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Bundesweite Studie: Kur- und Kongreß-GmbH wurde als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet

Von Den Fachkräftemangel bekommt nun auch die Kur- und Kongreß-GmbH zu spüren. Für die städtische Tochtergesellschaft ist es nicht immer einfach, geeignete Auszubildende zu finden. Umso erfreuter ist Geschäftsführer Holger Reuter, jetzt als bester Ausbilder ausgemacht worden zu sein.
Frederik Löw leitet Michelle Knaf im Sportclub Kur Royal Aktiv an. Damals (2015) waren beide noch Azubis zum Sport- und Fitnesskaufmann. Frederik Löw leitet Michelle Knaf im Sportclub Kur Royal Aktiv an. Damals (2015) waren beide noch Azubis zum Sport- und Fitnesskaufmann.
Bad Homburg. 

100 von 100 Punkten – das ist ein Ergebnis, auf das die Kur- und Kongreß-GmbH (Kur) stolz sein kann. Sie wurde im Rahmen der „Studie Berufsausbildung 2018“ als einer von Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben ausgezeichnet. In der Kategorie „Behörden/Öffentlicher Dienst“ steht die Kur ganz vorne, als einzige mit voller Punktzahl und vor der Deutschen Bundesbank, der Bundesnetzagentur und weiteren Behörden.

Nicht die Auszubildenden, sondern die Ausbildungsbeauftragten wurden zu bestimmten Aspekten befragt. Dabei war die Konkurrenz groß: Die 20 000 mitarbeiterstärksten Betriebe der Bundesrepublik aus über 90 verschiedenen Branchen haben die Initiatoren der Studie nach eigenen Angaben in Augenschein genommen.

Bei der Kur ist Geschäftsführer Holger Reuter selbst für die Ausbildung im Hause zuständig, und das schon seit ein paar Jahren. Per Fragebogen gab er über die Ausbildungs- und Übernahmequote Auskunft, über die Vergütung, Benotung und mögliche Zusatzangebote für die Lehrlinge. Da ging es auch um Vielfalt: „Bei uns können die Azubis auch mal einen Blick in den Betrieb einer Spielbank oder in eine Klinik werfen“, erklärt Reuter. „Das kann nicht jeder Ausbildungsbetrieb bieten.“

Kernkompetenz im Büro

Der Kur-Konzern in Bad Homburg einschließlich Spielbank und Klinik Dr. Baumstark hat 450 Mitarbeiter, die Kur selbst 125. Der Konzern bildet derzeit 14 junge Leute aus, zwei davon absolvieren ein Duales Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Auch mit der accadis-Hochschule in Bad Homburg kooperiert die Kur bei der Ausbildung in „Business Administration“.

Holger Reuter Bild-Zoom
Holger Reuter

Die meisten der jungen Leute werden zu Kaufleuten für Büromanagement ausgebildet – „unsere Kernkompetenz“, wie Reuter sagt. Zudem bietet die Kur eine Lehre für Köche, Restaurantfachleute, Sport- und Fitness- sowie Gesundheitskaufleute, außerdem für Veranstaltungstechniker an.

Neu: Mediengestalter

Eine Neuerung gibt es: Vom 1. September an hat die Kur auch das Berufsportfolio Mediengestalter im Angebot. Wie Reuter berichtet, sind für den Ausbildungsstart nach den Sommerferien bereits alle Lehrstellen vergeben – lediglich ein Sport- und Fitnesskaufmann/-frau wird noch gesucht. Nun beginnt bereits die Auswahl der Azubis für 2019. Reuter, der selbst 1986 unter dem damaligen Kurdirektor Peter Bruckmaier mit einer Ausbildung zum Bürokaufmann bei der Kur einstieg, kümmert sich nicht nur selbst federführend um die Lehrlinge im Haus, er wurde auch vor 15 Jahren von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in den Prüfungsausschuss für Büromanagement aufgenommen, den er seit zehn Jahren leitet.

„100 Punkte, die bekommt man nur einmal im Leben“, freut sich Reuter. Der 48-Jährige wurde bereits vor einem halben Jahr von der IHK als „Exzellenter Ausbilder“ geehrt. Berufsbegleitend hatte er entscheidend daran mitgewirkt, dass Frederik Löw, Azubi zum Sport- und Fitnesskaufmann bei der Kur, 2017 Landesbester wurde. Löw arbeitet im kureigenen Sportstudio „Kur Royal Aktiv“ mit Sitz in der ehemaligen Tennisbar.

Suche nach Lehrlingen

Reuter freut sich nicht nur über die Anerkennung, er sieht den Erfolg auch als „Marketing“ für die Berufsausbildung. Denn die sei dringend notwendig. „Es ist für Betriebe immer schwieriger, an Lehrlinge heranzukommen“, erläutert der Kur-Geschäftsführer.

Zum einen seien jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge am Zug, zum anderen strebten die meisten jungen Leute an die Uni. Nur noch ein verschwindend geringer Teil der Betriebe bilde überhaupt aus. Dem gelte es gegenzusteuern, denn schon jetzt fehlen Fachkräfte. Die „Studie Berufsausbildung 2018“ wurde kürzlich von „Deutschland Test“ und dem Magazin „Focus-Money“ durchgeführt und veröffentlicht, um jungen Menschen die Wahl einer Ausbildungsstelle zu vereinfachen. Das Ergebnis der Studie war außerdem der „Ausbildungsatlas für Deutschland“, der die Sieger der Befragung auflistet. Erwähnung finden nur jene Betriebe, die in der Bewertung mindestens 70 von 100 Punkten erreicht haben. Insgesamt erhielten 745 Unternehmen die Auszeichnung als „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2018“.

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