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Eugen-Kogon-Preis: Mahnmal gegen das Vergessen

Mit dem Eugen-Kogon-Preis ehrt die Stadt Königstein seit 2002 Persönlichkeiten und Institutionen, die sich den Grundwerten lebendiger Demokratie verpflichtet fühlen. Am 13. März ist es wieder so weit.
Gunter Demnig	Foto: Knapp Gunter Demnig Foto: Knapp
Königstein. 

Mit dem Eugen-Kogon-Preis der Stadt Königstein wird am 13. März der Künstler Gunter Demnig ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet von 18 bis 20 Uhr im Haus der Begegnung in der Bischof-Kaller-Straße statt. Der Vorsitzende des Kuratoriums für die Verleihung des Preises, Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr, und Bürgermeister Leonhard Helm laden alle interessierten Bürger zu dieser Veranstaltung herzlich ein. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Rohr und Helm erklärten, mit dem Preis werde Demnig für sein einzigartiges Kunstprojekt gewürdigt: Zehntausende von Stolpersteinen hielten die Erinnerung an das Schicksal der Verfolgten und Ermordeten der NS-Diktatur lebendig. Mit großer Intensität gehe der Künstler seiner Idee nach, die eine außergewöhnliche Verbindung von Politik und Kunst darstelle und ein europaweites, dezentrales Mahnmal gegen das Vergessen geschaffen habe und immer weiter schaffe. Die Steine mit geprägter Messingplatte, von denen Gunter Demnig europaweit bereits mehr als 50 000 Stück in über 800 deutschen Städten und 200 Städten in vielen anderen Ländern verlegt hat, erinnern jeweils vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz an Bürgerinnen und Bürger, die in der Zeit der NS-Herrschaft deportiert und von denen viele in Konzentrationslagern getötet wurden. Dazu gehören Juden, Euthanasieopfer, Sinti und Roma, Homosexuelle und politisch Verfolgte. Die Aktion hat sich zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt.

Die Laudatio auf Gunter Demnig hält der künstlerische Leiter der documenta 6 und documenta 8, Professor Dr. Manfred Schneckenburger.

 

Der Namensgeber

 

Der mit 5000 Euro dotierte Eugen-Kogon-Preis ist nach dem Publizisten, Politologen und Widerstandskämpfer Eugen Kogon (1903–1987) benannt. Der ehemalige Buchenwald-Häftling, Autor des Buches „Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager“ und Mitherausgeber der links-katholischen Zeitschrift „Frankfurter Hefte“, lehrte von 1951 bis 1968 Politikwissenschaft in Darmstadt. Bis zu seinem Tod wohnte er in Falkenstein.

Mit dem Preis ehrt die Stadt Königstein seit dem Jahr 2002 Persönlichkeiten und Institutionen, „die sich den Grundwerten lebendiger Demokratie verpflichtet fühlen, ihr Leben in den Dienst dieser Werte stellen und dabei so erfolgreich waren, dass dies auch an ihrer öffentlichen Bedeutung ablesbar ist.“

Erster Kogon-Preisträger war der frühere polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski. Der Eugen-Kogon-Preis für das Jahr 2012 war dem ehemaligen Staatspräsidenten der Tschechischen Republik, Václav Havel, zuerkannt worden. Der Preis wurde posthum am 22. Februar 2013 verliehen, die Laudatio hielt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Zuletzt wurde der Preis verliehen an die Initiatoren einer Friedensinitiative zwischen zwei Gebietskörperschaften in Israel und Palästina, Dany Atar und Qaddoura Mousa.

Zu den Eugen-Kogon-Preisträgern gehören auch Stéphane Hessel, Hildegard Hamm-Brücher, Hans Maier sowie das Maximilian-Kolbe-Werk.

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