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Kostenloser Schwimmkurs für Flüchtlingskinder: Eins-zu-eins-Betreuung am Beckenrand

Viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien können nicht schwimmen. Damit das nicht so bleibt, bietet die DLRG für Mädchen und Jungen aus dem Friedrichsdorfer Flüchtlingsheim Unterricht an. Die Bilanz fällt nach den ersten sechs Stunden sehr gut aus.
Friedrichsdorf. 

Ängstlich stand Fatema (6) am ersten Tag des Schwimmkurses am Beckenrand des Friedrichsdorfer Freibads. Das Wasser war der jungen Afghanin, die bis dato noch nie ein Schwimmbad betreten hatte, irgendwie unheimlich. Sechs Unterrichtsstunden später ist die schüchterne Sechsjährige wie ausgewechselt und kaum noch aus dem kühlen Nass zu bekommen. „Schwimmen macht mir großen Spaß“, sagt die angehende Erstklässlerin. Fatema ist eines von neun Flüchtlingskindern, die seit Anfang August einen von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Friedrichsdorf organisierten Schwimmkurs besuchen dürfen.

„Eki Nagel hat uns gefragt, ob wir Flüchtlingskindern das Schwimmen beibringen könnten. Wir sagten sofort zu und hatten innerhalb einer Woche alle neun Termine organisiert“, berichtet der DLRG-Vorsitzende Dirk Fendler. Und weil neun Termine bei Schwimmkursen eigentlich nicht üblich sind – normalerweise sind es mindestens 12, manchmal sogar 15 –, setzt der Friedrichsdorfer Rettungsschwimmer auf eine intensive Eins-zu-eins-Betreuung. Das heißt, jedes Kind bekommt während des halbstündigen Unterrichts einen eigenen Betreuer zur Seite gestellt, mit dem es üben kann. „Das ist notwendig, weil wir natürlich wollten, dass so viele Kinder wie möglich ihr Seepferdchen-Abzeichen machen“, sagt Fendler. Eki Nagel, die sich ehrenamtlich im Friedrichsdorfer Flüchtlingsheim engagiert, ist von dem Einsatz der DLRG begeistert.

Viele Nichtschwimmer

Schwimmunterricht haben nicht nur viele Flüchtlinge notwendig, stellt der Vorsitzende der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Friedrichsdorf, Dirk Fendler, klar: „Die Zahl der Fünftklässler,

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„In der ersten Stunde haben wir mit der Wassergewöhnung begonnen“, erklärt die stellvertretende Jugendleiterin, Mareike Gerecht. Das heißt, die jungen Albaner und Afghanen konnten im seichten Wasser planschen und sich anschließend von den ehrenamtlichen Helfern der DLRG durchs Wasser ziehen lassen. Beim zweiten Termin wurden dann bereits die Schwimmbewegungen geübt. Erst auf den Bänken außerhalb des Beckens, später im Wasser. „Die Kinder haben sich am Rand festgehalten, während wir mit ihnen die Beinbewegungen geübt haben“, berichtet die gelernte Erzieherin, die seit drei Jahren in der DLRG aktiv ist.

 

Enorme Fortschritte

 

Und das machte allen Kindern mächtig viel Spaß. „Ich kann inzwischen schon schwimmen und tauchen“, erzählt die 8-jährige Parinaz. Seit acht Monaten lebt die Zweitklässlerin in Friedrichsdorf – das beheizte Freibad hatte sie bis dato jedoch nicht von innen gesehen. Und überhaupt: „Ich war generell noch nie in einem Schwimmbad“, erzählt die Afghanin, die ihre „Schwimmlehrerin“ Friederike Fendler mit ihrer schnellen Auffassungsgabe begeisterte. „Ihre Fortschritte sind enorm. Das überrascht mich immer wieder“, sagt die 13-Jährige.

Einige der Kinder haben inzwischen schon das „Frühschwimmerzeugnis Seepferdchen“ und zwei von ihnen auch noch das Jugendschwimmabzeichen Bronze abgelegt. Dafür mussten sie Folgendes können: einen Sprung vom Beckenrand, 200 Meter Schwimmen in höchstens 15 Minuten und einen Gegenstand aus circa zwei Meter tiefem Wasser herausholen. „Die beiden Mädchen hatten allerdings schon Vorkenntnisse“, erzählt Dirk Fendler und ist trotzdem mächtig stolz. Er lässt durchblicken, dass er sich durchaus vorstellen kann, noch einmal einen Kurs für Flüchtlingskinder zu organisieren. „Es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht. Auch wenn wir uns manchmal mit Händen und Füßen verständigt haben. Aber das hat sich bisher in jedem Fall gelohnt“, resümiert er.

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