Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Heute: Rundgang erinnert an NS-Opfer

Mit einem Rundgang zu den im Jahr 2013 verlegten Stolpersteinen für Königsteiner NS-Opfer erinnert die „Initiative Stolpersteine“ heute an die Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren. Dem Königsteiner Rabbiner Siegfried Wetzler und seiner Frau war diese Rettung nicht vergönnt.
Königstein. 

Als die Rote Armee am 27. Januar 1945 in das Konzentrationslager einrückte, bedeutete das für fast 5800 Gefangene die Rettung vor dem sicheren Tod. Und doch ist diese Zahl so verschwindend gering, bedenkt man, dass zwischen 1941 und 1945 dort 1,1 Millionen Menschen von den Nazis ermordet wurden.

Auschwitz ist zum Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden geworden. Seit 1996 zunächst „nur“ der offizielle deutsche Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, ist der 27. Januar auch der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

Den 70. Jahrestag der Befreiuung im Blick, lädt die „Initiative Stolpersteine“ für den heutigen Nachmittag zu einem Rundgang vorbei an den 2013 verlegten Königsteiner „Stolpersteinen“ ein. Die Teilnehmer treffen sich um 17.30 Uhr am Alten Rathaus vor dem Haus Neugasse 1.

Sieben Königsteiner Bürger wurden in Auschwitz ermordet, Berta Hess starb auf dem Transport dorthin. In Auschwitz kamen Albert Cahn, Gertrude Gemmer, Adolf und Werner Hess, Martha Woelcke sowie Siegfried und Rebekka Wetzler ums Leben.

Für den früheren Königsteiner Rabbiner Siegfried Wetzler und seine Frau Rebekka werden am 13. März dieses Jahres Stolpersteine vor dem Haus Ölmühlweg 19 verlegt. Der am 4. Juni 1880 in Binswangen in Baden-Württemberg geborene Wetzler hatte am 1. Juli 1929 seine Stelle als Lehrer der israelitischen Kultusgemeinde Königstein angetreten. Die Familie wohnte im Haus der jüdischen Gemeinde im Ölmühlweg 19.

Aus Unterlagen der Polizei geht hervor, dass die Königsteiner Synagoge schon lange vor der Reichspogromnacht Ziel von Attacken war. Laut einer Anzeige Wetzlers wurden Fensterscheiben der Synagoge zweimal im Jahr 1936 sowie mehrmals im Jahr 1937 eingeworfen.

In der Reichspogromnacht zerstörten Nazis in der Wohnung des Ehepaars das Mobiliar. Die Eheleute Wetzler hatten sich zu diesem Zeitpunkt vermutlich bei ihrem Sohn Josef in Paris aufgehalten, der dort studierte. Sie kehrten nicht nach Deutschland zurück.

Doch das rettete ihnen nur zeitweise das Leben. Nachdem die Wehrmacht in Frankreich einmarschiert war, wurden die Eheleute verhaftet und in das „Camp Drancy“ bei Paris gebracht. Von dort aus wurden rund 65 000 hauptsächlich französische Juden in die Vernichtungslager nach Polen deportiert. Mit dem Transport Nr. 42 wurde Siegfried Wetzler am 11. Juni 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert, seine Frau Rebekka am 6. November 1942 mit dem Transport 901/36.

Das weitere Schicksal von Siegfried und Rebekka Wetzler und der Zeitpunkt ihres Todes sind unbekannt.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse