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„Ich freu mich wie Bolle“

Von Orschel, Helau – endlich hat die Fünfte Jahreszeit begonnen. Den feierlichen Auftakt zur Kampagne 2014/15 markierte am Dienstag die Inthronisation der neuen Tollität. Für ihn gehe ein Lebenstraum in Erfüllung, sagte ein sichtlich bewegter Prinz Jürgen I.
Er hat sichtlich Spaß an seiner neuen Aufgabe: Jürgen Sommer ist seit Dienstagabend offiziell Orschels Karnevalsprinz.	Foto: Reichwein Er hat sichtlich Spaß an seiner neuen Aufgabe: Jürgen Sommer ist seit Dienstagabend offiziell Orschels Karnevalsprinz. Foto: Reichwein
Oberursel. 

Demokratie ist doch langweilig – jetzt wird wieder „durchregiert“! Denn von nun an hat in der Brunnenstadt wieder ein Prinz das Sagen, dank der Fassenacht. Jürgen Sommer ist in dieser Session der Glückliche (TZ berichtete). Pardon, wir meinen natürlich Prinz Jürgen I. – wurde doch am Dienstagabend die feierliche Inthronisation der neuen Tollität in der Stadthalle zelebriert.

Bilderstrecke Oberursel: Prinz Jürgen I. wird inthronisiert
Seit dem 11.11.2014 wird Oberursel von Prinz Jürgen I. regiert. Mit dessen Inthronisation beginnt die Narrenzeit. Fotos: Jochen ReichweinDie Prinzengarde beim EinzugDie Midigarde des BCV sorgte mit für das bunte Programm.

Bevor es allerdings ernst wurde für den 49-Jährigen, der im wahren Leben eine Firma für Schädlingsbekämpfung führt, stand noch ein buntes Programm auf dem Plan. Nach der Begrüßung durch Moderator Klaus-Peter „KP“ Hieronymi und einem fulminanten Auftakt der royalen Show, den die Midi-Garde des Bommersheimer Carneval Vereins (BCV) gestaltete, gab’s die ersten lauten Lacher im nahezu voll besetzten Saal: Die heimsten sich ebenfalls BCV-Gewächse ein, und zwar Alexander Wehrheim und sein Sohn Basti, die einen Vortrag zu einem aktuellen Thema ablieferten – dem Umgang der jungen beziehungsweise älteren Generation mit der neuesten Technik. Während der halbwüchsige Filius dem Herrn Papa „betreutes Surfen“ anbietet, macht der sich über andere Probleme Gedanken: „Wer immer mit dem Handy pennt, wird auf Dauer impotent“, fürchtet der „Best Ager“. Der Sohn kontert: „Na, da frag ich mal banal: Ist das in deinem Alter nicht egal?“ Spätestens an diesem Punkt gab’s im Publikum kein Halten mehr.

Diese Stimmung heizten die Black Birds von den Ravens als enthusiastische Cheerleader noch mehr an, ging es doch auf den Höhepunkt des Abends zu, die Inthronisation. Davor gab’s noch „Kaviar für die Ohren“, wie es KP Hieronymi formulierte – die renommierte Frohsinn-Brassband spielte auf. Zu den schmissigen Klängen wurde an den Tischen kräftig gewippt, geschunkelt und geklatscht – wer aufmerksam durch den Saal blickte, konnte auf der Tribüne die Tollität in spe erblicken, wie sie sich kurz vor ihrem großen Moment die Aufregung von der Seele swingte . . .

 

Feierlicher Schwur

 

Dann war es endlich so weit: „Die Zeit der Orientierungslosigkeit ist vorbei“, postulierte Ex-Prinz Frederick Wilkinson, nachdem sich auf der Bühne eine beachtliche Riege der übrigen Ex-Prinzen aufgereiht hatte; dazu kam das amtierende BCV-Kinderprinzenpaar. Dann öffneten sich die Türen des Saals, und alle erhoben sich für Jürgen, seinen Hofstaat, die Frohsinn-Ehrengarde und eine ganz besondere Garde-Abordnung aus den Töchtern Sommers beziehungsweise den Pagen Sonja Coy und Helga Hartwigk. Mit großem Hallo und Helau ging’s gen Bühne und für die angehende Tollität sogleich auf die Knie für den feierlichen Schwur. „Bist du bereit, unsere Fassenacht und die Orscheler Stadtgrenzen würdevoll und mit Herzblut überall zu vertreten?“, fragte Wilkinson. „Ja, auf jeden Fall!“, sagte ein lachender Fast-Prinz in seinem festlichen grün-weißen Ornat, ist das Motto seiner Kampagne doch „Voll auf Grün“, passend zur anstehenden 125-Jahr-Feier „seines“ Frohsinns. Dann die Krönung mit der majestätischen Prinzen-Kappe, von Vorgänger Benjamin I. gab’s das Zepter, und schließlich überreichte Ex-Hofmarschall Harry noch den Hofmarschallstab an seinen Nachfolger Patrick Volz. Letzterer verlas die Proklamation: „Wir lassen’s ab jetzt bis Aschermittwoch krachen, werden mit euch so richtig Stimmung machen!“

Stimmung, das werden Jürgen I. und sein Hofstaat hinbekommen – „ich freu mich wie Bolle auf die Kampagne“, rief der neue Prinz. „Das ist unglaublich, endlich ist es so weit! Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung“, erklärte das närrische Oberhaupt Orschels sichtlich bewegt. Dass Jürgen I. nicht nur von Kindesbeinen an in Fassenacht und Frohsinn verwurzelt ist, sondern bis zuletzt aktiv mitwirkte, und zwar im Männerballett und bei den Sängern, zeigt sein rot-weiß-blaues Wappen, das unter anderem ein Tanzschuh und ein Notenschlüssel zieren, außerdem die royalen Initialen und der Rattenfänger von Hameln als Symbol für den Berufsstand des Prinzen. Die Große Garde des Clubs Geselligkeit Humor Weißkirchen, Thomas Siebenhaar und die Frohsinn-Sänger gestalteten den Abschluss des Abends, an dem klar wurde: Die Kampagne 2014/15, die wird unvergesslich!

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