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Freiwilligen-Börse: Heldenvermittlung geöffnet

Von Nach acht Jahren Engagement für die Ehrenamtler-Vermittlung „Freiwillig aktiv“ ist Schluss: Hagen Moor hat sein eigenes Ehrenamt abgegeben. Die Freiwilligen-Börse am Samstag hat er noch mitorganisiert.
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Friedrichsdorf. 

Hagen Moor ist durch und durch Hanseat. Und als waschechter Hamburger käme es für ihn nie in Frage, Orden oder ein anderes Ehrenzeichen anzunehmen. Auch mag der 76-Jährige sich, als bescheidener Mensch, keinesfalls in den Vordergrund stellen. Doch eine Ausnahme lässt er zu: Wenn es der Sache dient, dann ist Hagen Moor bereit, mit der TZ über sein Engagement für die Freiwilligen-Vermittlung „Freiwillig aktiv“ zu sprechen. „Ich habe mich immer ausschließlich der Sache verpflichtet gefühlt“, betont er. „Wir wollen Menschen helfen, helfen zu dürfen.“

Eine der wichtigsten Initiativen, um auf die Vermittlung von Ehrenämtern aufmerksam zu machen, ist die Freiwilligen-Börse, die am Samstag im Rathaus stattfindet. Doch mit der Organisation der dritten Auflage dieser Veranstaltung ist für Hagen Moor Schluss: Er hört aus Alters- und auch aus gesundheitlichen Gründen auf. Zuletzt war Moor Beisitzer im Vorstand des Bürgerselbsthilfevereins „Wir Friedrichsdorfer“, unter dessen Dach die Freiwilligenvermittlung seit 2013 engagiert ist. Gegründet wurde „Freiwillig aktiv“ jedoch als eigenständiger Verein im April 2007. „Die Initiativgruppe bestand damals aus Dr. Dieter Hondelmann, Gerhard Stier, Ulrike Lohmar, Reiner Stock und Andreas Fischbach“, erinnert Moor an die Anfänge. „Ich bin dazu gekommen, weil mich Dieter Hondelmann angesprochen und für die Umsetzung dieser Idee Mitstreiter gesucht hat.“ Ziel der Initiative war und ist, das Bürgerengagement zu fördern und Personen, die sich ehrenamtlich engagieren wollten, weiterzuvermitteln – beispielsweise an Vereine. Doch der Verein hatte, erinnert sich Moor, im ersten Jahr Probleme, „in der politischen Öffentlichkeit anzukommen“. Als der Verein dann vor der Auflösung stand, da es nicht mehr genügend Leute gab, die sich der Sache annahmen, erklärte Moor sich bereit, den Vorsitz zu übernehmen – ursprünglich mit der Vorstellung verknüpft, nur für ein Jahr im Amt zu bleiben. „Ich fand die Idee von Freiwillig aktiv so sinnvoll, es wäre schade gewesen, diese tolle Sache sterben zu lassen.

Doch aus dem ursprünglich festgesetzten einem Jahr sind jetzt fünf geworden. „Weil sich nie jemand anderes gefunden hat“, sagt Moor, der bereits in seiner Jugend engagiert war: „Ich war Jungscharleiter in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde“, verrät er. 1985 ist Moor mit seiner Familie nach Köppern gezogen und lebt jetzt in Friedrichsdorf.

 

Mit der Stadt

 

Die Zukunft der Ehrenamtsvermittlung stand im Juni 2013 erneut auf dem Spiel. Die Mitglieder hatten beschlossen, den Verein aufzulösen, da sie erneut vor dem Problem standen, dass sich niemand finden ließ, der Moor als Vorsitzender ablösen wollte. „Zuletzt hatte der Verein nur noch 17 Mitglieder“, berichtet Moor. „Dann kam der Gedanke auf, sich der Bürgerselbsthilfe ,Wir Friedrichsdorfer‘ anzugliedern. Denn wir fanden: Die Freiwilligen-Vermittlung und die Betreuung des Stellenmarkts für Freiwillige passen gut in das Konzept des Bürgerselbsthilfe-Vereins.“ Hinzu kam: Ein Großteil der Mitglieder von „Freiwillig Aktiv“ war bereits dem Bürgerselbsthilfe-Verein beigetreten. „Und von den Mitgliedern von ,Wir Friedrichsdorfer‘ sind wir super aufgenommen worden.“

Er selbst hat in den vergangenen zwei Jahren als Vorstandsmitglied der „Wi-Fris“, wie der Vereinsname liebevoll abgekürzt wird, die Arbeit in gewohnter Weise fortgesetzt und auch die Zusammenarbeit mit der städtischen Koordinationsstelle Ehrenamt beibehalten. „Die Kooperation mit der Stadt ist sehr gut“, lobt Moor. „Gemeinsam organisieren wir unsere Freiwilligen-Börse, die unter dem Motto ,Heldenvermittlung‘ steht“.

Die Stadt kümmert sich auch um den sogenannten Stellenmarkt und vermittelt denjenigen, die gern in Sachen gemeinnützige Arbeit aktiv werden wollen, ehrenamtliche Tätigkeiten. Über 50 verschiedene Aufgaben werden derzeit angeboten. Auf den ehrenamtlichen Stellenmarkt kann man sich sowohl über die Internetadresse der Stadt www.friedrichsdorf.de klicken wie über die Adresse von „Wir Friedrichsdorfer“ www.wirfriedrichsdorfer.de.

Was Moor besonders freut: „Die Übergabe ist vollbracht. „Wir haben in Bernd Rückert, der bei ,Wir Friedrichsdorfer‘ unter anderem für die Tafel aktiv ist, jemanden gefunden, der die Sache sehr gut in die Hand nimmt.“ In der Übergangszeit will er seinem Nachfolger gern helfen, wenn nötig. „Ich fühle mich entlastet und befreit, und ich weiß zudem, dass Bernd Rückert ein tolles Team zur Seite steht.“ Deshalb, so Moor weiter, habe er auch kein Problem damit, jetzt loszulassen.

Seine Zeit weiß der Steuerfachmann im Ruhestand gut zu nutzen. Seit dem Tod seiner Frau Inge, der ehemaligen Stadtverordnetenvorsteherin, im vergangenen Jahr muss er sich auch um den Haushalt kümmern. „Ich lerne gerade kochen, und das Lob meiner Enkelin bestärkt mich darin, dass ich auf einem guten Weg bin“, verrät Moor. Zudem hat er sich selbst kürzlich zum Geburtstag ein Fahrrad geschenkt, mit dem er zum Gärtnern zu seinem über 3000 Quadratmeter großen Gartengrundstück radeln kann.

 

Die „Heldenvermittlung“ der dritten Freiwilligen-Börse ist am Samstag von 11 bis 15 Uhr im Rathaus, Hugenottenstraße 55, geöffnet.

 

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