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Umwelt: Experte referiert in der Humboldtschule über die Folgen des Klimawandels

Von Die Bad Homburger Humboldtschule beteiligt sich seit 2017 am Climate action-Projekt der Unesco-Schulen. Sie will Projekte und Methoden für den Schulalltag entwickeln, damit Schulen klimafreundlicher werden. Tipps dafür bekamen die Schüler jetzt von dem Klimaforscher Professor Thomas Hickler.
Schüler der Humboldtschule fertigten dieses Bild des römischen Kolosseums im Wüstensand, um darauf aufmerksam zu machen, wie der Klimawandel unser Leben verändern kann. Montage: Privat Schüler der Humboldtschule fertigten dieses Bild des römischen Kolosseums im Wüstensand, um darauf aufmerksam zu machen, wie der Klimawandel unser Leben verändern kann. Montage: Privat
Bad Homburg. 

Die Sache hat was von einem Hollywood-Katastrophenfilm: Gezeigt wird, wie Amsterdam in den Fluten versinkt, das Kolosseum in Rom verwüstet wird und ein Megasturm um die Tower Bridge in London tost. Schöne Grüße aus dem Jahr 2098. Das Szenario dieses Films, der in der Aula der Humboldtschule (HUS) gezeigt wurde, haben sich Schüler des Kunst-Wahlunterrichtes der Jahrgangsstufen acht und neun ausgedacht und mit diesen eindrucksvollen Bildern untermauert, die Unesco-Welterbestätten zeigen, wie sie wohl im Jahre 2098 aussehen könnten.

Nicht ohne Grund haben sie die Sache besonders düster gezeichnet: Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass die Folgen des Klimawandels dramatisch sein können und Klimaschutz spätestens jetzt beginnen muss. Die HUS fasst sich dabei an die eigene Nase, beteiligt sich seit 2017 am „Climate action-Projekt“ der Unesco-Schulen. Für dieses Projekt schlossen sich weltweit 250 Schulen zusammen, um sich zum Thema Klimawandel auszutauschen und gemeinsam Projekte und Methoden für den Schulalltag zu entwickeln, damit Schulen klimafreundlicher werden.

Die HUS-Schüler zeigten diesen Film – und einen besseren Einstieg hätte sich der Klimaforscher Thomas Hickler, Professor für Quantitative Biogeographie am Senckenberg Biodiversitäts-und Klimaforschungszentrum (BiK-F) und an der Goethe-Universität Frankfurt, vermutlich nicht wünschen können. Denn nach diesem Einstieg konnte er sicher sein, die Aufmerksamkeit seines Publikums zu haben.

Und was er zu sagen hatte, machte betroffen. So erinnerte er daran, dass nur aufgrund der Treibhausgase überhaupt Leben auf der Erde möglich ist, vor allem aufgrund von Wasserdampf. Das Problem: Die Menschen beeinflussen die Konzentration der beiden Treibhausgase CO2 und Methan so stark, dass die Klimaerwärmung immer weiter voranschreitet.

Problematisch ist auch der Anstieg des Meeresspiegels, der derzeit bei drei bis vier Millimetern pro Jahr liegt, im Jahr 2100 aber bereits bei zehn Millimetern liegen könnte. Das klingt zwar nicht nach viel, aber die wissenschaftlichen Vorhersagen sind unterschiedlich, es wird sogar ein Anstieg des Meeresspiegels zwischen 65 Zentimetern und einem Meter prognostiziert, wenn die Menschheit, wie Hickler es nannte, „weiter business as usual“ macht. Das würde bedeuten, dass ganze Inseln untergehen.

Müllsammeln beim Wandertag

Der Wandertag vor den Sommerferien war für die Klasse 6d der Humboldtschule ein besonderes Erlebnis: Den Weg in den Jubiläumspark nutzten die Schüler und sammelten den Müll vom Boden auf – dies war

clearing

Allerdings, nicht alles an der Erderwärmung ist schlecht, denn die Erderwärmung könne auch zur Zunahme an Biomasse führen. So werde es laut Hickler im Norden zu verstärktem Pflanzenwachstum kommen. Zum Beispiel werden Fichten und Rotbuchen ein um 33 bis 77 Prozent höheres Wachstum haben. Allerdings: Dies beruhe auch auf erhöhtem Stickstoffeintrag durch Verkehr und Landwirtschaft. Stickstoff sei ja ein Dünger. Andererseits werde die Fichte zum „Hochrisikobaum“, weil sie unter Trockenstress und unter erhöhtem Borkenkäferbefall leiden werde.

Hickler zeigte anhand verschiedener Pflanzenarten auf, dass sich die Areale der Pflanzen, verursacht durch die Erderwärmung, nach Norden verschieben werden und betonte: „Die Generalisten unter ihnen werden gewinnen!“

Weltweit werde es durch die zunehmende Trockenheit und Hitze in jedem Fall einen Verlust an Biodiversität geben. Damit das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens – die Erderwärmung solle nicht höher als zwei Grad gegenüber dem Stand des vorindustriellen Zeitalters betragen, und das ohne weitere negative Emissionen – doch noch erreicht werden könne, müsste die Emission der Treibhausgase auf unter Null reduziert werden, um den Zustand der Erde, wie er jetzt ist, aufrecht zu erhalten. Hickler: „Wir Menschen können unsere Zukunft selbst wählen.“

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