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Gesundes für Bedürftige

Von Jeden Freitagnachmittag halten Ehrenamtliche vom Verein „Wir Friedrichsdorfer“ Lebensmittel-Kisten für Bedürftige bereit. Aber bald könnte es in der Ausgabestelle eng werden.
Eine neue Lieferung ist angekommen (v. r.): Ingrid Petry, Markus Fischer, Ursula Wernicke und Elisabeth Schlusa bringen die Waren in die Räume der Tafel. Alle Lebensmittel werden von den Ehrenamtlichen auf ihre Qualität kontrolliert und gegebenenfalls aussortiert.	Foto: ys Foto: Yvonne Späne Eine neue Lieferung ist angekommen (v. r.): Ingrid Petry, Markus Fischer, Ursula Wernicke und Elisabeth Schlusa bringen die Waren in die Räume der Tafel. Alle Lebensmittel werden von den Ehrenamtlichen auf ihre Qualität kontrolliert und gegebenenfalls aussortiert. Foto: ys
Friedrichsdorf. 

Karotten, Paprika, Rosenkohl, Kohlrabi und Fenchelknollen liegen ordentlich in einer Reihe. Vor großen grünen Plastikkisten stehen Ingrid Petry, Elisabeth Schlusa und Markus Fischer und sortieren das Gemüse ein. Bananen, Mandarinen, Brot, Joghurt und Fertiggerichte gehören auch zum Sortiment. Freitag ist Tafeltag für die Ehrenamtlichen vom Verein „Wir Friedrichsdorfer“. „Früh werden die Waren in den Supermärkten, Dicountern und Bäckereien von zwei Freiwilligen per Laster abgeholt. Vormittags wird die Ware gesäubert und sortiert“, erklärt Bernd Scholz, der die Aktion leitet.

Nachmittags kommen die bedürftigen Familien und holen sich die fertig gepackten Kisten mit den Lebensmitteln. Die Geschäfte müssten diese Lebensmittel sonst wegwerfen. Denn es sind Sachen, die noch gut, aber nicht mehr ganz frisch sind. Sie könnten nicht mehr verkauft werden.

Rund 70 „Tafel-Kunden“ gibt es derzeit in Friedrichsdorf. Alle zwei Wochen dürfen sie sich in der Ringstraße eine Kiste abholen. Sechs Personen kommen pro Viertelstunde dran. „Große Familien bekommen zwei“, sagt Scholz, der auch froh ist, dass es derzeit hier noch keine Warteliste gibt. Wer ein Recht auf eine Lebensmittel-Kiste hat, entscheidet das Diakonische Werk in Bad Homburg in der Heuchelheimer Straße. „Dort wird eine Einkommensprüfung durchgeführt, dann erhalten Bedürftige einen Berechtigungsschein“, erklärt Scholz.

Bedarf wächst

Jetzt allerdings sieht er ein Problem auf die Tafel zukommen. „Die Flüchtlinge hätten sicher auch ein Recht auf eine Lebensmittelkiste. Wir versorgen sie natürlich sehr gern. Aber wir könnten Kapazitätsprobleme bekommen. Unsere Räume wären dann wahrscheinlich zu eng.“ Derzeit gehörten nur vereinzelte Flüchtlinge zu den Klienten. Vermutlich, weil viele von ihnen einfach noch nichts von der Tafel wüssten.

Seit vier Jahren gibt es die Friedrichsdorfer Tafel jetzt. Der Bedarf habe stetig zugenommen. „Anfangs haben wir nur 20 Haushalte versorgt.“ Viele Menschen, die ihren Job verloren haben, seien sozial ausgegrenzt. Und: „Wer einmal aussortiert ist, für den ist es schwierig, wieder etwas zu finden.“ Wie manche Firmen mit Bewerbern umgingen, sei „unterirdisch“.

Der logistische Aufwand für die Ehrenamtlichen ist groß. „Ich brauche jeden Freitag zwölf Leute zum Lebensmittel-Sortieren und -Ausgeben. Gut, dass Scholz Erfahrung im Organisieren hat. Der 62 Jahre alte Elektroingenieur ist in Altersteilzeit und hat früher im internationalen Vertrieb einer großen Firma gearbeitet.

Wer sich bei der Tafel oder anderweitig im Verein „Wir Friedrichsdorfer“ engagieren möchte, der kann sich per E-Mail bei Bernd Scholz melden wifri@scholz.de oder bei kontakt@wirfriedrichsdorfer.de. Das Vereins-Büro in der Ringstraße 4 ist dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet, Bürotelefon: (0 61 72) 13 75 39, Fax: 13 75 40. Internet: www.wirfriedrichsdorfer.de. Die stellvertretende Vorsitzende ist Luitgard Schader, einen Vorsitzenden gibt es derzeit nicht. Der Verein wurde am 16. September 1999 gegründet und hat rund 300 Mitglieder.

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