E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

Flüchtlingsunterkunft in der Nähe der Altkönigschule eröffnet: Hoffnung säen, Freude ernten

Von Am Dienstagnachmittag wurde das neue Flüchtlingsheim an der Altkönigschule eröffnet. Der Modulbau bietet bis zu 70 Menschen ein neues vorläufiges Zuhause. Trotzdem werden die Räume wohl nicht ausreichen: Noch in diesem Jahr könnte eine weitere Unterkunft in Kronberg entstehen.
Ehrenamtliches Engagement beim Anschließen der Waschmaschinen. Bilder > Foto: Reichwein Ehrenamtliches Engagement beim Anschließen der Waschmaschinen.
Kronberg. 

Fußball verbindet. Insofern lag es für Stefan Engel, Leiter der Altkönigschule (AKS), nahe, ein solches Spielgerät als Geschenk in die neue Flüchtlingsunterkunft mitzubringen: „Wir freuen uns auf unsere neuen Nachbarn und sind neugierig auf die Menschen, die kommen.“

Vor knapp vier Monaten fiel die Entscheidung, den Modulbau an der Schönberger Straße südöstlich des Rasensportplatzes zu Wohnzwecken umzubauen. Das Gebäude wurde während der Sanierung der AKS für Ersatzunterricht genutzt und stand danach leer. Nun finden dort bis zu 70 Flüchtlinge Platz. Die ersten fünf Bewohner waren bei der offiziellen Eröffnung am Dienstagnachmittag bereits eingezogen.

Engels Ball wanderte direkt in die Hände von Jochen Dürr. Er ist als Sozialarbeiter beim Diakonischen Werk Main-Taunus angestellt und wird die neuen Bewohner künftig betreuen. Aber nicht alleine: Dürr ist bereits mit einer 60-Prozent-Stelle in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen RPZ tätig – und bleibt dies auch weiterhin. Die restlichen 40 Prozent arbeitete er bisher als Gemeindepädagoge in der evangelischen Markusgemeinde in Schönberg: „Meines Wissens ist dort keine Nachfolge vorgesehen.“

Da im Vertrag zwischen Kreis und Diakonie auch an der AKS eine 60-Prozent-Stelle als Betreuung vereinbart wurde, fehlt noch eine Kraft für die Besetzung der restlichen 20 Prozent. Hierfür werden nach Angaben des Kreises derzeit noch Gespräche geführt.

Die Räume in der Unterkunft wirken zweckmäßig, die ehemals rund 60 Quadratmeter großen Klassenräume wurden durch Trennwände in Zimmer mit drei bis vier Betten aufgeteilt. Hinzu kommen Aufenthaltsräume, geräumige Küchen sowie Duschen und Waschmaschinen auf jeder Etage.

Hans-Willi Schmidt von der Flüchtlingshilfe Kronberg bezeichnete die Aufteilung als „gelungen“ und hob das gemeinsame Miteinander von Helfern, Bürgern und Vereinen bei der Integration der derzeit 85 Flüchtlinge hervor: „Wer Hoffnung sät, wird Freude ernten.“

Das große ehrenamtliche Engagement hoben auch andere Redner wie die für Flüchtlinge zuständige Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD) hervor. Der Umbau sei in hohem Tempo erfolgt, und dies sei auch nötig gewesen: „Zurzeit kommen rund 30 Flüchtlinge pro Woche in den Hochtaunuskreis.“ 180 werden es voraussichtlich bis zum Jahresende in Kronberg sein. Eine mögliche Unterbringung in Sport- oder Stadthallen bei mangelnden Alternativen, wie sie der Kreisbeigeordnete Johannes Baron (FDP) im Main-Taunus-Kreis im Mai ins Spiel gebracht hatte, könne nur die allerletzte Lösung sein, erklärte sie: „Wir mussten bisher Gott sei Dank kein Bürgerhaus räumen.“

 

Eigene Ideen der Schüler

 

Kronberg wäre in der Lage, das zu erwartende Kontingent aufzunehmen, berichtete Integrationsdezernent Hans Robert Philippi (SPD) – bräuchte dafür aber noch eine weitere Unterkunft. Derzeit würden Gespräche mit Architekten und Fertigbau-Unternehmen geführt, mit dem Kreis seien Grundstücksfragen zu klären. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) ging er direkt nach dem offiziellen Teil in medias res und führte ein längeres Gespräch mit Hechler. Der neue Standort liegt Philippi zufolge „voraussichtlich in Kronberg Süd“, wie Temmen auf TZ-Nachfrage präzisierte, und könne „möglicherweise noch in diesem Jahr“ realisiert werden.

In der Burgstadt sei ein Engagement entstanden, „das seinesgleichen sucht“, hob der Bürgermeister hervor. Im Gegensatz zu manch anderen Städten habe es bei dem Projekt keine Diskussionen gegeben: „Die Bevölkerung trägt dies mit“, und auch die AKS habe sich sofort kooperativ gezeigt. Die Schüler haben sich unterdessen schon eigene Gedanken gemacht, wie die Integration gelingen könnte, verriet Schulsprecher Gianni Barber: „Wir könnten ein Fußballturnier und gemeinsame Konzerte organisieren oder für die Flüchtlinge kochen. Zeit mit ihnen zu verbringen, ist meiner Meinung nach der beste Weg, sie zu integrieren.“

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen