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Furioses Fugato-Finale: Haydns „Die Schöpfung“

Von Ein Klassiker, der seit über 200 Jahren den Zeitgeschmack trifft und nun als Abschlusskonzert einen erfolgreichen Endpunkt des Orgelfestivals Fugato 2014 darstellte. Die Erlöserkirche war am Sonntag fast ausverkauft für: Die Schöpfung von Joseph Haydn.
Bad Homburg. 

Wenn ein Werk über so lange Zeit in ununterbrochener Folge zu Aufführungen auffordert, kann man mit Fug und Recht von ganz großer Kunst sprechen. Und auch die Zuhörer am Sonntag in der Erlöserkirche fühlten sich besonders angesprochen von Joseph Haydns Werk, das 1798 in Wien uraufgeführt wurde. Nicht etwa in einer Kirche, wie für Oratorien sonst üblich, sondern im Palais Schwarzenberg neben dem Schloss Belvedere.

Hofbibliothekar Gottfried van Swieten schrieb das Libretto dazu auf biblischen Grundlagen, aber auch nach Motiven aus der englischen Lyrik. In der Einleitung wird musikalisch das herrschende Chaos beschrieben, mit für damalige Ohren gewagten Dissonanzen.

Ein Paukenschlag

Dass sich etwas formen will, ist zu hören, ein gewaltiger Paukenschlag kündigt es an, mit zarten aufsteigenden Dreiklängen lässt sich bereits das Licht ahnen. Und Erzengel Raphael (Christoph Begemann, Bass) singt es, sehr behutsam, ohne jegliche Begleitung, nach ihm der Chor und dann der Knall: „Und es ward Licht!“ Uriel (Carsten Süss, Tenor) kündet von der Entstehung des ersten Tages und mit ihm der Chor.

Beide Männerstimmen füllten ihre Rollen großartig aus, wie sich auch im Weiteren noch zeigen sollte. Erzengel Gabriel (Katharina Persicke, Sopran) kommt zum Lob des zweiten Schöpfungstages hinzu, auch sie mit sehr ausdrucksvoller Stimme und, wenn der Bachchor der Erlöserkirche klanggewaltig berichtet: „Und laut ertönt aus ihren Kehlen des Schöpfers Lob“, schafft sie es, sich noch darüber zu schwingen.

Und wie Haydn mit Tönen beschreibt! Wie er mit Melodien und Rhythmen Situationen zaubert und die Instrumente mit ihren unterschiedlichen Klängen für die Färbung einsetzt!

Bunte und sehr eindrucksvolle Bilder entstehen da: brausende Stürme, fliegende Wolken, feurige Blitze und schrecklich rollende Donner, aber auch duftende Kräuter und Blumen.

Soli, Chor und Orchester wirkten hervorragend zusammen, zeigten bei aller Konzentration auch selbst viel Freude an dem lebhaft kunstvollen Geschehen.

Virtuoses Orchester

Das Barockorchester L’arpa festante, schon häufig mitwirkend bei großen Werken unter Susanne Rohns Leitung, bewies auch diesmal virtuos seine Fähigkeiten auf Instrumenten aus der Entstehungszeit des Werkes.

Nun, die Schöpfung aus der Bibel kennt jeder, die Bild- und Tongeschichte, die Haydn und van Swieten daraus gemacht haben, ist wunderschön – voll Anmut und auch mit Humor versehen. Der sechste Schöpfungstag schließlich bringt Adam und Eva.

Als schönes und besonders klangvolles Paar stellten sie sich dar, die Wonnen des Garten Edens klangvoll in solcher Hingebung und Zuneigung vermittelnd, dass die Vorstellung, sich noch einmal im Paradies zu befinden, sehr nahe lag.

Überwältigend war der Schlusschor mit Soli: „Singt dem Herren alle Stimmen! … Lasst Lob im Wettgesang erschallen!“ Dem ist nichts hinzuzufügen – ein voller Erfolg für alle Beteiligten!

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