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Freiwilligenbörse informierte rund ums Ehrenamt: Einfach für andere da sein

Wer sich ehrenamtlich engagieren wollte, war am Samstag im Rathaus richtig. Im Sitzungssaal präsentierten sich zahlreiche Vereine, die tatkräftige Unterstützung suchten.
Dr. Sylvia Neuhäuser-Metternich (rechts) vom Arbeitskreis Asyl informiert Nicole Peters. Foto: Heiko Rhode Dr. Sylvia Neuhäuser-Metternich (rechts) vom Arbeitskreis Asyl informiert Nicole Peters.
Friedrichsdorf. 

In Friedrichsdorf wird es in absehbarer Zeit keinen Mangel an ehrenamtlicher Arbeit geben. Das ist jedenfalls ein Eindruck, den die Besucher haben konnten, die am Samstag den Weg in den Großen Sitzungssaal des Rathauses gefunden hatten. An 15 Ständen standen Ehrenamtliche bereit, um für ein Engagement in ihren Organisationen zu werben.

So suchte der Seniorenbeirat eine musikalische Begleitung für das Seniorencafé, und die Kulturloge Hochtaunus brauchte Büromitarbeiter. Der Stadtteil-Verein „Lebendiges Köppern“ hoffte auf Helfer bei der Vorbereitung für das Lindenfest, während der Bürgerselbsthilfeverein „Wir Friedrichsdorfer“ unter anderem Unterstützung im Spendenlager für Flüchtlinge suchte. Die Musikschule war nicht nur mit einer gut bestückten Kuchentheke und dem musikalischen Rahmenprogramm dabei, sondern hielt Ausschau nach Menschen, die sich zum Beispiel mit Hausmeistertätigkeiten einbringen wollen.

Für Luitgard Schader, Vorsitzende von „Wir Friedrichsdorfer“, dessen Gruppe „Freiwillig Aktiv“ die Freiwilligenbörse organisiert hat, spielt vor allem die Akzeptanz in der Bevölkerung eine große Rolle: „Deshalb ist es auch so wichtig, dass Vereine und Organisationen mit dieser Börse eine Möglichkeit bekommen, sich öffentlich zu präsentieren. Hier kommen wir direkt und ungezwungen ins Gespräch und bekommen dabei selbst auch neue Ideen.“

 

Gesellschaftlicher Wandel

 

Zum Beispiel auch Bernd Rückert, der als Nachfolger des „Börse-Erfinders“ Hagen Moor (wir berichteten), die diesjährige Veranstaltung koordiniert hat. Im Gespräch mit Mike Jegust, dem Vorsitzenden des SV Seulberg, der nach Unterstützung für seinen Sportverein suchte, war Rückert besonders von einem speziellen Workshop des SV fasziniert. Dort hatte man sich mit gesellschaftlichem Wandel befasst, um daraus neue Wege zu entwickeln, mehr Menschen in die Vereinsarbeit einzubinden. „Diese Idee könnte auch etwas für unsere Freiwilligenvermittlung sein. Wir müssen darüber nachdenken, wie es uns gelingen kann, auch zwischen den Börsen noch stärker präsent zu sein“, sagte Rückert. Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit der Resonanz auf die Freiwilligenbörse, auch wenn er sich etwas mehr Zulauf gewünscht hätte.

Regine Trenkle-Freund vom Arbeitskreis Asyl jedenfalls hatte Grund zur Freude. „Wir konnten eine ehemalige Lehrerin, die gern Deutschunterricht geben will, direkt an einen unserer Flüchtlinge vermitteln.“ Ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht, denn der Arbeitskreis sucht nach wie vor „händeringend“ Menschen, die Flüchtlinge im Alltag betreuen.

 

Senioren-Übungsleiter

 

„Ich möchte mich gern beim Hospizdienst einbringen“, sagte eine Besucherin, die im kommenden Jahr in Altersteilzeit gehen wird. „Dann falle ich selbst nicht in ein Loch nach einem langen Arbeitsleben und kann anderen ganz konkret helfen.“ Das könnte auch bei der Laienhilfe des Waldkrankenhauses geschehen, die sich zusammen mit dessen Freundeskreis präsentierte. Hier wurden unter anderem Freizeitbetreuer für psychisch Kranke, Gottesdienstbegleiter und Helfer für das Internet-Café gesucht. Mögliche Bedenken beim Umgang mit psychisch kranken Menschen wusste Dieter Becker vom Freundeskreis gleich zu zerstreuen: „Das ist leichter, als man vielleicht denkt, wenn man sich einfach nur genauso verhält wie immer. Das Grundwissen vermitteln wir vom Verein, der Rest kommt dann learning by doing.“

Unterstützung beim ehrenamtlichen Engagement versprach auch die Friedrichsdorfer Ortsvereinigung des Roten Kreuzes, die während der Börse vor dem Rathaus auch für das leibliche Wohl der Besucher sorgte. „Wir suchen zum Beispiel Senioren-Übungsleiter. Den dafür benötigten Übungsleiterschein kann man auf unsere Kosten machen“, so der Vorsitzende der Ortsvereinigung, Gerhard Stier. Genauso wie das DRK hat es auch die Musisch Bildnerische Werkstatt (MBW) vor allem damit zu tun, Nachrücker zu finden, wenn Mitglieder aus der aktiven Arbeit ausscheiden. „Deshalb ist es wichtig, über ein ausreichend großes Reservoir zu verfügen, aus dem heraus wir frei werdende ehrenamtliche Posten schnell wieder besetzen können“, so Carola Peter vom MBW-Vorstand.

Aber wer weiß, vielleicht konnte ja diese Besucherin genau hier andocken. Christina, die erst vor zwei Wochen nach Friedrichsdorf gezogen ist, will sich auf jeden Fall aktiv in der Stadt engagieren. Ihr Motiv bringt den Sinn und Zweck jeder ehrenamtlichen Arbeit abschließend auf den Punkt: „Es macht einfach Freude, anderen eine Freude zu machen.“

 

Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.wirfriedrichsdorfer.de und bei Bernd Rückert, E-Mail freiwillig-aktiv@wirfriedrichsdorfer.de. Sowie in der Koordinationsstelle Ehrenamt der Stadtverwaltung: Ute Meyer, Zimmer 409, Telefon (0 61 72) 7 31 13 38, E-Mail: ute.meyer@friedrichsdorf.de, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr und Donnerstag 13.30 bis 18 Uhr.

 

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