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Familienzentrum „i Punkt“ soll zentrale Anlaufstelle werden: Königstein: Integration als i-Tüpfelchen

In der Fußgängerzone eröffnet am 25. September im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags ein Laden der besonderen Art. Der „i Punkt“ ist Königsteins erstes Familienzentrum. Getragen von den Kirchen, dem Freundeskreis Asyl und der Stadt können sich hier junge Familien, aber auch Flüchtlinge und alle anderen Königsteiner treffen, vernetzen und in das Leben der Stadt integrieren.
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Königstein. 

Wenn sich an neugierigen Blicken der Wert einer Lage bemessen lässt, haben Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer und ihre Mitstreiter den perfekten Standort für ihr neues Königsteiner „Familienzentrum“ gefunden. Kaum einer, der nicht beim Vorübergehen durch das Schaufenster guckt, der eine oder andere schaut auch mal rein – auch wenn es bis zur offiziellen Eröffnung noch ein paar Tage hin ist.

Gleich an der Schnittstelle von Kirchstraße, Fußgängerzone und Burgweg, also mitten im Leben der Kurstadt, haben die Initiatoren ein Ladengeschäft angemietet, das künftig Anlaufstelle für alle Königsteiner werden soll, die Kontakt, Hilfe oder einfach nur einen Ort suchen, an dem man neue Leute kennenlernen und sich vernetzen kann.

Das können und sollen insbesondere junge Familien sein, für die das Zentrum vormittags geöffnet wird. Das Angebot richtet sich aber ganz gezielt auch an die derzeit rund 130 Flüchtlinge, die verteilt auf mehrere Standorte vornehmlich in der Kernstadt leben. Die sollen nicht nur die Gelegenheit haben, hier nachmittags den Deutschunterricht zu besuchen oder ihre Paten zu treffen, sondern auch den anderen Königsteinern begegnen.

„Gerade für den Deutsch-Unterricht und für Eins-zu-Eins-Gespräche brauchen wir dringend neutrale Räume“, betont Anna Basse, vom Freundeskreis Asyl, die überdies hofft, über den „i Punkt“ Brücken zwischen Königsteinern und Flüchtlingen schlagen zu können. Basse: „Man hat doch meist Angst vor dem, was man nicht kennt. Umso wichtiger ist es, sich kennen zu lernen. Und dazu bietet das Zentrum die Gelegenheit.

Die Idee dazu habe sich aus dem Café-Treff der katholischen Kirche heraus entwickelt, betont Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer. Zwei Jahre habe man gemeinsam daran gefeilt und nun, da man den perfekten Standort in der Hauptstraße gefunden habe, freue man sich schon sehr auf die Eröffnung am Sonntag, 25. September.

Zum verkaufsoffenen Sonntag um 15 Uhr soll der „i Punkt“ erstmals seine Pforten öffnen, wollen die Initiatoren ihr Familienzentrum und die damit verbundenen Ziele einer möglichst breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Denn angesprochen fühlen dürfen sich viele – ganz besonders die, die neu in der Stadt sind. Stoodt-Neuschäfer: „Die Integration ist das i-Tüpfelchen auf unserem ,i Punkt’.“ Allerdings sei der Begriff umfassender zu verstehen, als er dieser Tage häufig gebraucht werde. Integriert, also in das Leben in der Stadt eingeführt werden, sollen nicht nur die Asylbewerber, sondern auch Neubürger und Familien, die zwar schon etwas länger in der Stadt leben, aber immer noch nicht so recht wissen, wo sie welches Angebot in Königstein finden.

„Es gibt hier in der Stadt eigentlich alles. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber die Angebote sind oft nur schwer zu finden“, konstatiert Iris Teleki und spricht dabei aus eigener Erfahrung. Seit vier Jahren lebt die junge Mutter mit ihrer Familie mittlerweile in Königstein. Bis sie aber alles gefunden habe, was man zum Leben in der Stadt so brauche – von der Adresse des Kinderarztes bis zur Krabbelgruppe – habe es doch einige Zeit gebraucht. Just, ob dieser eigenen Erfahrungswerte will Teleki dazu beitragen, dass es künftige Neuankömmlinge es etwas leichter haben. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern wird sie das Vormittagsprogramm im Familienzentrum bestreiten, wird Besucher mit Informationen versorgen und helfen, Netzwerke zu knüpfen.

Wertvolle Ergänzung

Dass man viele der Hinweise und Informationen, die künftig im Familienzentrum zu bekommen sind, auch im Rathaus oder online erhält, versteht sich von selbst. Dennoch sind auch Hermann-Josef Lenerz und Barbara Mutschall-Orlopp froh über das neue, gebündelte Angebot im „i Punkt“. Schließlich wissen auch sie, dass der Weg ins Rathaus oder in die Kur- und Stadtinformation nicht für jeden Bürger der erste ist, den er geht, wenn er Informationen sucht. Da sei das zusätzliche Angebot im Familienzentrum eine perfekte Ergänzung, betont Lenerz.

Als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu bestehenden Angeboten wollen auch die Initiatoren ihr Projekt verstanden wissen. Deshalb, so Stoodt-Neuschäfer, richte man das Hauptaugenmerk im ersten Schritt auf Eltern mit Kindern bis 13 Jahre aus der Kernstadt, für die es bislang eher wenige Angebote in der Stadt gibt.

Selbstverständlich sei aber auch jeder andere willkommen, der eine Frage habe oder Unterstützung brauche, ergänzt Andrea Bargon, Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde. sj

 

Getragen wird das Leben im Zentrum durch ehrenamtliche Arbeit, den Löwenanteil an der Ladenmiete steuert die Lilo-Heuckeroth-Stiftung bei, den Rest teilen sich die Kirchen, der Freundeskreis Asyl und die Stadt. Weitere Informationen finden sich online unter www.fz-koenigstein.de.

 

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