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Fichtegickel im Verwechslungswahn

„Wenn schon – denn schon“, dachte sich die Oberhöchstädter Theatergruppe „Die Fichtegickel“ – und wagte sich an eine Farce von Ray Cooney, die ihnen sowohl von der Ausstattung als auch von der schauspielerischen Leistung viel abverlangt. Noch können sie darüber lachen, stellte die TZ bei einem Probenbesuch fest.
Oberhöchstadt. 

„Habe ich wirklich Mittagsstellung gesagt?“, fragt Birgit Kühn ungläubig. Regisseurin Viktoria Fuchs würde ihr gerne antworten, muss dazu aber wie alle anderen vor lauter Lachen erst einmal wieder Luft holen können. Wenn man etwas über den Inhalt des neuen Stücks der Mimen vom KV 02 Oberhöchstadt weiß, wird das Gelächter schnell verständlich. „Wenn schon – denn schon“ handelt, kurz gesagt, von einem Londoner Politiker zu Thatchers Zeiten, der sich ein Schäferstündchen im Westminster Hotel arrangieren lassen will. Dass seine Frau ebenfalls im Hotel auftaucht und sich auch nicht als Unschuld in Person herausstellt, bildet den Auftakt zu einer großen Farce. Da kann einem statt einer unverfänglichen „Mittagsvorstellung“ schnell einmal etwas Zweideutiges rausrutschen.

Im 45. Jahr ihres Bestehens haben sich die Fichtegickel für eine klassische Verwechslungskomödie entschieden, die beim Publikum gemeinhin besonders beliebt sind. „Das Stück lebt vom Tempo, Tür auf, Tür zu, es gibt viele Auf- und Abgänge“, berichten Fuchs und Jörg Kuschel, der ihr sowohl bei der Regie assistiert als auch eine kleinere Rolle auf der Bühne übernommen hat.

Zudem bekämen auch die Politiker ihr Fett weg: „Und das haben ja viele auch verdient“, ergänzt Norbert Jäger alias Butler Hu Wong lachend.

„Wenn schon – denn schon“ stammt aus der Feder von Ray Cooney, einem der Lieblingsautoren der Gruppe. Es wird selten gespielt, was jedoch nichts mit der Qualität zu tun hat, versichern sie. Vielmehr wurde es für Drehbühnen geschrieben. Die Idee, eine zweite Bühne auf der Gegenseite der ersten im Haus Altkönig zu bauen und das Publikum die Stühle mitten im Stück um 180 Grad drehen zu lassen, wurde schnell verworfen. Für welche Lösung sie sich letztlich entschieden haben, wollen sie noch nicht verraten. „Ein anderes Stück wäre leichter. Der Aufwand zeigt aber, wie gut es uns gefällt“, sagt die Regisseurin.

Einen guten Monat hatten die sechs Männer und vier Frauen, die auf der Bühne stehen werden, Zeit, ihre Texte zu lernen. Die ersten beiden Proben haben bereits stattgefunden. Das Intervall, einmal wöchentlich, wird schon sehr bald verkürzt werden, kündigt Fuchs an: „Die spielerische Leistung verlangt das.“ So hätte der eine oder andere Charakter an vielen Stellen nichts zu sprechen, müsse aber trotzdem konzentriert mitspielen.

Spontaneität gehört dazu

Spontane Sprüche gehören bei aller Akribie dazu: „Das macht unsere Gruppe aus.“ Was aber motiviert sie dazu, ihre Ansprüche von Jahr zu Jahr höher zu schrauben und monatelang einen guten Teil ihrer Freizeit ins Textelernen, Kulissenbauen und Proben zu stecken? „Ich liebe es. Es gibt für mich nichts Schöneres, als auf der Bühne zu stehen“, antwortet Kuschel. Dazu kämen Rituale der eingeschworenen und erfahrenen Gruppe, auf die niemand mehr verzichten will.

Jäger etwa spendiert den Damen kurz vor dem Start jeder Aufführung einen kleinen Cognac für die Nerven, verraten sie. Oder das Einspielen von Katja Ebsteins „Theater“, bevor sich der Vorhang öffnet. Regisseurin Fuchs singt es kurz an, wird aber schnell von Kuschel unterbrochen: „Hör auf. Ich kriege jetzt schon Gänsehaut.“

Kartenvorbestellungen sind bis Mittwoch, 30. September, bei Norbert Jäger, Telefon (0 61 73) 6 42 22, Renate Nitzpon, Telefon (06173) 6 19 39, oder bei jedem anderen KV 02-Vorstandsmitglied möglich. Der Preis beträgt 15 Euro. Von Dienstag, 13. Oktober, an werden etwaige Restkarten im „DeliCasa“ in der Limburger Straße 1 verkauft. Am Samstag, 24. Oktober, heißt es dann zum ersten Mal offiziell „Wenn schon – denn schon“ im Haus Altkönig. Zur Premiere darf sich das Publikum auf einen Sektempfang freuen. Weitere Vorstellungen finden am Samstag, 31. Oktober, sowie am Freitag, 6. November, und am Samstag, 7. November, statt. Los geht es jeweils um 20 Uhr im Haus Altkönig. Außerdem spielen die Fichtegickel am Sonntag, 1. November, am selben Ort eine Nachmittagsvorstellung, die um 17 Uhr beginnt.

(dsc)
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