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Oberbürgermeister Alexander Hetjes: „Ich bin der neue Chef“

Bad Homburg hat seit dem 18. September einen neuen Regenten. Doch wer ist dieser Alexander Hetjes (36) überhaupt? Die Klasse 4 d der Friedrich-Ebert-Schule Bad Homburg besuchte mit ihrer Klassenlehrerin Yvonn Kretzschmar den Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) im Rathaus und fühlte ihm auf den Zahn.
Alexander Hetjes ist der neue Chef im Rathaus Bad Homburg.
Fotos: Matvey, Taha, Yunus Alexander Hetjes ist der neue Chef im Rathaus Bad Homburg. Fotos: Matvey, Taha, Yunus
Bad Homburg. 

Rathaus, 4. Stock, Konferenzraum, warten auf den Oberbürgermeister Alexander Willem Hetjes. Der Blick aus dem großen Fenster des Konferenzraums zeigt einen großartigen Ausblick über Teile unserer Stadt: Der Weiße Turm ist deutlich zu sehen, mehrere Kräne, die Neues in der Stadt bauen, Dächer der Stadthäuser . . .

9.10 Uhr. Mit leichter Verspätung, aber sehr gut gelaunt betritt ein sehr großer Mann, der Oberbürgermeister den Konferenzraum. Er entschuldigt sich wegen der kleinen Verspätung. Er sagt, es sei unvorhergesehen ein Termin dazwischen gekommen. So sieht der Alltag eines Oberbürgermeisters aus. Alexander Hetjes ist in Begleitung seines Pressesprechers Andreas Möhring, der auch einige Fotos macht.

Wie kam er auf die Idee, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren? Eine solche Frage könne man nicht so schnell beantworten, meint Hetjes. Politisch aktiv sei er schon seit 20 Jahren, mit 16 trat er in die Junge Union der CDU ein, als Kirdorfer wurde er eigentlich schon als CDU-ler geboren. Als Kind im Alter von 9 oder 10 Jahren hat er seine Eltern bei Wahlen in die Wahlkabine begleitet und wollte wissen, was genau dort passiert. Letztes Jahr sei er dann gefragt worden, ob er Oberbürgermeister werden möchte. Voraussetzung für seine Kandidatur, so betont er, sei das Einverständnis seiner Frau gewesen, weil er ja als Oberbürgermeister viel unterwegs sein muss. Und dann ist da noch sein kleiner Sohn, mit dem er auch Zeit verbringen möchte.

Natürlich hat Alexander Hetjes auch eine richtige Ausbildung. Nach dem Abitur hat er eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der „Alten Leipziger“ durchlaufen und war danach 14 Jahre lang selbstständiger Versicherungsmakler und hat Versicherungen verkauft. Sein Lieblingsfach in der Schule war Erdkunde.

Sein neues Amt findet er sehr interessant und schön, mit dem eine große Ehre, aber auch große Verantwortung einher gehe. Verantwortung für viel Geld und eine Menge Personal – 1500 Mitarbeiter, deren Dienstherr er ist. Aber es macht ihm auch viel Spaß.

Bei seiner Arbeit muss der Oberbürgermeister sehr viel sitzen, entweder auf Stühlen in Sitzungen oder im Auto auf dem Weg zu Besprechungen und Terminen. Eine andere wichtige Aufgabe ist das Unterschreiben vieler Formulare und Dokumente.

Hetjes berichtet, dass sein Arbeitstag meistens von 8 Uhr bis 22 Uhr dauert, manchmal ist er auch am Wochenende unterwegs, bei Repräsentationsterminen ebenso wie bei der Eröffnung einer Ausstellung. Letztens sei er sogar bei der Taufe eines Segelflugzeugs gewesen, welches er auf den Namen „Bad Homburg“ taufen durfte.

In Ausnahmefällen, wie bei der Ankunft der Flüchtlinge in Bad Homburg, ist er auch nachts unterwegs. So war er von 24 Uhr bis 3 Uhr morgens mit Landrat Ulrich Krebs (CDU) bei den Vorbereitungen für die Unterkünfte der Flüchtlinge vor Ort. Am meisten gefällt Alexander Hetjes an seiner Arbeit, dass er viele interessante Leute trifft. Er spricht auch mehrere Sprachen Englisch und Französisch (ein bisschen).

