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Tierisch gute Kollegen: Macchiato trägt Mitja zum WM-Titel

Bei der Working-Equitation-Weltmeisterschaft in München hat die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel geholt. Im Team war auch der Friedrichsdorfer Mitja Hinzpeter, der mit seinem Pferd Macchiato zu dem Erfolg beigetragen hat. Zurück in Burgholzhausen geben sich die beiden entspannt.
Mitja Hinzpeter mit seinem Hengst Macciato sind ein tolles Team. Bei der WM holten sie mit der Mannschaft den Titel. Foto: Jochen Reichwein Mitja Hinzpeter mit seinem Hengst Macciato sind ein tolles Team. Bei der WM holten sie mit der Mannschaft den Titel.
Burgholzhausen. 

Reiter und Pferd wirken gelassen, von Starallüren nichts zu spüren. Dabei sind die beiden am vergangenen Wochenende in München Weltmeister geworden. Der Friedrichsdorfer Mitja Hinzpeter konnte im Teamwettbewerb der Working-Equitation-Meisterschaft auf seinem Pferd Macchiato den Sieg davon tragen. Nun stehen die beiden völlig entspannt auf einer Koppel außerhalb von Burgholzhausen und lassen sich für diese Zeitung ablichten.

Hinzpeter tätschelt sein Pferd liebevoll, das ihn mit seinem Maul anstupst. Dass sich die beiden lange kennen und schätzen, ist offensichtlich. „Das Faszinierende am Reiten ist, dass zwei Lebewesen zu einem verschmelzen. Sie bilden im Idealfall eine Einheit“, erzählt der 40-Jährige. Dies scheint bei ihm und Macchiato der Fall zu sein.

Ein älterer „Herr“

Als Hinzpeter die Koppel verlässt, kommt Macchiato an den Zaun und schaut zu seinem Besitzer. Dieser erwidert seinen Blick, lächelt. Das Pferd gibt sich zufrieden und trottet davon. Macchiato ist bereits 19 Jahre alt, was für ein Pferd schon ziemlich betagt sei. „Er war der Älteste des Turniers am Wochenende und ist für ein Springpferd schon mächtig alt“, weiß Hinzpeter. Beim Working Equitation sei das jedoch durchaus üblich, dass ältere Pferde noch mitmachen.

2008 kam Mitja Hinzpeter mit diesem Sport in Kontakt. „Ich habe mir die verschiedenen Disziplinen angeschaut, die Arbeit mit dem Pferd hat mir gefallen“, erinnert er sich. Die Prüfung im Wettkampf besteht aus vier Teilwettbewerben. Einer Dressur, einem Geschicklichkeitstrail, bei dem bewertet wird, wie man Hindernisse bewältigt, sowie einem Speedtrail, bei dem es lediglich darum geht, wie schnell man den Parcours schafft.

Am Ende muss im Team aus einer Rinderherde jeweils ein Tier in ein Gehege getrieben werden. „Das, was bei Working Equitation gemacht wird, kam schon damals dem nahe, wie ich mit meinen Tieren gearbeitet habe“, erinnert sich der 40-Jährige. So habe er sich einige Zeit später entschlossen, bei Wettkämpfen mitzumachen.

Seit 2011 ist er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, 2012 konnte er die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft gewinnen, nun der Weltmeistertitel im Team. „Das ist so ziemlich das Größte, das man erreichen kann. Mehr geht nicht. Bis auf das Double vielleicht – Erster im Einzel und im Team. Das wär’s“, meint er lachend. Jedoch sei er mit seinem Leben derzeit sehr zufrieden.

Ein Lebenstraum

„Als ich jung war, hatte ich den Traum, im Alter mal in einem Schaukelstuhl zu sitzen und eine eigene Pferdeherde zu besitzen. Dieses Ziel habe ich jetzt schon erreicht“, sagt der 40-Jährige. Auf dem Gelände bei Burgholzhausen betreibt er eine Pferdezucht, gibt Reitunterricht und arbeitet als selbstständiger Hufbeschlagschmied.

Dass er etwas mit diesen Tieren machen wollte, stand für Mitja bereits in seiner Kindheit fest. „Meine Eltern kamen beide aus dem Theaterbereich, wodurch ich schon früh Nebenjobs auf der Bühne und im Fernsehen hatte“, erklärt er. Das Schauspielern habe ihm auch Spaß gemacht. Jedoch sei er mit seiner Familie, die in Frankfurt gearbeitet und in Eschersheim gewohnt habe, oft auf dem Land gewesen. Dabei habe er Pferde kennengelernt, und obwohl die ersten für ihn „wie ein Hochhaus aussahen und sehr imposant wirkten“, habe er sich sofort in diese Tierre verliebt. „Zuerst sieht man nur ihre Größe, doch dann berührt man sie und merkt das Weiche und Zarte dieser Tiere“, schwärmt er. Er sei als Jugendlicher in einem Reitverein gewesen, habe dort das Reiten gelernt, die Tiere versorgt, den Stall ausgemistet. „Im Alter von 15 Jahren habe ich mein eigenes Pferd bekommen, jedoch mit der Prämisse, dass ich mich ausschließlich alleine darum kümmere. Meine Eltern hatten mit diesen Tieren wenig am Hut“, so Hinzpeter.

Seit dieser Zeit gehören Pferde zum Leben des Wahl-Friedrichsdorfers. Derzeit ist er Besitzer von sieben Pferden, wobei Macchiato demnächst erneut Papa wird. Hinzpeter selbst hat eine zehnjährige Tochter, die bereits in die Fußstapfen ihres Vaters tritt. Denn auch sie reitet gerne, striegelt und pflegt mit Begeisterung die Pferde.

Weitere Informationen

Mehr zu Mitja Hinzpeter findet sich online unter www.goldene-pintos.de.

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