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Kaiserin-Friedrich-Gymnasium: KFG-Schüler legen im ehemaligen KZ Buchenwald einen Kranz nieder

Jedes Jahr unternehmen Schüler des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums eine Weimar- und Buchenwaldfahrt, um einerseits mehr über Goethe und die Musenstadt Weimar kennenzulernen, und andererseits mehr über die Konzentrationslager zu erfahren. Die Schüler Madeleine Königs, Noah Zahradnik, Fox Ruben Putz, Luchino Peiser (Jahrgangsstufe Q 2)berichten in diesem Beitrag, wie die junge Bad Homburger diese Fahrt der Gegensätze erlebt haben.
Auf dem ehemaligen Appellplatz haben die KFG-Schüler einen Kranz niedergelegt. Auf dem ehemaligen Appellplatz haben die KFG-Schüler einen Kranz niedergelegt.
Bad Homburg. 

Die Reise begann früh morgens um 5.40 Uhr. Von der Schule aus machten sich die Reisebusse auf den Weg nach Weimar. Dort angekommen starteten die Deutschkurse dann direkt zu ihrer Stadttour mit der Besichtigung des Goethehauses. Die Ausstellung basiert auf verschiedenen Aspekten von Goethes Leben und ist in Stichwörter wie „Liebe“ und „Genie“ gegliedert. Nach der Besichtigung der Ausstellung und einer kurzen Pause ging es weiter zu Goethes Wohnhaus, an dem der Dichterfürst viele architektonische Umbauten vornehmen ließ, um sie seine Vorstellungen anzupassen.

Am nächsten Morgen bereitete sich unser Jahrgang auf einen emotionsgeladenen Tag vor: Der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, die sich etwa acht Kilometer von Weimar auf dem Ettersberg befindet.

Wir schauten uns zu Beginn einen Einführungsfilm an, der uns über die Geschichte des ehemaligen Lagers aufklärte. Danach wurden den jeweiligen Geschichtskursen Experten zugeteilt, die uns beim Gang über das Gelände begleiteten. Während manche Experten eher aus historischer Sichtweise auf die Gedenkstätte hinwiesen, standen bei anderen die Emotionen und Gefühle, die die Häftlinge hier wohl hatten, im Vordergrund.

Der Rundgang erstreckte sich vom Bahnhof bis zum eigentlichen Eingangstor des Lagers, auf dem der zynische Spruch ,,Jedem das Seine“ steht. Während des Rundgang erfuhren wir viel über Einzelschicksale und das Alltagsleben im Lager. Besonders der für die SS-Männer angelegte Zoo erschreckte uns. Dort wurden die Tiere gut behandelt, während die Häftlinge unter schlimmsten Bedingungen leben mussten. Besonders geschockt waren wir davon, dass der Tierpark und das Krematorium durch einen Stacheldrahtzaun getrennt waren.

Die Arrestzellen und die Besichtigung des Krematoriums machten uns sprachlos. Im Krematorium wurden die Leichen der Häftlinge in riesigen Öfen verbrannt, im darunterlegenden Keller befanden sich Haken zum Aufhängen der Häftlinge. In der daneben angrenzenden Genickschussanlage, die dazu diente, tausende Kriegsgefangene zu töten, blieb vielen von uns der Atem stehen. Die Experten erklärten uns vor der Besichtigung des Krematoriums die Räume, damit man entscheiden konnte, ob man diese Orte besichtigen will.

Zur Gedenkminute und Kranzniederlegung hatte der Geschichtsleistungskurs eine Ansprache vor- bereitet, die uns besonders berührt und mitgenommen hat. Die Kranzniederlegung fand an der Gedenkplatte auf dem Appellplatz statt, auf der die Namen von über 50 Nationen aufgelistet sind. Das besondere an der Gedenkplatte ist, dass sie immer um die 37 Grad warm ist, die normale Körpertemperatur eines jedes Menschen. Sie soll Wärme an einem kalten Ort erzeugen und somit zeigen, dass die Namen der Toten durch die Erinnerung in unseren Herzen weiterleben werden. Anschließend erfolgte eine Schweigeminute, um an das Schicksal der Häftlinge zu gedenken.

Die Rückfahrt in den Bussen war für viele Schüler ein Rückzugsort, um die Erkenntnisse und Erlebnisse des Tages irgendwie zu verarbeiten. Insgesamt war die Exkursion für viele Schüler lehrreich, aber auch emotional. Der Besuch wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.

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