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Bauprojekt: In der Friedrichsdorfer Ökosiedlung geht es voran

Von Tausende Autos rollen täglich auf der Homburger Landstraße an der Baustelle für die Ökosiedlung vorbei. Kräne, Laster und ein Verkaufspavillon lassen erahnen, dass hier Großes bewegt wird.
Hier entstehen Doppel- und Reihenhäuser mit dem schönen Namen Gartenstadthäuser. Einige Keller sind schon fertig. Foto: Jochen Reichwein Hier entstehen Doppel- und Reihenhäuser mit dem schönen Namen Gartenstadthäuser. Einige Keller sind schon fertig.
Friedrichsdorf. 

In diesem Rohr kann auch ein Riese bequem stehen und zudem noch in die Höhe springen: 2,40 Meter ist der Durchmesser der Rohre, die in der entstehenden Ökosiedlung zu einem 198 Meter langen Kanal zusammengebaut werden. Klar, dass das kein üblicher Kanal ist. Es handelt sich vielmehr um einen Stauraumkanal. „Er ersetzt ein Regenrückhaltebecken“, erklärt Jürgen Steverding, der als technischer Projektsteuerer der Gesellschaft für Entwicklung und Vermarktung (GEV) die Entwicklung und Erschließung der Ökosiedlung leitet. Die GEV ist eine von mehreren Gesellschaften des Investors Frank-Gruppe, die das Baugebiet für mehr als 160 Millionen Euro realisieren. Der Kanal hat ein Fassungsvermögen von 830 Kubikmetern. „Im Vergleich zu einem Becken bietet er den Vorteil, dass er leichter zu durchzuspülen und zu reinigen ist“, erläutert Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne).

Die Kanalarbeiten sind schon weit gediehen. Sie laufen sowohl für den ersten Bauabschnitt, der sich zwischen Plantation und Petterweiler Holzweg – dort wird künftig ein kleiner Park sein – erstreckt, als auch für den zweiten sich nordöstlich anschließenden Bauabschnitt. Als nächstes stehe die Verlegung der weiteren Versorgungsleitungen für Wasser, Strom und Telekommunikation inklusive der Hausanschlüsse an, sagt Steverding. Er kümmert sich auch um die äußere Erschließung. Das zentrale Entree der Ökosiedlung soll auf Höhe der derzeitigen Abfahrt von der Homburger Landstraße über einen Kreisel angebunden werden. „Die Ausschreibung für den Kreisel ist für Herbst geplant. Baubeginn wird 2019 sein“, sagt Steverding. Eine weitere Einfahrt wird es bei der Feuerwehr geben.

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Parallel zur Erschließung laufen bereits seit Ende vergangenen Jahres Bauarbeiten. „Auf der Baustelle arbeiten rund 70 Leute“, sagt Guido Kany, Geschäftsführer der Bauhaus Wohnkonzept GmbH, der Bauträgergesellschaft der Frank-Gruppe für die Einfamilienhäuser. „40 bis 50 Laster liefern täglich Material an, vier Kräne sind im Einsatz.“ Derzeit werden ein Stück nördlich des zentralen Entrees die Keller der 67 sogenannten Gartenstadthäuser errichtet. Teilweise sind sie schon fertig, teilweise sind noch die auf dem Boden verteilten Dämmplatten zu sehen, auf denen bald ein Keller stehen wird. Gerade wird eine Bodenplatte gegossen. Über einen langen Rüssel fließt der Beton aus dem Laster in die Baugrube, bis nur noch die Stahlstäbe der Bewehrung rausgucken.

Oberirdisch autofrei

„Die Keller werden mit Styrodur gedämmt, das ist anders nicht machbar“, sagt Kany. Oberirdisch werde hingegen eine mineralische Dämmung angebracht. Die 67 überwiegend dreigeschossigen Doppel- und Reihenhäuser mit einer Größe zwischen 110 und 170 Quadratmetern haben über die Keller Zugang zur Tiefgarage. „Oberirdisch ist in diesem Bereich kein Blech zu sehen“, sagt Kany. Es gibt nur Fußwege. „Uns ist wichtig, flächensparend zu bauen. Würden alle Autos oberirdisch geparkt, bedürfte es 30 Prozent mehr an Fläche“, erläutert Burghardt.