Als Oberbürgermeister muss man die Stadt verwalten. Es gibt dafür drei Ebenen: Oberbürgermeister, Bürgermeister und die Stadtverordneten. Neben der Wahrnehmung seiner repräsentativen Aufgaben muss der Oberbürgermeister auch Aufgaben an seine Mitarbeiter verteilen – er sagt, das ist so ähnlich wie bei den Hausaufgaben, die die Schüler und Schülerinnen in der Schule von ihren Lehrern bekommen. Wenn die Aufgaben erledigt sind, muss er sie kontrollieren.

Die Stadt regiert er auch nicht alleine, obwohl er Oberbürgermeister genannt wird. Die Regierung erfolgt durch die Parteien im Stadtparlament. Streiten muss er sich hin und wieder auch einmal mit den verschiedenen Parteien, aber das hängt vom Thema ab, um das es geht.

Die Anzahl seiner Mitarbeiter im Rathaus umfasst 800 Personen, außerdem kommen zwei Betriebe, die der Stadt gehören, hinzu – Betriebshof und Stadtwerke, sowie die Kur-und Kongress-GmbH, die Spielbank und eine Klinik, sowie weitere kleinere Betriebe.

Sehr wichtig ist sein Pressesprecher Andreas Möhring. Aber eigentlich ist jeder Mitarbeiter wichtig, weil alle Aufgaben aufeinander abgestimmt sind. Die meiste Zeit braucht er für die Führung der Verwaltung als Dienstleister gegenüber den Einwohnern der Stadt Bad Homburg.

Beim Thema Umweltschutz sieht Alexander Hetjes seine Partei als die Umweltpartei. Er sagt, dass wenn die Menschen ihre Umwelt weiter so belasten, sie Probleme haben werden, Länder würden unbewohnbar werden.

Zum Thema „Flüchtlingswelle“ äußert er, sei es die zentralste Aufgabe, die Menschen unterzubringen, also Unterkünfte zu finden oder zu bauen und die Menschen mit Essen und Trinken zu versorgen. Flüchtlingskinder im Alter von 3 bis 6 Jahren sollen eine Kita besuchen können. Wenn das erst mal nicht klappt, findet eine Vorortbetreuung statt. Ab dem 6. Lebensjahr geht es dann in die Schule.

Ein weiteres Vorhaben der Stadt ist aufgrund eines neuen Gesetzes die Errichtung einer Kindernotfallversorgung im Krankenhaus Bad Homburg. Für Notfälle muss man bislang bis nach Höchst oder an die Uni-Klinik in Frankfurt fahren.

Erfreuliches berichtet der Oberbürgermeister zu neuen Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Es soll ein Kino am Bahnhof gebaut werden, die Louisenstraße soll attraktiver gemacht werden und für Jugendliche soll es eine Abendbeschäftigungsmöglichkeit in Form einer Discothek geben. Die Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz werden in zwei Jahren beendet sein, das Kino soll 2018 fertig sein.

Hetjes setzt sich auch für den Bau von Wohnungen, notwendigen Straßenreparaturen, den Ausbau der Fahrradwege, sowie die Ansiedlung neuer Firmen ein. Firmen sind wichtig, bekräftigt er, denn diese bringen Geld in Form von Gewerbesteuer in die Stadt und somit Geld für viele Vorhaben.

Nach all den Aufgaben, die der Oberbürgermeister zu erfüllen hat, verrät er abschließend, was er in seiner wenigen Freizeit macht: viel Zeit davon mit seinem Sohn verbringen und mit seinen beiden Möpsen Gassi gehen.

 

Die Autoren: Dajanira, Damjan, David, Eduard, Filiz, Gabriel, Julian, Lara, Marie Martina, Marvin, Mathilda, Matvey, Sarah C., Sarah S., Stella, Taha, Tekinay, Theresa, Yunus

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