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Künftig 75 Plätze für Lastwagen

Von Damit Brummi-Fahrer in Zukunft entspannter ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen nehmen können, will Hessen Mobil unter anderem den Autobahnrastplatz „Schäferborn“ auf Friedrichsdorfer Gemarkung ausbauen. Zum Schutz vor Lärm soll in Richtung Burgholzhausen ein Erdwall aufgeschüttet werden. Die Stadt macht sich aber noch Sorgen wegen des Regenrückhaltebeckens.
Friedrichsdorf. 

Der Rastplatz „Schäferborn“ an der Autobahn A 5 in Fahrtrichtung Kassel soll größer werden. Mit diesem Vorhaben von Hessen Mobil beschäftigte sich der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr, der über den Entfall des Planfeststellungsverfahrens abzustimmen hatte.

Den Überlegungen zufolge soll die Rastanlage, die derzeit über ein WC-Häuschen, sieben Lastkraftwagen-Parkplätze und 40 Pkw-Stellplätze verfügt, um weitere Parkflächen wachsen. Vorgesehen ist die Schaffung von insgesamt 75 Lkw- und 48 Auto-Parkständen, darüber hinaus sollen acht Plätze für Pkw mit Anhängern oder Busse entstehen. Für Schwertransporter soll zusätzlich ein etwa 300 Meter langer Parkstreifen ausgewiesen werden. Besonders eng geht es entlang der deutschen Fernstraßen in den Nachtstunden zu, wenn viele Lkw-Fahrer gleichzeitig einen Rastplatz ansteuern. Daher können am „Schäferborn“ nachts künftig zusätzlich 25 Lkw-Stellplätze zur Verfügung gestellt werden.

Eingriff in die Natur

Durch den Ausbau des Rastplatzes wird sich dessen Ausdehnung mehr als vervierfachen und am Ende rund 4,6 Hektar betragen. Laut Bebauungsplan handelt es sich um eine „Fläche für Aufschüttungen“, die der „Sukzession“ überlassen ist. Darunter versteht man Areale, in denen die Natur das Kommando nach und nach wieder übernimmt. Trotzdem stellt der Parkplatzausbau einen Eingriff in Natur und Landschaft dar, wofür Hessen Mobil Ökopunkte erwerben muss. Deren Anzahl wird von einem Gutachter errechnet, der schließlich den Umfang der umweltrelevanten Kompensationsmaßnahmen festlegt.

Überschwemmung

Da es sich bei dem Parkplatzareal um ein „Inselgrundstück“ handele, das neben untergeordnetem Bewuchs keine weiteren Funktionen einnehme, bestünden städtebaulich gegen den Ausbau keine Bedenken, lautete es in der Beschlussvorlage. Anders sieht die Stadt die abwassertechnischen Auswirkungen. Die Pläne gehen bei dem anfallenden Oberflächenwasser von der Höchstmenge aus, die einmal in zwei Jahren bei einem Unwetter herabregnet. Und die dann in das bestehende Regenrückhaltebecken an der Entlastungsstraße fließt. Das aber ist der Stadt zu wenig.

Auch mit Blick auf den Klimawandel will die Stadt das Regenrückhaltebecken so groß haben, dass es auch eine Regenmenge aufnimmt, die – nach derzeitigen Berechnungen – nur einmal in 100 Jahren bei schlechtem Wetter vom Himmel fällt. Schließlich würden die angeschlossenen Flächen um das 1,8-Fache vergrößert und der Notüberlauf des Rückhaltebeckens damit entsprechend häufiger gebraucht. Dadurch würde der Rehlingsbach als „Vorfluter“ mit Wassermengen belastet, die zu Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen und schlimmstenfalls auch der Umgehungsstraße führen könnten. Aus diesem Grund möchte die Stadt das derzeitige Regenrückhaltebecken auch vergrößert wissen.

Der Bauausschuss, der den Entfall der Planfeststellung einstimmig befürwortete, teilte diese Einschätzung. Allerdings ebenfalls unter dem Vorbehalt, dass die abwassertechnischen Bedenken vor der Plangenehmigung ausgeräumt würden. Damit ist jetzt der Hochtaunuskreis als Untere Wasserbehörde am Zug, der eine Entscheidung bezüglich der Belastung des Rehlingsbaches treffen muss.

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