Zweiter Bauabschnitt bringt weitere Wohnformen

In zwei Bauabschnitten entstehen in der sieben Hektar großen Ökosiedlung 350 Wohneinheiten mit insgesamt rund 38 000 Quadratmetern Wohnfläche.

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Alles soll möglichst grün aussehen, woraus sich auch der Name Gartenstadthäuser ableitet. Die „arten- und strukturreich“ bepflanzten Gärten, so die Beschreibung des Investors, gehören bei dieser Wohnform dazu. Dass die Eigentümer ihre Lieblingsbäume setzen, ist also nicht vorgesehen. „Es wird aber nicht kontrolliert, ob jemand, wenn mal ein Baum kaputt geht, einen anderen nachpflanzt als den auf der Pflanzliste vorgesehenen“, sagt Burghardt. „Die vielen begrünten Flächen tragen auch zur Wasserrückhaltung bei“, ergänzt er. Bepflanzt werden außer den Gärten auch viele der Flachdächer, und es wird einen kleinen Park in der Mitte der Siedlung geben.

Für den Investor bietet das ökologische Konzept auch Vorteile: Die bei Bauprojekten, die einen Eingriff in die Natur darstellen, zu leistenden Ausgleichsmaßnahmen seien dadurch geringer ausgefallen, wie Kany erläutert.

Obgleich von den 67 Gartenstadthäusern noch nicht viel zu sehen ist, sind schon 61 verkauft. Der Einstiegspreis lag bei 400 000 Euro, auf dem Markt sind laut Kany nur noch Häuser für 600 000 bis 620 000 Euro inklusive zwei Tiefgaragenplätzen. „Wir haben schon in der Wettbewerbsphase Interessenten gesammelt“, sagt Anke Schlütter, Geschäftsführerin der Frank Heimbau Main/Taunus GmbH, die den Geschosswohnungsbau verantwortet. Für das ganze Areal mit 150 Gebäuden mit circa 350 Wohneinheiten für rund 700 Menschen seien es mittlerweile rund 800. Als nächstes werden fünf Doppelhäuser (Einstiegspreis laut Kany „deutlich unter 700 000 Euro) und das einzige freistehende Einfamilienhaus angrenzend an die bestehende Bebauung der Schützenstraße errichtet. „Der Vertrieb soll im August starten“, sagt Kany.

Die Träger-Suche läuft

Am Quartiersplatz werden zwei Gebäude stehen, die im Erdgeschoss Platz für eine Kita, zwei Gewerbeflächen und den Nachbarschaftstreff bieten.

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Am weitesten fortgeschritten ist der Bau von 33 Mietwohnungen am Entree der Siedlung. „Für diesen Komplex suchen wir einen Investor“, sagt Schlütter. Die Vermietung wird Anfang 2019 anlaufen. Hier soll auch ein Quartiersplatz entstehen. Weiterhin im Eigentum der Frank-Seniorenanlagen GmbH verbleiben werden die beiden ebenfalls am Quartiersplatz gelegenen Gebäude, in denen Kita, Nachbarschaftstreff, Gewerbe und 54 Seniorenwohnungen vorgesehen sind. Die Kita mit 87 Plätzen wird die Stadt nicht selbst betreiben. Vielmehr wird sie von der Stuttgarter Himpelchen und Pimpelchen gGmbH übernommen, die das Vergabeverfahren gewonnen hat (wir berichteten).

Nächster Verkauf startet

In Mehrfamilienhäusern, sogenannten Stadtvillen, sollen bereits im ersten Bauabschnitt 94 Eigentumswohnungen entstehen. „Der Vertrieb wird erst Ende 2018 oder Anfang 2019 beginnen“, sagt Anke Schlütter. Die ausgefallensten Eigentumswohnungen werden in einem Holzturm auf dem höchsten Punkt des Geländes gebaut – allerdings erst im zweiten Bauabschnitt. „Das ist unser Leuchtturm“, sagt Schlütter.

Bald zu sehen sein wird hingegen ein großes Loch für den Eisspeicher, der Teil einer Energiezentrale ist. Er wird einen Durchmesser von 17 Metern haben, eine Höhe von sieben Metern und 1200 Kubikmeter fassen. Dagegen nehmen sich die Rohre für den Stauraumkanal mit ihren 2,40 Metern Durchmesser richtig klein aus . . .

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