage die Recherchen und die Vermutung dieser Zeitung und spricht von einem „Phänomen“. „Seit vielen Jahren laufen polizeiliche Ermittlungen“, sagt Volker Hammann von

clearing

„Der Brandherd liegt zumeist abseits der Wege, mindestens zehn Meter im Wald, wo niemand entlang geht und das Feuer durch Unachtsamkeit entfacht haben könnte. Stets muss die eintreffende Feuerwehr vom Weg Schläuche an den Brandherd legen“, sagt Fischer. „Wir gehen davon aus, dass in einigen Fällen sogar Brandbeschleuniger verwendet wurde.“

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