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Blickachsen: Ein Haufen Schuhe, der nachdenklich stimmt

Von Von weitem wirkt der helle Haufen auf der Tenniswiese im Schlosspark wie Bauschutt. Beim Näherkommen ungläubige Erkenntnis: Ein Haufen Schuhe, so wie man sie auf Bildern von Konzentrationslagern gesehen hat. Daneben weitere Galoschen, sauber aufgereiht auf flachen Regalen. Wer genauer schaut, sieht vor jedem Paar einen Namen, sie alle in alphabetischer Reihenfolge.
Bad Homburg,Blickachsen im Schloßpark Foto: Jochen Reichwein Bad Homburg,Blickachsen im Schloßpark
Bad Homburg. 

Das Werk des Österreichers Wolfgang Beckersteiner "The heavy beauty of inner forms" (dt.: Die schwere Schönheit innerer Formen), entstanden von 2015 bis jetzt aus Beton und Stahlblech, gehört zur diesjährigen "Blickachsen"-Ausstellung, die rund 80 Werke von 37 Künstlern an acht Standorten des Rhein-Main-Gebietes präsentieren wird. Die Schau wird am 21. Mai eröffnet, doch schon in den vergangenen Tagen sind im Homburger Schloss- und Kurpark viele Kunstwerke gelandet - die Erläuterungsschildchen folgen noch.
 
Beckersteiners Schuhhaufen ruft vermutlich bei jedem Spaziergänger irgendeine Art von Gefühl hervor. Kaum einer, der nicht sein Smartphone zückt, um ein Foto zu machen - auch, weil die Arbeit so gegenständlich ist und so fein gearbeitet.
 
Der Künstler betont, dass es sich bei den 2648 aufeinandergestapelten Betonschuhen nicht um Abgüsse, sondern um Ausgüsse handelt. "Nicht der Schuh selbst ist das Objekt, sondern die Mehrinformation, die Hohlform, der persönliche Abdruck", sagt der Österreicher - deshalb auch der Titel. Wie bei jedem Kunstwerk gibt es auch hier mehrere Lesarten, dieses könnte denen gewidmet sein, die diese Schuhe einst ausfüllten.
 
Beckersteiner geht es auch um die Unterscheidung von Chaos und Ordnung. Die Abdrücke stammen von Menschen, die an des Künstlers Projekt "used shoes" (gebrauchte Schuhe) teilgenommen haben. Ihre Namen sind es, die an den Regalen stehen. Die Assoziation des Betrachters ist ein ganz eigenes Phänomen. 

(ahi/Foto: jr)
 

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