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Freiwillige geben Lebensmittelkisten aus: Kostenloses Obst für Bedürftige

Seit vier Jahren gibt es in Friedrichsdorf die Tafel. Sie versorgt derzeit 171 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln, davon 37 Kinder unter 14 Jahren.
Friedrichsdorf. 

Die Ausgabestelle der Tafel befindet sich im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. An der Tür das Schild mit dem orangefarbenen Logo auf weißem Grund. Hier geschieht jeden Freitag das, was vermutlich an rund 3000 Ausgabestellen oder in Tafel-Läden in Deutschland vor sich geht: Bedürftige Menschen – insgesamt sind es 1,5 Millionen – werden mit Lebensmitteln versorgt. Die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Soziales, Kultur und Sport schauten hinter die Kulisse der Friedrichsdorfer Tafel.

Info: 900 Tafeln

Eigentlich eine beachtliche Erfolgsgeschichte – wenn der Grund nicht so ernst wäre: Die erste Tafel Deutschlands wurde vor 22 Jahren in Berlin gegründet mit dem Ziel, Obdachlosen zu helfen.

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Im Vorraum, vor der Theke, ließen sie sich von Michael Hibler, dem Leiter des Diakonischen Werks Hochtaunus, und ehrenamtlichen Helfern die aktuelle Situation erklären. Die Friedrichsdorfer Tafel wurde vor vier Jahren vom Verein „Wir Friedrichsdorfer“ initiiert und wird, wie auch die Ausgabestellen Bad Homburg, Oberursel, Neu-Anspach und Königstein, vom Diakonischen Werk Hochtaunus geführt.

Die Statistik für Friedrichsdorf: 171 Menschen aus 73 Haushalten, davon 37 Kinder unter 14 Jahren, holen sich alle zwei Wochen, immer freitagmittags, eine Lebensmittelkiste ab, die immer mit den Grundzutaten Obst, Gemüse und Brot bestückt ist. Zum Grundsatz der Tafel gehört es, dass es qualitativ einwandfreie Lebensmittel sein müssen, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in den Verkauf dürfen und daher weggeworfen würden. Der Überfluss soll dort ankommen, wo er gebraucht wird.

„In Friedrichsdorf sind wir in der glücklichen Situation, dass wir keine Warteliste haben“, erklärt Bernd-Heiner Scholz, Leiter der Ausgabestelle, anders sei das zum Beispiel in Bad Homburg. Auch gebe es in Friedrichsdorf die meisten Abmeldungen von Menschen, die wieder einen Job gefunden hätten.

Um eine Lebensmittelkiste zu erhalten, müssen bedürftige Menschen ihre finanziellen Verhältnisse offen legen, „das können sie direkt hier bei der Tafel machen“, sagt Scholz. So werde gewährleistet, dass die Hilfe den richtigen Empfänger erreiche.

30 ehrenamtliche Helfer

Rund 30 ehrenamtliche Helfer stehen der Friedrichsdorfer Tafel zur Verfügung, „eine gute Situation“ lobten alle. Das ehrenamtliche Engagement in Friedrichsdorf läuft gut, doch dann kommen hin und wieder Stolpersteine, wie die neue EU-Hygieneverordnung. Die Tafeln arbeiten grundsätzlich unter Einhaltung der Lebensmittelhygieneverordnung und unter Berücksichtigung des Infektionsschutzgesetzes. Das gilt für alle Tafeln gleichermaßen, da sie unter dem Dachverband „Bundesverband Deutsche Tafel“ zusammengeschlossen sind. Doch Hibler schüttelt den Kopf angesichts der auf sie zukommenden neuen EU-Hygieneverordnung, bei der es unter anderem auch um die Kennzeichnung der Inhaltsstoffe in Lebensmitteln gehe.

Die Betreiber hofften, dass sich da eine neue Regelung für die Tafeln finde. Denn der Aufwand, „zum Beispiel Backwaren mit ihren Zutaten zu kennzeichnen“, sei vermutlich kaum zu leisten. „Wir bieten in unseren Kisten immer eine große Vielfalt“, sagte Birgit Merklein, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Wir Friedrichsdorfer“. Ausgabehelferin Vera Umseher bestätigte: „Die Kunden fragen nie nach Zutaten.“

Ob es Probleme mit den Nachbarn gebe, wollte Ausschussvorsitzende Ruth Hübner-Gerling (FDP) wissen. Es liefe leider nicht immer konfliktfrei, bedauerten die Ausgabehelfer. Mitunter werde kritisiert, dass die Tür zu lang offen stehe oder dass sich zu viele Menschen im Eingangsbereich aufhielten. „Es sind aber nur vereinzelte Beschwerden“, räumten sie ein. Das Haus sei übrigens jetzt verkauft worden, sie wüssten daher noch nicht, wie es weitergehen werde.

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